Post-Pensionen kommen den Steuerzahler teuer

  • Künftig sind die Briefträger der Post mit der Stechuhr unterwegs und 
können sogar via Satellit überwacht werden.
    foto: apa/schneider harald

    Künftig sind die Briefträger der Post mit der Stechuhr unterwegs und können sogar via Satellit überwacht werden.

Die neu ausgehandelte Briefträger-Arbeitszeit erhöht die Pensionen der Postbeamten

Wien - Die Post mit ihrem neuen Arbeitszeitmodell bringt allen was: Den rund 9.000 Briefträgern eine pauschalierte Abgeltung ihrer aus Zulagen und Nebengebühren bestehenden Bezugsquellen. Und dem Steuerzahler höhere Pensionsaufwendungen für gut 4.500 beamtete Briefzusteller.

Der Grund: Die neu kreierte "Dienstzulage", auf die sich Post-Chef Georg Pölzl und Zentralausschussvorsitzender Helmut Köstinger nach zehn Monaten zähen Ringens am Dienstagabend verständigt haben, wirkt "ruhegenussfähig". Heißt: Die Dienstzulage - im Dienst- und Besoldungsschema der rund 4500 Postbeamten trägt sie das Kürzel PT8a - erhöht die künftigen Pensionen tausender Postbediensteten.

Prämiendschungel gerodet

Im Gegenzug wird der über die Jahre gepflegte Wildwuchs anachronistisch wirkender Nebengebühren gestrichen. Die Abrechnung von Infopostprämie, Kataloggeld, Pflege- oder Reinigungszeiten für Kraftfahrzeuge entfällt ab 2013 ebenso wie die Betriebssonderzulage in Höhe von 88 Euro, regionale Unterschiede in der Entlohnung oder bezahlte Pausen und Überstundenvorauszahlungen. Es wird nur mehr die tatsächlich geleistete Ist-Arbeitszeit abgegolten, wie vom Gesetzgeber vorgesehen, erläutert Post-Sprecher Michael Homola. Um Auftragsspitzen abzufedern, gibt es Überstundenzuschläge erst ab 150 Stunden pro Jahr. Und, besonders umstritten: Bei begründetem Missbrauchsverdacht können Arbeitszeit und -wege maximal drei Monate lang via Ortungssystem GPS überwacht werden.

Für Beamte heißt das: 216 Euro pro Monat Dienstzulage PT8a 14 mal im Jahr. Bei Vertragsbediensteten ist es komplizierter, sie sollten im Schnitt 250 Euro pro Monat herausbekommen, die sich aus 88,98 Euro Dienstzulage (14-mal) plus - je nach Einkommen und Dauer der Betriebszugehörigkeit - 88,83 Euro pro Monat zwölfmal im Jahr zusammensetzen.

Was die neue Pauschalierung für die Personalkostentangente des gelben Riesen bedeutet? Das verrät die teilstaatliche Post nicht. Man gehe davon aus, dass das kostenneutral sein werde, heißt es.

Dass die Kosten in Form künftiger höherer Pensionen auf den Staat abgewälzt würden, lässt der teilstaatliche Betrieb ebenso wenig gelten wie Betriebsratschef Köstinger. Pensionsbegründend seien gewisse Zulagen schon bisher gewesen, und die neue Dienstzulage sei ja sozialversicherungspflichtig. "Bis das beim Bund schlagend wird, vergehen Jahre." (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 6.9.2012)

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Warum? Konnte die Wirtschaftspartei övp nicht rechnen bei der Privatisierung? Ja die övp/fpö-bzö Regierung! Noch schlimmer sind aber die,die diese Herrn gewählt haben!

Die Abrechnung von Infopostprämie wird eingestellt. danke, dann wird unser stiegenhaus in zukunft nicht mehr mit nicht ins kasterl geworfenen (weil mit kleber "flugblattverzichter bis 2013 versehen) werbesendungen der post zugemüllt. unglaublich eigentlich...

gps fußfesseln für die briefträger?

unnötig

ich verstehe den hier geschürten neid nicht. ich möchte mit keinem postler tauschen. die zeiten wo das ein halbtagsjob war, sind sicher vorbei.

und es ist jeder herzlich eingeladen sich mal die gehaltsschemata anzusehen, die findet man sicher im internet. reich wird man damit nicht, kein wunder dass die fluktuation bei neuen postlern so hoch ist.

abgesehen davon gilt es für jede gehaltserhöhung, dass das pensionswirksam ist, solange man nicht über die asvg höchstpension kommt.

