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Wien - Innenministerin Johanna Mikl-Leitner malt gleich einmal den Teufel an die Wand: Was, fragt die ÖVP-Politikerin, wäre wohl, wenn auf das Bundesheer gleich zwei große Herausforderungen zukämen? Also etwa: Katastrophenhilfe und der Auftrag zum Schutz der kritischen Infrastruktur? Eine Berufsarmee wäre da wohl überfordert: Bei einer Terrorbedrohung müssten bis zu 1000 Objekte über mehrere Wochen bewacht werden, bei einer Mobilmachungsstärke von 55.000 ergibt das rechnerisch 55 Mann, die im Dreischichtbetrieb etwa ein Kraftwerk oder eine Wasserleitung zu bewachen hätten.
Viele Experten zweifeln, dass das derzeit möglich wäre - aber rechnerisch wäre das wohl auch mit dem Modell von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) ebenso gut oder ebenso schlecht möglich - denn dort sind 23.000 beorderte Milizsoldaten einberechnet, für die die Wehrpflicht notfalls gelten würde.
Überhaupt haben Gegner wie Befürworter der Wehrpflicht jetzt die Miliz entdeckt - was bei einer Enquete der Christgewerkschafter in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst deutlich wurde. Da war neben der österreichischen Innenministerin auch der Schweizer Verteidigungsminister Ueli Maurer eingeladen - und der berichtete von einer in Österreich undenkbaren Situation: Im Nachbarland will die Regierung das Wehrbudget deckeln, aber die Parlamentsmehrheit drängt auf eine substanzielle Erhöhung zur Stärkung der Schweizer Milizarmee.
Auch über die der Schweizer Armee zugrunde liegende Wehrpflicht wurde - von der Initiative zur Abschaffung der Armee - eine Volksabstimmung eingeleitet. Maurer ist überzeugt, dass diese wohl erst im kommenden November stattfindende Abstimmung pro Wehrpflicht ausgehen wird, denn die Schweizer wüssten, dass ein Berufsheer nicht nur teurer ist als die Milizarmee. Es habe zudem den Nachteil, in normalen Zeiten zu groß zu sein - aber im Krisenfall womöglich zu klein.
Das war Wasser auf die Mühlen von Milizverbandspräsident Michael Schaffer. Der Salzburger bezeichnete Darabos als "Totengräber der Landesverteidigung". Schaffer hatte jahrelang gegen angebliche Privilegien beim Zivildienst protestiert - bei der Tagung am Donnerstag trat er aber vereint mit einem Exzivildiener und mit Rotkreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum für die Erhaltung des Zivildienstes auf.
Dieser hängt ja eng mit der Wehrpflicht zusammen, Kerschbaum warnte vor einer "drastischen Reduktion der Leistungen der Rettungsorganisationen", wenn der Zivildienst fällt: Allein beim Roten Kreuz würde es 140 Millionen Euro kosten, wenn Zivildiener durch Profis ersetzt würden. Mehr Geld ist aber weder für SPÖ noch für ÖVP ein Thema.(Conrad Seidl, DER STANDARD, 7.9.2012)
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Das Schweizer Pendant zur FPÖ heißt dort SVP. Und in eben dieser Partei ist Ueli Maurer. (Unter anderem gibt es dort einen Christoph Blocher)
Informieren sie doch bitte die Standardleser um wen es sich bei Ueli Maurer dem früheren Vorsitzenden der SVP wirklich handelt.
Das wäre ungefähr so, wie wenn die Schweizer den österreichischen Verteidigungsminister um seine Meinung fragen würden und dieser wäre ein Mischung zwischen Mölzer/Haider und würde von der FPÖ kommen.
Die Schweizer haben zwar mehr Probleme in der Armee, konnten aber von den Österreichern lernen.
Gripen statt Eurofighter und Superpuma anstatt Blackhawk.
PS:
Der Superpuma kann nicht nur im Marchfeld, sondern auch in Galtür, wenn es frisch geschneit hat landen.
Terroristen und so Zeugs herumschlagen.
Ich find das total fein. Einerseits.
Andererseits fürcht ich, die Leute könnten in diesem Land zu denken beginnen.
Die Horrorszenarien für einen Bedarf von 55.000 oder noch mehr(mit WP 65.000) Soldaten sind ja schon verrückt genug.
Vielleicht sollte der guten Frau Innenminister mal jemand sagen, dass die USA etwa 1.450.000* ständig aktive(!) Soldaten haben und sich defakto auch vor keinem Terroranschlag schützen können, da sich die ja zuvor dummer weise nicht anmelden...
*umgerechnet auf Österreich wären das 37.000
Ja, Sie sind der einzige den ich bisher gehört habe, der das unterscheidet(forum, reales leben, gegner/befürworter...im TV...Soldaten, Offiziere...Politiker aller farben).
Nicht ganz zu unrecht, wie ich meine-aber wenn man die Antwort(bzw frage) der SPÖ liest macht sie da ja auch einen Unterschied.
Auch nicht ganz zu unrecht, wie ich Ihnen und der SPÖ zugestehn muss-für den oben genannten theoretischen Fall(auch wenn die WP von mir aus auch komplett abgeschafft werden kann).
Ich bin überzeugt davon, dass wenn der SPÖ Vorschlag gewinnt, die WP analog zu D nur ausgesetzt wird.
Weil einerseits die Frage schon extra so gestellt wurde und andererseits unsre Politiker immer den Deutschen alles nachmachen(paar jahre später).
