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Gegen Ende des Gesprächs bricht es doch noch aus Claudia Kottal (31) heraus: "Eigentlich bin ich auf serbische Nutten abonniert", sagt sie und erschrickt dann beinahe selbst über die Worte, die sie gerade gesagt hat. Sie, die Sätze bedächtig abwägt, um sie dann ruhig und mit einem Punkt am Ende in den Raum zu stellen, ist mit einem Mal etwas lauter geworden. "Im Theater und im Film gelte ich als Exot", schießt sie wie als Entschuldigung hinterher: der dunkle Teint, die schwarzen Haare, die vielen Locken.
Im italienischen Kino würde sie wohl als Sizilianerin besetzt werden, in unseren Breitengraden wird die Schauspielerin dagegen mit Vorliebe auf den Balkan verpflanzt - oder nach Wien-Ottakring wie in diesem Sommer. Die ORF-Serie "Cop Stories" dreht Kottal dort, soeben kommt sie von der Leseprobe für den dritten Drehdurchgang. Kottal spielt eine der Kripobeamtinnen, die gemeinsam mit einer Reihe von Streifenpolizisten die Fälle im Bezirk lösen sollen. Eine echte Wienerin - deren Wurzeln aber in Montenegro liegen. "Dort ist meine Inspektorin aufgewachsen, und das hat sie natürlich ganz schön hart gemacht." Sie hat einiges vom Krieg am Balkan mitgekriegt, in Wien hat sie sich viel auf der Straße herumgetrieben. "Ich bin aber eine der Guten", sagt Kottal und erklärt dann, wie man jemandem polizeigerecht die Handschellen anlegt. So einfach, wie das im Fernsehen aussieht, ist es nämlich nicht.
Die Polizei gab den Darstellern deshalb Privatstunden, Sprachübungen musste sie dagegen keine machen. "Mit Sprachen tu ich mir leicht", sagt die Schauspielerin und führt das darauf zurück, dass sie zweisprachig aufgewachsen ist. Serbisch war nicht dabei, dafür allerdings Deutsch und Polnisch. "Meine Mutter stammt aus Polen", erklärt sie, als Kind habe sie viel Zeit dort verbracht. Aufgewachsen ist Kottal allerdings in Fischamend in Niederösterreich - in einem Haushalt, in dem weder Theater noch Film groß Thema waren. Und auch nicht die Politik.
Für sie interessiert sich Kottal bis zum heutigen Tag nicht besonders. Dennoch war es justament ihre Parodie einer Politikerin, mit der Claudia Kottal als Schauspielerin so richtig bekannt wurde - und das von einem Tag auf den anderen. Als SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas triumphierte sie gemeinsam mit Nicholas Ofczarek, der Niko Pelinka parodierte, bei der Donnerstag-Late-Night-Show "Wir Staatskünstler". Eine Kabarettsendung, bei der der Witz meist auf halbem Weg liegen blieb, die von vielen aber vor allem wegen des einen Anrufs angesehen (oder auf Youtube angeklickt) wurde: jenes des Produzententrios Scheuba/Palfrader/Maurer beim lispelnden Niko Pelinka und der rabiaten Laura Rudas alias Ofczarek und Kottal.
"Als mich Florian Scheuba fragte, ob ich die Rolle übernehmen könne, dachte ich an einen kleinen Gag", erzählt die Schauspielerin. Der kleine Gag wurde allerdings Kult. "Es waren wohl auch die politischen Umstände, die die Parodie so erfolgreich machten", gibt sich Kottal bescheiden. Justament zu der Zeit, als das ganze Land über den Einfluss der Politik auf den ORF debattierte, lieferte der ORF die beste Parodie dazu - eine Punktlandung. Kottal wurde beinahe von jedem Medium in diesem Land interviewt, Laura Rudas ging irgendwann sogar mit ihr auf einen Kaffee. Eigentlich eine sehr nette Person, findet Kottal heute.
Später Ruhm, denn eigentlich ist Kottal in der Wiener Off-Theaterszene schon seit längerem ein bekanntes Gesicht. Seitdem sie vor nunmehr acht Jahren ihre Ausbildung am Konservatorium beendet hat, verdient sie sich auf den Brettern des Theaters Scala oder des Kosmos Theaters ihr täglich' Brot. Vier Stücke spiele sie durchschnittlich pro Jahr, wobei manche wie "Creeps" (Lutz Hübner) im Theater der Jugend auch schon einmal mehr als 80 Vorstellungen haben können. Ein hartes Leben, sagt Kottal, aber auch eines, das mächtig Spaß machen kann: "Man ist gezwungen, ständig aus sich herauszugehen." So einfach fällt das Kottal nicht. "Aber vielleicht ist es genau das, was mich als Schauspielerin reizt: Dinge machen zu müssen, vor denen ich eigentlich eine Scheu habe."
Das ist auch im Wald von Bad Vöslau so, wo sie an einem der letzten 35-Grad-Tage in diesem Sommer in der neuesten Herbstmode fotografiert wird. Mode ist nichts, womit Kottal besonders viel anzufangen wüsste. Die High Heels drücken, der Spitzenstoff zwickt. Trotzdem lässt sie sich kaum etwas anmerken. Sie gibt sich erotisch, sie gibt sich lasziv. Sie lächelt, als jemand den Namen Monica Bellucci fallenlässt. Endlich wird sie einmal gegen das Klischee besetzt. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 7.9.2012)
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Wenn das die Kolleginnen von DieStandars erstmal sehen! Da wird doch tatsächlich eine Frau gezeigt, die Figur betonte Kleidung trägt, man kann teilweiese sogar den Brustansatz sehen, ganz zu schweigen von dem lasziv geöffneten Mund!
Pfuigack! Sowas Sexistisches!
Eine reife Leistung, schließlich parodieren Rudas und Pelinka sich schon selber tagtäglich! ;-)
Copstories entpuppt sich möglicherweise als eine unglückliche Entscheidung... Der Bildschirm quillt doch förmlich über von Krimiserien aller Arten und Weisen. Diverse SOKOs, CSIs, Tatorte, etc.
Dasselbe könnte man über diese
Ärzte als Ermittler, Detektivteams mit Medizinern, usw. usf.
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