"Bis das beim Bund schlagend wird, vergehen Jahre."

Ja, eben! Und nachdem diese Jahre vergangen sind, blecht das die Allgemeinheit ("Bund"). Schon kapiert.

Wurde der Artikel von deinem Gast-Schreiber der "Österreich" geschrieben..?

Alle mir bekannten Postler verdienen mit der neuen Regelung weniger als jetzt - Fr. Ungerboeck, wenn sie darauf wirklich neidisch sind, gehns bitte zur Post zustellen... dann habens später auch eine dieser unglaublich hohen (und mit der neuen Regelung noch höheren) Briefträger-Pension...

Obwohl ein schöner Dativ ja immer Freude bereitet, finde ich doch,

dass die Post-Pensionen *deN* Steuerzahler teuer kommen.

VerfasserIn der headline hat zweifellos in Wien "Deutsch" gelernt.

Oh... danke für die Korrektur ;)

Dativ wäre aber ebenfalls richtig gewesen, wie der Duden zu berichten weiß:

http://www.duden.de/suchen/du... hen+kommen

Und angeblich empfiehlt das Österreichische Wörterbuch sogar den Dativ, während in Deutschland der Akkusativ weitaus geläufiger sein soll.

Also erst informieren, dann kritisieren!

Oder auch:
Wenn schon Klugschei.en, dann aber richtig!

Nichts für ungut! Es ist ja höchst begrüßenswert, wenn zumindest ein paar Leute - hier im Forum, aber auch im Allgemeinen - doch noch Wert auf korrekte Grammatik legen.
;)

Kann ich mir nicht vorstellen, dass der Dativ hier richtig ist.

Am einfachsten ist da immer die "wem-wen" Frage.

Wem kostet es etwas? Wohl kaum.
Wen kostet es etwas: natürlich!

Ihr Vorstellungsvermögen in Ehren, ...

bloß widersprechen dem sowohl der Duden als auch das Österreichische Wörterbuch.

Gerade weil sich viele so manches nicht vorstellen können, gibt es diese beiden Werke schließlich.

Vielleicht sollten Sie's auf zweierlei Weise nehmen:
a) Sie haben etwas gelernt.
b) Man sollte im Zweifelsfall im Regelwerk nachlesen, bevor man andere öffentlich eines Fehlers zeiht.

Abgesehen davon hätte die Autorin des Artikels nach Ihrer Kritik Letzteres ebenfalls tun können. Schließlich hatte _sie_ ihr Gefühl nicht getrogen...

Und wenn wir schon beim Klugschei.en sind:

Die Frage "wem oder wen" zu stellen, ist natürlich die richtige Herangehensweise. Allerdings haben Sie sich die falsche Frage gestellt.

Die richtige würde ja nicht lauten, wen was wie viel kostet (was natürlich den Akkusativ verlangt), sondern wem oder wen etwas teuer (zu stehen) kommt.

Und da würde ich als Österreicher im Allgemeinen und Wiener im Speziellen gefühlsmäßig auch eher auf "wem" als auf "wen" setzen.

Womit das Österreichische Wörterbuch Recht hätte...

Ich sagte ja, ein "schöner Dativ" passt immer ;)

Speziell - wie Sie richtig ausführen - im Wien des Schneckerl Prohaska und des Hansi Krankl. In ebendiesem Wien nimmt man sich ja auch "einem Problem" an...

Gut möglich, dass der aktuelle Duden sich *dieser* spezifisch ostösterreichischen Sprachstörungen angenommen hat.

Was mich anbelangt: Ich sage weiterhin, "das kommt *dich* teuer zu stehen", nicht "das kommt *dir* teuer zu stehen".
Stelle aber nicht in Abrede, dass Sie recht haben könnten, vielleicht heißts in Wien demnächst auch "Schäm dir"...
Die zehennägelaufringelnde Floskel "das getraue ich *mir* nicht" ist in Wien eh schon beste Praxis.

Die Mode macht ja vieles möglich: zur politischen Inferiorität gesellt sich halt auch noch die sprachliche, im "schönen" Zwetschkistan.

