S&P hält weitere Banken-Hilfen für möglich

Daniela Rom
6. September 2012, 13:22
  • Fremdwährungskredite bleiben eine Achillesferse für Österreichs Banken. Auch wei
    foto: apa/julian stratenschulte

    Fremdwährungskredite bleiben eine Achillesferse für Österreichs Banken. Auch wei

Die Ratingagentur sieht den österreichischen Bankensektor positiv, Fremdwährungskredite bleiben die Achillesferse

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) bewertet den österreichischen Bankenmarkt in seinem Banking Industry Country Risk Assessment (BICRA) mit der zweitbesten Note. Die Bankensysteme von 88 Ländern werden dabei unter die Lupe genommen, nur zwei (die Schweiz und Kanada) erreichten die Bestnote. Bei einer Pressekonferenz in Wien erklärten die Analysten Anna Lozmann und Markus Schmaus von der Frankfurter Filiale des Ratingunternehmens, was sich hinter dem Akronym BICRA versteckt, und warum es kein Rating ist.

Mit BICRA bewertet Standard & Poor's lediglich ökonomische Risiken und jene Risikofaktoren, die in dem Bankensektor eines Landes schlagend werden. Aus dieser Bewertung ergibt sich eine Punktzahl, die als "Anker" später für das Bankenrating herangezogen wird. Seit November 2011 wird das BICRA einmal pro Monat adaptiert und veröffentlicht. In der jüngsten Expertise von S&P schneidet Österreich wieder gut ab, in Gesellschaft von Ländern wie Deutschland, Frankreich, Japan oder Schweden.

Ob noch weitere Staatshilfen für österreichische Banken nötig werden, darauf wollten sich die Analysten am Donnerstag nicht dezidiert festlegen. Jedenfalls geht Schmaus nicht davon aus, dass mögliche weitere Staatshilfen für die Hypo Alpe Adria negative Auswirkungen auf das Rating Österreichs haben würden, das Risiko weiterer benötigter Gelder sei schon berücksichtigt worden, meint Schmaus. Auch bei der KA Finanz könnten noch weitere Hilfen fällig werden: "Das ist eine Abbaubank, da können noch weitere Verluste anstehen, wo der Staat wieder helfen wird müssen", so Schmaus.

Österreichs Großbanken seien immer relativ schwach kapitalisiert. Auf der Kapitalseite seien zwar ein paar positive Änderungen passiert und die Banken hätten die regulatorischen Kapitalerfordernisse erfüllt, sie sollten sich aber einen stärkeren Kapitalpuffer zulegen, um Risiken abfangen zu können.

Fremdwährungskredite bleiben Achillesferse

Die Analystin Lozmann führt auf der positiven Seite der aktuellen Bewertung der österreichischen Bankenlandschaft die differenzierte und wettbewerbsfähige Wirtschaft in Österreich, die relativ geringen Risiken einer Korrektur bei Immobilien- oder Aktien-Preisen, sowie steigende private Bankeinlagen. Belastend für den heimischen Banksektor hingegen wirke sich die hohe Anzahl an Fremdwährungskrediten aus. Diese erhöhten das Kreditrisiko für die Banken immens. Die Überkapazität im Bankensystem führe außerdem dazu, dass die Profitabilität der einzelnen Banken relativ gering bleibe. 

Ins BICRA fließen unter anderem Daten zu wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit, Ungleichgewichten und dem Kreditrisiko einer Volkswirtschaft ein. Außerdem werden die Bankenaufsicht und die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Landes für den Bankensektor bewertet, genauso wie der Wettbewerb und das Einlage-Risiko. Für Österreich ergibt sich aus der Betrachtung dieser Kriterien eben die Note 2, die zweitbeste auf der Skala zwischen 1 und 10. Dabei wird jede Unterkategorie einzeln bewertet - je schlechter die Note je Kategorie ausfällt, desto höher die Punktzahl. Markus Schmaus von S&P betont, dass dabei mit einer exponentiellen Skala vorgegangen werde. Damit will man verhindern, dass das schlechte Abschneiden in einer Kategorie untergeht, wenn die übrigen Kriterien nicht so mies bewertet werden. "Das ist eine Lehre aus der Finanzkrise", so Schmaus. (rom, derStandard.at, 6.9.2012)

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17 Postings
BALD WIRD NICHT MEHR ZU HELFEN SEIN ...

Möglicher Morgan Stanley Mega-Crash könnte Analysten zu Folge vor der Tür stehen. Es geht um eine kolportierte Summe von zarten 7 Billionen US-Dollar.

Des weiteren gehen Analysten davon aus, dass eine Implosion von Morgan Stanley auch die Deutsche Bank und die französische Credit Agricole gefährden könnte, weil diese drei Banken besonders vernetzt sind.

Den Berichten zufolge hätten bereits zahlreiche altgediente Morgan Stanley Mitarbeiter ihre Aktien an der Bank verkauft und bereiten sich auf ein Leben nach MS vor.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/0... n-stanley/

Gratuliere den Banken!

Zuerst bluten sie die Kreditnehmer aus und dann noch die Staatskassen. Trotzdem gibts für die Manager noch Bonuszahlungen und Abfertigungen für jene, die einen Schuldenhaufen zurückgelassen haben. Hauptsache das "Lebewesen" Börse/Bank überlebt mit all den Spekulanten, welche eh nur das Geld verheizen, das anderen gehört. Bravo! Weiter so!
Ist die Politik da wirklich machtlos, oder verdienen die da auch noch mit?! Übelkeit verbreitet sich...

