Miese Daten für den Präsidenten

Christoph Prantner, 5. September 2012, 18:22

Mit Ausnahme der Autoindustrie sind derzeit kaum positive US-Wirtschaftszahlen zu vermelden. Die für den Präsidenten bedrohlichsten Daten werden am Freitag veröffentlicht: Im August wurden nur wenige Jobs geschaffen, die Arbeitslosenrate bleibt hoch.

Unvollständig", das ist das Wort, auf das sich die Republikaner stürzen. Denn so hat US-Präsident Barack Obama seine wirtschaftliche Bilanz jüngst in einem TV-Interview bezeichnet. "Nach vier Jahren Präsidentschaft unvollständig?", fragte der republikanische Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan beinahe hämisch. Obama bitte die Menschen um Geduld, dabei sollte das Land sich viel schneller erholen, Arbeitsplätze entstehen.

"It's the economy, stupid", jene wahlentscheidende Einschätzung aus Bill Clintons erster Präsidentschaftsbewerbung 1992 gilt auch für seinen Nachnachfolger Obama. Und gemäß dieses Maßstabs ergeben die neuesten Daten ein düsteres Bild für den Präsidenten.

Akkurat zu Beginn des Parteitages wurde bekannt, dass die Staatsverschuldung der USA die Marke von 16 Billionen Dollar überstiegen hat. Dabei hatte Obama vor vier Jahren versprochen, die Staatsschuld bis 2012 zu halbieren. Eine Ansage, an die ihn die fiskalkonservativen Republikaner nun nur zu gerne erinnern.

Dazu kommen enttäuschende Konjunkturdaten der vergangenen Tage: Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA sank im August überraschend von 49,8 im Juli auf 49,6 Punkte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf die Schwelle von 50 Punkten gerechnet, ab der Wachstum signalisiert wird. Es war der dritte Rückgang in Folge. Auch die Bauausgaben fielen um 0,9 Prozent.

Einziger Lichtblick derzeit: Die Autoverkaufszahlen im August legten deutlich zu, übers Jahr gerechnet, erwarten Analysten eine Neuwagenverkaufszahl von etwa 14,5 Millionen Autos - das sind rund zwei Millionen mehr als 2011. Davon profitieren auch die US-Hersteller - unterproportional, aber immerhin.

Besonderes Gefahrenpotenzial für Obama haben aber die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten für August. Die Arbeitgeber dürften im August 125.000 Jobs neu geschaffen haben. Im Juli waren es noch 163.000 Stellen. Das Wachstum ist zu wenig, um die für die USA ungewöhnlich hohe Arbeitslosenrate von 8,3 Prozent signifikant abzusenken. Laut US-Notenbank Fed würde es ein Wirtschaftswachstum von mindestens 2,5 Prozent brauchen, um die Arbeitslosenzahlen nach unten zu bringen, im ersten Halbjahr lag die US-Wirtschaftswachstumsrate bei 1,8 Prozent.

Insbesondere die Arbeitsmarktberichte greifen Obamas Glaubwürdigkeit als Wirtschaftspolitiker an. In Umfragen liegt er bei diesem Punkt weit hinter seinem Gegner Mitt Romney. (Christoph Prantner, DER STANDARD, 6.9.2012)

Clinton hat es so zutreffend gesagt, das sind die Überreste der Bushkriege

und von den 1,8% Wirtschaftswachstum verdankt man locker 1,8% einer geschoenten Inflationsstatistik. Der Stueck-Ausstoss der US und EU Industrie zeigt, dass man seit Beginn der massiven Globalisierung vor etwa 15 Jahren am Rueckzug und damit in der Rezession ist. Man kann langfristig mit Dienstleistungen kein Wohlstandsniveau aufrecht erhalten, dass kann nur eine wettbewerbsfaehige Industrie. Wenn der Westen nicht bald Industriepolitik macht, wird das Durchschnittseinkommen in China hoeher als bei uns sein.

Kriege kosten

Wie viele Könige sind ihren Thron schon in der langen und blutigen Geschichte Europas losgeworden, weil Sie einen kostspieligen Krieg angezettelt hatten? Gibt es Staaten, die nach einem oder mehreren verlorenen Kriegen untergegangen sind?
Haben Reiche schon versucht, ihren Vasallen die Kriegskosten aufzuhalsen? Ging das immer gut? Haben die Kriegskosten schon mal ganze Bankensysteme gefährdet?
Man sollte jemanden fragen, der sich mit Geschichte auskennt. Gibt es Feuilletonisten noch?

US-Wirtschaft überrascht mit Wachstum

http://derstandard.at/134516556... t-Wachstum

Am 29. August schaute es noch gut.

Also was, lieber Standard???

Und was ist mit dem Boom der Military Industry? Waffenxporte verdreifacht, also gute Wachstum am Kriegssektor.

USA rüsten den arabischen Raum aufWaffenhandel: US-Export hat sich verdreifacht:
ie US-Ausfuhren stiegen demnach im Jahre 2010 von 21,4 Milliarden Dollar (17,1 Milliarden Euro) auf 66,3 Milliarden Dollar im Jahre 2011.
...
USA rüsten den arabischen Raum auf: Waffenhandel: US-Export hat sich verdreifacht - ... auf 66,3 Milliarden ...

http://www.focus.de/politik/a... 07640.html

Was sind schon 66 Mrd Exportumsatz eines Industriezweiges ? Alleine Toyota exportiert schon mehr in die USA....Der alles beherrschende Wirtschaftszweig in den USA ist das Banking und bei den periodischen Griffen in die FED Kasse werden Betraege verschoben, die den US Ruestungsexporten von 20 Jahren entsprechen.

Ma, waer das schoen, wenn das dem Grossmaul

das Amt kosten wuerde.

Das "flott" in Ihrem Nick ist ja durchaus korrekt, aber das "Denker" würde ich streichen...

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