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vergrößern 873x800Buhmanns "Flotte Lotte" ist keine Küchenmaschine.
Aus scheinbaren Idyllen werden fragile Welten.
Bregenz - In der wirklichen Welt wäre ein Absturz vorprogrammiert. Hie und da vermittelt ein Düsenantrieb zwar eine Bewegung nach vorne, gleichzeitig ziehen Ballons oder riesige Segel die fantastischen Flugobjekte von Bernhard Buhmann jedoch ganz woanders hin.
Für den 1979 in Bregenz geborenen Künstler, der bei Adolf Frohner und später bei Johanna Kandl studierte, sind seine surreal anmutenden Welten " Sinnbilder" einer Gesellschaft, in der die unterschiedlichsten Kräfte selten mit-, sondern häufiger gegeneinander wirken.
Der Mensch sitzt hier auch nicht mehr am Steuer, sondern kriegt als Passagier hinter winzigen Luken von dem, was sich draußen abspielt, nur noch Ausschnitte mit. Die brisante Thematik einer unübersichtlich gewordenen Welt unterstützt ein dramatischer Bildhintergrund, der an Caravaggio geschult ist, sowie Techniken und Sujets, die die Gemälde von Max Ernst in Erinnerung rufen.
Angesichts der bunten, meist rundlichen Formen liegt zugleich der Gedanke an Yellow Submarine von den Beatles nicht fern: Buhmanns Bilder sind zwar nicht psychedelisch, aber auch er will Geschichten erzählen, die nicht geradlinig sind. Es gibt Papierflieger und rosa beflaggte Tonnen, die Raum für Assoziationen eröffnen, aber auch komplexe Maschinen, die der Künstler aus anfangs abstrakten Formen zu skurrilen Flugmodellen zusammenbaut.
Buhmann verwendet dafür reale Versatzstücke wie Schornsteine, Kaminrohre und Trichter, aber auch Speere und Schutzschilder haben in der Welt seiner Glücksritter Platz. Aus diesen visuell ansprechenden Sphären holt Buhmann die Betrachter mit ironischen Titeln aber auch immer wieder herunter: Während er mit dem juvenil-halbstarken Titel Catcher in the Sky unweigerlich an die Gymnasialzeit erinnert, hat ihn beim Malen von Funny Edvard ein aktuelles Ereignis überrascht.
Ohne es wirklich zu wollen, glich der Bildhintergrund plötzlich den angstbeladenen Farben von Edvard Munchs Der Schrei, das zu jener Zeit gerade den Rekordpreis von 120 Millionen Dollar erzielte. Mit dem komischen kleinen Flugkörper, der sich im Vordergrund schnaubend vorwärtsbewegt, hat diese aus dem Leben gegriffene Parallelerzählung nicht viel zu tun. Es sei denn, man begreift die abgehobenen Preise als Ergebnis von Höhenflügen ganz realer "Glücksritter". (Christa Benzer, DER STANDARD, 6.9.2012)
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