CHF-Kreditnehmer

Steigt aus - the party is over!

Ich halte weitere Banken-Hilfen langsam aber sicher für unmöglich

Die Banken haben die Staatsschulden bereits mehr als genug angehoben: http://goo.gl/JlWcD

12% des BIPs reichen!

Sie haben vollkommen recht.

Vor allem wenn sich diese Vermutungen als wahr herausstellen!

Möglicher Morgan Stanley Mega-Crash könnte Analysten zu Folge vor der Tür stehen. Es geht um eine kolportierte Summe von zarten 7 Billionen US-Dollar.

Des weiteren gehen Analysten davon aus, dass eine Implosion von Morgan Stanley auch die Deutsche Bank und die französische Credit Agricole gefährden könnte, weil diese drei Banken besonders vernetzt sind.

Den Berichten zufolge hätten bereits zahlreiche altgediente Morgan Stanley Mitarbeiter ihre Aktien an der Bank verkauft und bereiten sich auf ein Leben nach MS vor.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/0... n-stanley/

seh ich genauso.
das ist auch der hauptgrund dafür, daß ich den ESM ablehne.

Bin da ganz bei Ihnen

...nur wie sollten banken in die Insolven gehen?
Was passiert mit den Spareinlagen?
Was passiert mit Zahlungsverkerhrs abhängigen Kunden?

...eine Insolvenz mit "Vorab"-Ankündigung?

"liebe kunden es tut uns leid, mit 1. Oktober stellen wir unsere Geschäfte ein - Rette sich wer kann" Nene wirds nicht spielen!

So lange es leichter ist Geld zu drucken als die Risken einer Bankenpleite abzuschätten/zu verkraften (jetzt trotzdem vorwiedend rein volkswirtschafltich) wird das spielchen weiter gehn bis sich die Regeln ändern! ....aber das ist eine andere Baustelle...

na so wie das letzte mal halt, und das vorletzte mal, und die unzähligen male davor......am freitag wird verkündet, daß die banken am montag nicht mehr aufsperren - große überraschung allerseites, danach währungreform, bürgerenteignung, soziale unruhen, notstandsgesetze

...bürgeraufmarsch, öffentliche unruhen, tote

Argentinein bei nur einer Demonstration 28 tote!

mMn Banken retten, Euro retten, hin oder her - die politik versucht nur noch den sozialen frieden aufrecht zu erhalten so lange es noch möglich ist oder uns was einfällt LEBEN und GELD wieder zu entwirren ....ansonsten haben wir ihr szenario - aber da können sie von mir aus noch 100e Mrd€ den Banken nachwerfen wenn es unsere Menschlichkeit bewahrt

Ein "Rest-Risiko"...

... muss es für jedermann geben. Auch für den Anleger. Allein schon das Leben an sich ist ständig mit Risiko verbunden ;-)

frei nach dem Motto...

no RISKmanagement no FUNds

muss man zumindest abschätzen wie gefährlich etwas werden kann - soll heißen: Sie wissen wie gefährlich es sein kann über die Straße zu gehn, halten das Risiko für überschaubar und gehen über die Straße. Wie verhält sich dieses Gespür am Champs-Élysées zur Rush Hour... sie wissen worauf ich hinauswill!

Wenn etwas abzuschätzen ist, ist es auch gut dabei verlieren zu können - spekulation

mMn das Trilemma das sich auftut ist - die Einzelperson (Kunde)<> Bank <> Gesellschaft

Früher mal...

.. hat `ne "gute Bank" niedrigere Zinsen geboten, die "weniger sichere Bank" höhere Zinsen...
So einfach war das. Heute wirst von der Bank & durch die Bank mit 0,xy% und einem müden Grinsen abgespeist. So ändern sich die Zeiten ;-)

quatsch..

weil Sie vor 2007 wussten was eine "gute" Bank und was eine "weniger" gute Bank war! ...war bis dahin auch irrelevant - laut papier (eigenkapitalquote mal ausgenommen) standen alle Österreichischen Banken gut da.

Die Zinspolitik der Banken was die aussenkondition betraf war sehr einfach

-> EURIBOR -X% ist Sparkondition und EURIBOR +Y% ist Kreditkondition Geschäftspolitisch hatte man genügend Spielraum um den Markt zu pressieren wenn man Volumina steigern wollte.

da brauch ich kein Rechengenie zu sein um zu wissen das eine Marge für mich als Bank übrig bleibt ....aber dann viel der Euribor ins Bodenlose und die schönen Margen waren dahin

"S&P hält weitere Banken-Hilfen für möglich"

Echt? Ziemlich lächerliche Prognose.
Weitere Banken-Hilfen gibt es garantiert. Und zwar so lange, wie sich die Bevölkerung das gefallen lässt.

http://docs.banken-in-die-schranken.eu/Krisensic... rdnung.pdf

steigende private Bankeinlagen.

bitte um quelle zum statistischen material. danke.

Kann ich mir schon vorstellen, dass wir ziemlichen Zufluss aus den ClubMed Ländern haben.

(Österreicher dürften derzeit wohl eher abheben)

wow - captain obvious to the rescue - ein von banken geleitetes "geldkaufpreis-bestimmungsinstitut" hält weitere bankenrettung für möglich.

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