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Wäre Barack Obama ein Basketballcoach, würde er den Stand des Duells ums Weiße Haus vielleicht mit folgenden Sätzen beschreiben. "Wir sind im vierten Viertel. Noch liegen wir um ein paar Punkte vorn, aber die andere Mannschaft holt auf, und manchmal spielt sie ein wenig grob. Einige von uns sind angeschlagen, aber ich glaube, sie werden das Letzte aus sich herausholen. Auf geht's, es sind nur noch sieben Minuten."
Nun, Obama ist Basketballcoach, samstags, wenn er die Schulmannschaft seiner jüngeren Tochter Sasha trainiert. Und die oben zitierten Sätze stammen tatsächlich von ihm. Mit ihnen hat er neulich vor Spendern den Ernst der Lage umrissen, die Aufholjagd Mitt Romneys in den Umfragen, die finanzielle Überlegenheit republikanischer Sponsoren, das erloschene Feuer der Begeisterung in den eigenen Reihen.
Wenn man so will, ruft er seine Partei auf dem Nominierungskongress in Charlotte zu einer Auszeit an den Spielfeldrand, um die Mannschaft einzustimmen auf die härteste Phase der Partie, die zwei verbleibenden Monate bis zum Votum am 6. November. Am Donnerstag muss er im Bank of America Stadium, der Football-Arena der Carolina Panthers, die beste Motivationsrede seiner Laufbahn halten. In Denver, wo er vor vier Jahren feierlich zum Kandidaten gekürt wurde, ebenfalls in einem Stadion, hatte er vor einer bombastischen Kulisse aus scheinantiken Säulen gesprochen. Diesmal dürfte die Optik bescheidener ausfallen, nicht nur, weil Romney bereits spottete, die Architektur griechischer Tempel passe sehr gut zum Schuldenmacher Obama.
Euphorischer Jubel, das Markenzeichen von Denver, würde in Charlotte unpassend wirken. Der Teig der Hoffnung, sagen Strategen, geht nicht zweimal auf. Statt Aufbruchsstimmung zu schüren, muss Obama um Geduld bitten. Er muss eine Mehrheit der Amerikaner davon überzeugen, dass ihr Land noch tiefer in die Krise gerutscht wäre, hätte seine Regierung nicht ein 787 Milliarden Dollar teures Konjunkturpaket geschnürt. Dass es dauert auf dem Weg zurück nach oben, aber dass sein Weg der richtige ist. Es gibt drei Millionen mehr Arbeitslose als Ende 2008, der Staatsschuldenberg ist um fünf Billionen Dollar angewachsen, das durchschnittliche Haushaltseinkommen hat sich um fünf Prozent verringert.
Als er seinen Amtseid leistete, befand sich die Wirtschaft im freien Fall. Allein im Jänner 2009 gingen 800.000 Jobs verloren, ein Tempo, das an die Große Depression mit ihrer Massenarbeitslosigkeit denken ließ. Die Immobilienpreisblase war geplatzt, mit Lehman Brothers einer der Riesen der Wall Street kollabiert, Chrysler und General Motors steuerten in Detroit auf die Pleite zu.
Detroit, für Obamas Team ist es ein Name voller Symbolik. Steuergelder bewahrten die Autofabriken vor dem Ruin, eine der wenigen Erfolgsgeschichten in vier schweren Amtsjahren. Kaum zufällig ist es ein Geistlicher aus Detroit, ein Bischof der griechisch-orthodoxen Kirche, der im neonblauen Ambiente der Time Warner Cable Arena jenes Eröffnungsgebet spricht, das zu amerikanischen Parteitagen gehört wie die rot-weiß-blauen Luftballons. Detroit, es ist die Chiffre für den handelnden Staat, für langen Atem. Romney hatte empfohlen, die maroden Firmen bankrottgehen zu lassen. Obama sah es anders.
Nur überzeugt es die Wähler nicht, wenn ihr Staatschef sagt, es hätte alles noch schlimmer kommen können, hätte sein Kabinett nicht gegengesteuert. Es klingt zu hypothetisch. Dass das Weiße Haus auf die Totalopposition der Republikaner verweist, trifft zwar einen neuralgischen Punkt. Aber es lässt auch zu sehr an einen Blick in den Rückspiegel denken. Shannon Love zum Beispiel interessiert viel mehr, was der Präsident für die Zukunft anbietet.