:-)
Welchen Wert hat in diesem Land eigentlich das Selbstbestimmungsrecht des Menschen?
Mit welchem Recht masst sich eine Mehrheit an, über die Lebenszeit einer Minderheit zu verfügen?
Der Staat ist weder eine Familie, noch eine Gemeinschaft, sondern nur eine Verwaltungszone.
Die jungen Menschen sollen lieber für einige Zeit ins Ausland gehen. Dort können sie andere Menschen kennen lernen und eine neue Sprache erwerben und einen wertvollen Beitrag zur Überwindung der Nationalstaaten leisten.
Weil jeder Bürger in dieser "Verwaltungszone" Rechte und Pflichten hat.
Man kann über vieles diskutieren, aber ein Staat kann nur funktionieren, wenn er von der Gesellschaft getragen wird, das ist mehr als Verwaltung. Genau deshalb haben wir auch so Probleme. Europa hat in weiten Teilen in der Gesellschaft massive Probleme. Daher können Politiker allzuoft ungestraft Lügen bzw müssen sogar massiv Lügen, um Wahlen zu gewinnen. Am besten sieht man das in den USA. Gegen 40% der Amis glauben bekanntlich, dass es Menschen erst seit ca 10.000 Jahren (Bibel) gibt...
............ steht nicht der Staat im Vordergrund, sondern der Mensch. Somit geht es um das Selbstbestimmungsrecht des Menschen als besonders schützenswertes Gut.
Das Volk ist weder ein Subjekt, noch ein Individuum und kann daher weder eine Meinung noch einen Willen haben und schon gar nicht über sich selbst bestimmen; dies können nur Einzelpersonen. Und niemand darf das Recht haben, über andere Menschen und deren Zeit Verfügungen zu treffen.
Und Pflichten gibt es natürlich, und zwar dann, wenn ein Mensch mit Unterschrift unter einen Vertrag zu etwas verpflichtet. Alle anderen "Pflichten" entbehren jedweder moralisch ethischen Legitimation.
es war eine wahlkampfveranstaltung, das hat man schon in den ersten minuten gemerkt. aber man muss sich dennoch die mühe machen, sich mit dem auseinanderzusetzen, was gesagt wurde:
Wahlkampftöne bei Wehrpflichtenquette
http://www.ceiberweiber.at/index.php... es&id=2503
Die hat auch schon gemeint, dass die Rettung ohne Zivildiener erst nach 30-40 Minuten kommen würde...
(Das wäre vielleicht im ländlichen Bereich der Fall, wenn Morgen plötzlich keine Zivildiener mehr zum Dienst kommen würde ohne dass jemand etwas davon weiß. Und selbst dann würde nach 1-2h der Rettungsdienst wieder stehen, da würden dann eben die Krankentransporte eingestellt.)
Frau Mikl-Leitner, ihnen glaub ich kein Wort mehr. Verarschen kann ich mich auch selbst.
dass sie wenig ahnung hat (so "kokett" kichernd, was manche der herren ja ganz nett findet) und u.a. behauptet, dass österreich mal über den NATO-beitritt abgestimmt und diesen abgelehnt hat. allerdings war sie etwas besser als die spö-abgeordnete lapp vorgstern bei atv (dazu gehört nicht viel, klar).
bericht siehe
Wahlkampftöne bei Wehrpflichtenquette
http://www.ceiberweiber.at/index.php... es&id=2503
Weil - im Verteidigungsfall oder - Gott bewahre - bei 'Terrorismus', dem Schreckensszenario für eh alles - gibt's ja auf einmal auch keine Polizei mehr die auf irgendwas aufpassen kann.
Und nein, eine Truppe 18 jähriger Grundwehrdiener die z.B. vor dem Forschungsreaktor in Heiligenstadt herumlungern der von internationalen Top-Terroristen die auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt aufgewachsen sind, gesprengt werden soll, trägt NICHTS zu meinem subjektiven Sicherheitsgefühl bei.
Bei Schirennen oder wenn in den Mair-Melnhof Forst mal wieder der Sturmwind einfährt sind Grundwehrdiener natürlich unverzichtbar. Wozu Leute bezahlen wenn das Vaterland Arbeitskräfte en gros frei Haus liefern kann.
nämlich ein szenario entworfen, dass unsere stromversorgung lahmgelegt wird - da brauchen wir dann grundwehrdiener, um die leute zu schützen und zu versorgen. sowas wäre aber ein cyberangriff - und den meinte er auch explizit -, und da geht es darum, dies zu verhindern. und das geht nur mit fixem personal und nicht mit grundwehrdienern oder miliz - da hat er das falsche beispiel ausgesucht.
Die GWDs könnten sich im Cyberwar vielleicht an der Counter-Strike oder Call of Duty Front nützlich machen.
IRL sind Grundwerhdiener und Milizionäre im Konfliktfall seit jeher die klassischen 'Meat Shields', aka Kanonenfutter. Hat mich immer gewundert, dass sich Leute freiwillig für so was melden.
das beispiel war eben recht ungünstig - und was das kanonenfutter betrifft, ist das dann zu befürchten, wenn das heer in eine interventionsarmee umgewandelt wird. in deutschland warnen kritiker - auch aus der eigenen erfahrung in afghanistan her -, dass durch computerspiele die rekruten einen komplett falschen eindruck bekommen, und erst zu spät checken, dass sie sich zur realität gemeldet haben....
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