Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Bob Mould: Nach einem Bad im Zaubertrank ist alles wieder gut.
Seine letzten beiden Alben waren nicht viel mehr als Classic Rock ohne Biss. Musik für Mittelklassewagenlenker mit Hüftgold, das unterm Band-T-Shirt über den Gürtel quillt. Damit sägte Bob Mould am eigenen Status, dem eines "Godfather of Punkrock". Erlangt hat er diese Zuschreibung mit seiner Band Hüsker Dü, mit der er in den 1980er-Jahren den Blueprint einer Musik schuf, mit der Bands wie Nirvana in den 1990ern Weltkarriere gemacht hatten. Darauf angesprochen, gibt sich der mittlerweile 51-Jährige zwar geschmeichelt, sagt aber, dass er nicht in der Früh in den Spiegel sehe, um einen "Godfather" zu erblicken. Außerdem sei er, wenn es so wäre, dann nur einer von mehreren, und eigentlich widerspräche derlei Nomenklatur dem Wesen des Punk grundsätzlich.
Selbst das Gesäge ist nun vorbei. Denn Bob Mould veröffentlicht das Album "Silver Age" und zeigt sich darauf in alter (Höchst)form. Er spielt im Trio so griffigen wie bissigen Powerrock mit lässigen Breaks und Melodien bei angezogener Geschwindigkeit. Gründe für diese Besinnung auf seine eigentliche Stärke gebe es drei, sagt er. Einmal die Beschäftigung mit der eben erfolgten Wiederauflage des Katalogs seiner zweiten Band Sugar. Ebenfalls ein Rabiattrio mit Pop-Appeal, war er damit in den 1990ern kommerziell erfolgreich. Sich mit den beiden Sugar-Alben neu zu beschäftigen sei ebenso Einfluss gewesen wie das Verfassen seiner Autobiografie "See a Little Light: The Trail of Rage and Melody". Für dieses Buch wendete er drei Jahre Zeit auf - eine Geduldsprüfung für einen Punkrocker, weshalb der Hunger nach einem schnell aus der Hüfte geschossenen Album stetig größer geworden sei. Und der dritte Grund sei die Freundschaft mit Dave Grohl. Mit dem früheren Nirvana-Drummer und jetzigen Chef der Foo Fighters sei in den letzten Jahren eine Freundschaft entstanden, der Mould es verdankt, vor und mit den Foo Fighters in großen Stadien der Welt zu spielen. Deren Energie habe die seine neu angestachelt.
Weiß man das, ist es "Silver Age" anzuhören. Mould klingt, als sei Obelix erneut in den Zaubertrank gefallen. Jetzt verspürt er den Drang, seine Römerhelm-Sammlung zu erweitern, und zwar pronto. Beim Pronto unterstützen ihn John Wurster am Schlagzeug und Jason Narducy am Bass, der unter Moulds flirrender und schneidender Gitarre ein Bett aus Melodien bereitet, die Wurster gen Himmel prügelt. Das entlädt sich herrlich ungestüm und rastlos - was zugleich das einzige Kritikpünktchen ist: dass Mould seinem Publikum keine Verschnaufpause gönnt, keiner Ballade Platz einräumt. Aber man kann nicht alles haben. Lieber keucht und schwitzt man mit ihm, als ihn weiter auf halber Kraft auf halbgaren Altherrenalben zu erleben.
Der wahrscheinlich beste Song hier ist "Briefest Moment", dessen Titel gleichzeitig Moulds Dringlichkeit auf den Punkt bringt. Darauf angesprochen, wirkt His Bobness zufrieden. "Silver Age" mag bedeuten, dass die Haare grau und weniger werden, das Vokabular von Bass, Gitarre und Schlagzeug funktioniere aber immer noch ausgezeichnet für ihn. Es gebe also keinen Grund für Selbstzweifel. Mit solchen habe er sich lange genug in seinem Leben herumgeschlagen, sie hätten ihm viele Jahre "bad vibes" beschert. Heute verschreibe er sich, so gut es ginge, den "good vibes". Weshalb er eine Frage nach dem Zustand des sogenannten Alternative Rock mit einer Handbewegung wegwischt. Das meiste sei nicht wert, darüber groß nachzudenken. Früher habe eine gute Band zehn Kopisten gehabt, heute 5.000. Gehe ihn nichts an.