Shannon Love, 25, gerade mit dem Studium der Politikwissenschaften fertig geworden, 20.000 Dollar Kreditschulden und keine Aussicht auf einen ordentlich bezahlten Job. 2008 hat sie sich freiwillig gemeldet, um für Obama Flugblätter zu verteilen. 2012 spricht sie resigniert von der Apathie ihrer Generation. "Damals träumten wir von Utopia. Wandel, alles wird sofort besser, vereint packen wir es. Aber dann wachst du auf, es gibt immer noch Demokraten und Republikaner, und beide verstehen einander nicht." Die Lethargie der Jungen, Jay Leno, der Late-Night-Talker, hat sie zugespitzt: "Ist ja klar, dass sich Obama auf die Erstwähler konzentriert. Wer zum zweiten Mal wählt, den lässt er inzwischen kalt."
Nur zeigt allein die Optik des Parteikongresses, dass es viel zu früh und auf alle Fälle falsch wäre, den Entzauberten bereits abzuschreiben. In Tampa, bei den Republikanern, hatten weiße Gesichter die Szenerie geprägt. In Charlotte sind die Vereinigten Staaten von Amerika versammelt, Weiße, Schwarze und Latinos, deutlich mehr Studenten und deutlich mehr Frauen. "Fired up - ready to grill", steht auf Barbecue-Schürzen, die zu den Rennern der Souvenirläden im Kongresskeller zählen. Das Feuer von 2008, soll der Spruch signalisieren, wird noch einmal entfacht. Einstweilen klingt es nach Wunschdenken. (Frank Herrmann, DER STANDARD, 6.9.2012)
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Nach langem (Vor-)Wahlkampf gestand der Republikaner am Dienstag seine Niederlage ein und forderte alle Parteigänger zur Zusammenarbeit im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika auf. Für den neuen, alten Führer Obama wollte er beten.
Barack Obama ist der erste schwarze Präsident im Weißen Haus. In den ersten vier Jahren seiner Amtszeit hat sich für die benachteiligten Afroamerikaner aber kaum etwas geändert. Trotzdem haben sie ihn wieder mit großer Mehrheit gewählt
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Im Senat kann sich Präsident Obama nun zwar auf eine etwas breitere demokratische Mehrheit stützen, das Repräsentantenhaus verteidigten die Republikaner allerdings recht deutlich. Enttäuschungen gab es für einige Kandidaten der konservativen Tea Party.
Die interaktive Zeitleiste von derStandard.at zeigt die markantesten Punkte in Barack Obamas Biografie
Drei von vier Wählern sind weiße Amerikaner - Früher waren es mehr als 90 Prozent - Die Republikaner brauchen eine neue Strategie
Von Anfang an war Mitt Romney nur eine Verlegenheitslösung, die Niederlage war absehbar
Liveticker-Nachlese: Mit Obamas Sieg in Ohio war die Niederlage Romneys besiegelt - Das Rennen in Florida ist zwar noch nicht entscheiden, tut aber nichts mehr zur Sache - Romney gestand Niederlage ein
Obamas Sieg könnte richtungsweisend für die Zukunft der Republikaner sein
Nach dem Sieg Barack Obamas bei der Präsidentenwahl herrschte in den USA vielerorts ausgelassene Partystimmung - Eindrücke eines langen Wahlabends
Wer hat wen gewählt? Welche Macht hat der Präsident? Wie funktioniert das politische System der USA?
Wenn irgendjemand von den politischen Weltregenten es schaffen kann, das ökologische, humane Bewusstsein auf andere Bahnen zu bringen, dann Obama. Ich schließe mich an, ... in vier Jahren bei sehr heftigem Gegenwind, eine andere Richtung einzuschlagen, ist unmöglich. Es ist schon ein Erfolg, sie anzudeuten. Ein wirklich großer Präsident müsste die Bevölkerung motivieren können, die wirklichen "Weltbosse", Banken und Energiekonzerne, links liegen zu lassen und rigoros die "Free energie" zu unterstützen.
sind einfach verdammt kurz um ein Land aus dem wirtschaftlichen Morast den die Republikaner hinterlassen heraus zu holen. Obwohl Obama 1/3 von dem was er versprochen letztendlich umgesetzt hat, ist seine Leistung doch beachtlich. Ich hoffe, dass er die Wahl gewinnt um die restlichen 2/3 durchzuboxen.
sorry, aber wenn dieses amt auch nur annähernd die macht hätte etwas zu verändern würd ein tag reichen um die bude auf kurs zu bringen - hat es aber nicht, es ist eine reine grüßaugust bzw. schauspieltätigkeit ohne relevanz für politische entscheidungen, die ganz wo anders getroffen werden.
das einzig worauf ein amerikanischer präsident achten muss ist sich ja nicht in die politik einzumischen, ansonsten: kennedy, lincoln, garfield, mckinley......