Bis das beim Bund schlagend wird, vergehen Jahre

Da haben also 2 was ausverhandelt dass der Bund dann zahlen muss - gehts noch?

Zu dem Artikel fällt mir nichts mehr ein:

http://derstandard.at/127137754... gezeichnet

Die Jugend wird es euch noch danken!
Auch den Öbb'lern!

Wenn schon, dann solltest alle in einem Rutsch erwähnen.

Günstlinge der ÖVP/SPÖ, das sind dann generell alle Beamten egal wo sie untergekommen sind (Magistrat, BH, ÖBB, Post, Energieversorger etc.).

Wer als ASVGler den Zirkus nicht bezahlen will muss halt selbst seine eigene Balance aus Leistung und Ertrag finden.

Ich muss mich doch sehr wundern Frau Ungerboeck

So wie ich das verstanden habe, werden aus "Zulagen und Nebengebühren" eine jetzt SV-pflichtige Pauschale.

Das heißt die Postler zahlen jetzt mehr in die SV ein und haben später (wenn es bis dorthin noch wahr ist) einen höheren Pensionsanspruch.
Also so wie bei jedem anderen auch, der zB eine Gehaltserhöhung bekommt.

Und daraus wird dann ein "Post-Pensionen kommen dem Steuerzahler teuer", sind die Postler die jetzt höhere SV-Beiträge leisten etwa keine Steuerzahler?
Tragen diese Postler durch die gestiegenen SV-Beiträge nicht mehr zum Pensionssystem bei als vorher?

(Und sowas wird tatsächlich im Standard gedruckt...)

Nicht Neid schüren!

Also so eine blöde Überschrift habe ich schon lange nicht mehr im Standard gelesen. Damit wird nur Neid auf eine Berufsgruppe geschnürt und ist nicht akzeptabel!
Liest man nämlich den Artikel, so stellt sich schnell heraus, dass ja auch etwas gestrichen wird und es auch Überwachungsmöglichkeiten für das Unternehmen gibt. Und, damit die Zulage pensionswirksam wird, müssen ja auch Sozialversicherungsabgaben bezahlt werden. Also, kein Geschenk sondern eine Neugestaltung im Entgeltsystem!
Liebe Standard-Redaktion, habts euch schon einmal genauer mit den Löhnen im Postbereich befasst und vor allem, was die ZustellerInnen bei jedem Wetter leisten müssen, damit ihr eure Zetteln im Briefkasten vorfindets??

So einen reißerischen ...

... und einseitigen Unsinn hätte ich nicht einmal bei den K(r)ampfmedien der "EFFen" erwartet - so etwas im Standard zu fonden ist ein Schlag ins Gesicht!

als nicht-postler nehme ich an, dass auch bisher für die zulagen pensionsbeiträge gezahlt wurden (no na, wenn sie sv-pflichtig sind).

Wurdens eh, das Problem bei den Beamten ist, dass die mit Letztbezug in Pension gehen. Sprich, wenn jemand eine Zulage nur die letzten 6 Monate erhalten hat, dann ging er so in Pension wie wenn er die Zulagen ein Leben lang eingezahlt hätte. Hat er aber nicht, deswegen saugen die Beamten ca. 4x soviel aus dem System raus wie sie eingezahlt haben.

Anders gesprochen: Österreich braucht 2 Millionen ASVGler (APG-Pension) um den Rest zu erhalten.

haben aber schon die durchrechnung, meines wissens.

wobei man differieren müsste, die fleissigen beamten erhalten die frühpensionierten marathon-läufer am leben.... das ist das soziale system in ö.

oft sind die arbeitnehmer kränker als die aus gesundheitlichen gründen pensionierten glückskinder....

(natürlich nicht alle,manche sind wirklich krank.....)

Beamte haben keinen Durchrechnungszeitraum, die gehen mit Letztbezug in Pension. Deswegen werden ja sehr viele 1 Jahr vor der Pensionierung noch zum Abteilungsleiter befördert. Habe selbst einige in der Verwandtschaft, bei denen das so lief.

Durchschnittsgehalt bis zur Pension: ca. € 1.500; Pension: € 3.500,-

überschrift: der dativ ist dem akkusativ sein tod.

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