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Wolfgang Geier: "Obamerika - Berichte aus dem Land der unbegrenzten Gegensätze", Galila-Verlag 2012, 240 Seiten, 23,90 Euro
Auf der Suche nach einem Bild, das den derzeitigen Zustand der USA symbolisiert, brauchte Wolfgang Geier, ORF-Korrespondent in Washington, nur vor die Tür zu gehen. Da gibt es Stromleitungen auf wackligen Holzmasten, die schon bei einem Sommergewitter umknicken, und löchrige Fahrbahnen. Auch "Gehsteige entlang der bestbesuchten Einkaufsstraßen sind in Washington holpriger als Tiroler Gebirgswanderwege," schreibt der 1966 in Kufstein geborene Autor. In der soeben angelaufenen "heißen Phase" des US-Wahlkampfs liefert sein Buch eine brauchbare Orientierung.
Mit dem europäischen Verständnis eines funktionierenden Sozialstaats im Gepäck, beschreibt Geier das Bildungs- und das Gesundheitssystem der USA als unterfinanzierte Dauer-Baustellen. Umso überraschender ist die Reaktion vieler von ihm angesprochener US-Bürger, die die von Präsident Barack Obama angepeilte umfassende Krankenversicherung ablehnen, obwohl eine langwierige Spitalsbehandlung den persönlichen Ruin bedeuten kann. Jeder solle sich um seine eigene Versicherung kümmern und nicht gezwungen werden, Faulenzer zu finanzieren, so bekam Geier zu hören. Und selbst arme Afroamerikanerinnen meinten, der Präsident solle lieber Arbeitsplätze schaffen.
Zu Beginn seiner Amtszeit 2009 konnte der damals als Visionär bejubelte Obama noch 700 Milliarden Dollar zur Ankurbelung der Wirtschaft durchsetzen, die aber offenbar nicht ausreichten und nach Meinung der Republikaner "wirkungslos verpufften".
Die Ursachen der folgenschweren Finanzkrise, deren Entstehung Geier gut verständlich beschreibt, gehen für den Autor auch auf "das Zurückfahren der staatlichen Aufsicht" zurück, das die nun Obama verdammenden Republikaner begannen.
Laut Papierform müsste der erste afroamerikanische US-Präsident seine Wiederwahl wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit verpassen, meint der Autor. Allerdings sei auch Herausforderer Mitt Romney bei Republikanern so beliebt wie Gemüse auf dem Teller von Kindern. (Erhard Stackl, DER STANDARD, 6.9.2012)
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Nach langem (Vor-)Wahlkampf gestand der Republikaner am Dienstag seine Niederlage ein und forderte alle Parteigänger zur Zusammenarbeit im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika auf. Für den neuen, alten Führer Obama wollte er beten.
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Im Senat kann sich Präsident Obama nun zwar auf eine etwas breitere demokratische Mehrheit stützen, das Repräsentantenhaus verteidigten die Republikaner allerdings recht deutlich. Enttäuschungen gab es für einige Kandidaten der konservativen Tea Party.
Die interaktive Zeitleiste von derStandard.at zeigt die markantesten Punkte in Barack Obamas Biografie
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