"In Denver, wo er vor vier Jahren feierlich zum Kandidaten gekürt wurde, ebenfalls in einem Stadion, hatte er vor einer bombastischen Kulisse aus scheinantiken Säulen gesprochen. Diesmal dürfte die Optik bescheidener ausfallen, nicht nur, weil Romney bereits spottete, die Architektur griechischer Tempel passe sehr gut zum Schuldenmacher Obama."
Es wird dieses Mal noch bescheidener ausfallen, denn Obamas Team hat gerade bekanntgegeben, dass die Ansprache Obamas vom Stadium in die kleinere Convention-Halle verlegt wird. Wegen aufziehendem Gewittersturm morgen Abend über Charlotte.
http://www.nytimes.com/2012/09/0... hreat.html
"Wegen aufziehendem Gewittersturm morgen Abend über Charlotte."
Laut lokalem Wetterbericht 30% Chance auf Regen, angeblich sogar das beste Wetter der ganzen Woche. Außerdem: was wäre für die Inszenierung besser gewesen als ein Obama der dem Wetter trotzt und dessen Anhänger trotz Regens begeistert seinen Worten lauschen?
Das läßt doch stark vermuten, daß man das "Lord Voldemort Stadium" nicht zur Gänze füllen konnte und sich einen erneuten "empty chair day" ersparen wollte.
Egal. Der Umzug hat mMn bis auf spöttische Kommentare - v.a. wenn's am Donnerstag wirklich relativ schön ist - mehrheitlich Vorteile, der ursprüngliche Plan war eher eine Schnapsidee...
Das ist doch absolut lächerlich, diese ständige Mythen um Herrn Obamas Reden. Herr Herrmann soll mir mal eine Rede Obamas nennen, die wirklich etwas substanziell bewegt hat.
Präsident Obama ist von der Mehrheit der US-Bürger gewählt worden um die US-Wirtschaft aus der Krise zu führen und wieder flott zu bekommen. Das hat er nur in geringem Umfange geschafft und deswegen wird er konsequenterweise am 6. November von der Mehrheit der Wähler die "Rote Karte" gezeigt bekommen. Daran werden noch so viele Reden und Showinszenierungen Obamas nichts mehr ändern.
Man muss ja auch sehen, dass Obama überhaupt nur deshalb noch nicht abgeschlagen im Rennen liegt, weil die meisten Medien und Journalisten immer noch ihre schützende Hand über ihn halten.
Die Fernsehratings beider Conventions sind dramatisch abgesackt. Das liegt mMn v.a. daran, daß der Wahlkampf gefühlsmäßig schon sehr lange dauert, die Fronten auch ziemlich festgefahren sind.
Deshalb wird's auch nur geringe Verschiebungen geben und mMn wird in drei Wochen so gut wie alles vergessen sein - bis auf Clint Eastwoods Auftritt. Der war zwar ziemlich schräg, dafür wird der aber in Erinnerung bleiben.
Natürlich gab es einen Hype und eine Euphorie und natürlich war es damals etwas besonderes. Der erste schwarze Präsident. Jemand der in seinen Reden schlüssig argumentiert und Dinge sagt die man gut nachvollziehen kann. Speziell nach dem Dolm der acht Jahre davor im Weißen Haus saß.
Klar, viele hätten sich wahrscheinlich mehr erhofft, aber es hat doch (vielleicht mit Ausnahme einer kleinen Minderheit) keiner gedacht, dass er jetzt alles zum Besseren wendet. Ohne dieses künstliche Großschreiben war Obama objektiv gesehen ein legislativ eher erfolgreicher Präsident im Vergleich mit seinen Vorgängern und wenn man die Probleme und Opposition sieht, die er zu begegnen hatte. Aber das wäre dann ja kein so spannender Artikel, gell?
Wird ihn jetzt unter sich begraben.
Er wusste ganz genau, dass er praktisch nix von den Maerchen, die er den Leuten so mitreissend erzaehlt hat, einhalten koennen wuerde. Das faellt ihm halt jetzt auf den Kopf
Hoppauf Mitt
welche lügen? - wie wär's mit 3-5 beispielen (damit
man sich die 'welle' vorstellen kann)!
das wichste, die gesundheitsreform, hat er - im gegensatz zu all seinen demokr. vorgängern, durchgebracht. aber halt nicht alles. klar. der US-präsident ist ja kein gott, der á la "fiat lux" handeln kann...!!
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