Aber er hat leicht reden. Er spielt ja auch in seiner eigenen Liga. "Silver Age" belegt das deutlich. (Karl Fluch, Rondo, DER STANDARD, 7.9.2012)
Bob Mould: Silver Age (Merge Records)
Das ORF-Radio-Symphonieorchester-Wien bündelt auf 24 CDs 300 Jahre Musikgeschichte
Black Sabbath veröffentlichen "The Vinyl Collection: 1970-1978". Den Schlüssel zum Tor zur Hölle gibt's gratis dazu
Bryan Ferry lässt seine alten Songs von Jazzmusikern im Stile der 1920er-Jahre neu einspielen. Der Popstar als Kurator
Neue Alben von Crystal Castles, Graveyard und Breaking Lights
Die britischen Industrial-Music-Begründer Throbbing Gristle beenden ihre Karriere mit einem Nico-Tribut
Abenteuerlich, unberechenbar und gegen Zeitgeist-Anbiederung: Die gern als kultisch bezeichnete US-Band tritt erstmals in Österreich auf und stellt ihr neues Album "Unsound" vor
Von Gottesbeweisen und Wiedererscheinungen: Die Anhänger Lee Hazlewoods empfangen das neu edierte Album "A House Safe for Tigers" sowie die Singles-Box "You Turned My Head Around" - gepriesen sei der Herr!
Wolfgang Schlögl von den Sofa Surfers veröffentlicht nach "Paradies der Tiere" ein weiteres Projekt aus der Fauna, "Bee Pop"
The Karlbauers und ihr dicht-melancholisches Vinylprojekt "Fool's Island"
Das Hamburger Komiktrio Studio Braun schreibt mit der Mockumentary "Fraktus" die deutsche Musikgeschichte neu
Sie haben zwei Lieder. Eines ist zäh drückend, das andere schnell. 16 Jahre Pause haben das nicht geändert. Soundgarden haben sich reformiert und ein neues Album produziert
Neue Alben von Donald Fagen und Abel Tefsaye alias The Weeknd
Dan Penn und Spooner Oldham schrieben etliche Soul-Klassiker für andere Künstler. Nun veröffentlicht Penn die raren Originale, die er selbst gesungen hat
Der ehemalige Sixties-Teenagerschwarm von The Walker Brothers legt mit dem Album "Bish Bosch" sein bisher radikalstes avantgardistisches Statement vor
Der frühere Gitarrist von R.E.M. hat still und fast heimlich sein erstes Soloalbum bei Mississippi Records veröffentlicht
Das Led-Zeppelin-Reunionkonzert von 2007 ist jetzt als Album erschienen. Ein Himmel voller Stromgitarren, Blitz und Donner.
Die Beatles bitte. Einmal alles. Das Gesamtwerk der Fab Four als zehn Kilo schweres Box-Set auf Vinyl. Ein Erbteil der EMI
Das schwedische Duo Icona Pop mag nur ein gutes Lied im Gepäck haben. Dieses aber ist unwiderstehlich: "I love it!"
Ein neues Album von James Chance And Les Contortions und eine Remix-Revue von Björk
Spontan, dynamisch, rauschhaft: Der Holstuonarmusigbigbandclub stellt in Tirol und Vorarlberg seine neue CD vor
Wie viele Alben James Last produziert und verkauft hat, weiß er nicht. Es interessiert ihn auch nicht. Jetzt ist jedenfalls eines dazugekommen - das schon 1969 aufgenommene "America Album"
Neue Alben von Ernesty International, Staff Benada Bilili und Stubborn Heart
US-Komponistin Holly Herndon seziert auf ihrem Debütalbum "Movement" Minimal Techno mit Vokaleffekten
Neil Young und seine alte Begleitband Crazy Horse veröffentlichen mit "Psychedelic Pill" wieder einmal ein überbordendes musikalisches Meisterwerk
als progressiver popfather of punkrock gefeiert wird, während zB eine madonna (die im gleichen alter ist) von den medien dafür abgestraft wird, dass sie in ihrem alter(!)noch dance-musik macht.beide sind im gleichen alter-beide machen musik die "normalerweise" eher von jungen kommt.beim herrn mould, der obendrein auch noch um 20 jahre älter als die olle madonna ausschaut, ist das "voll geil".eine frau hingegen darf das natürlich nicht.
dass der se*xismus in unserer gesellschaft noch derart verbreitet ist,ist mir in letzter zeit gerade in diesem kontext extrem klargeworden.deshalb sage ich:kämpft weiter feministinnen,damit auch frauen die ausschauen wie ne omi beim frequency auftreten können ohne das sich daran jemand stört!
Seine neuen Lieder am Frequency haben schon Lust auf mehr gemacht, wirklich bitter, dass er nicht in der Arena gespielt hat, aber eigentlich verständlich, dass man mehr Leute auf einem Festival erwartet. Nach wie vor unverständlich, wie bei perfektem Wetter so wenig Leute da waren.
die Unverwechselbarkeit dieses großen Musikers anhand der neuen CD herauszuarbeiten. Abgesehen von seiner Hüsker Dü - Vergangenheit blieben vor allem die - ja! - Solo-Meisterwerke "Workbook", "Black Sheets Of Rain" und "Body of Song" in bester Erinnerung. Ich bedauere auch die Arena-Absage, hoffe aber auf ein Wiedersehen im Jahr 2013!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.