Früherer Inskriptionsschluss brachte nicht weniger Studierende

5. September 2012, 16:12

WU sowie Unis Linz, Graz, Klagenfurt und Leoben erwarten Steigerungen - Uni Wien, TU Wien, Uni Innsbruck, TU Graz und Uni Salzburg rechnen mit Vorjahresniveau

Wien - Das um rund einen Monat frühere Ende der Uni-Inskriptionsfrist für Studienanfänger scheint nicht zu dem befürchteten Rückgang an Neueinschreibungen für Bachelor- und Diplomstudien führen. Derzeit gehen die Universitäten von einer gleichbleibenden bis leicht steigenden Zahl an Studienanfängern aus. Das hat ein Rundruf der APA am Mittwoch an jenen elf Unis ergeben, für die die Neuregelung gilt.

Die Universität Wien geht davon aus, in etwa die Zahlen des Vorjahres zu erreichen. Genaue Daten werde es frühestens morgen, Donnerstag, geben. Bis vergangenen Freitag (31. August) wurden 11.500 Anfänger in Bachelor- bzw. Diplomstudien zugelassen - im Wintersemester 2011 waren es rund 12.300. Derzeit registriert die Studienabteilung etwa 1.000 Personen pro Tag, wobei darunter aber auch Interessenten für ein Masterstudium seien oder Personen, die nur Unterlagen nachbringen.

Noch deutlich unter den Zahlen des Vorjahrs liegt man an der Technischen Universität (TU) Wien: Mit Stand von Dienstagmittag gab es dort 3.006 Neueinschreibungen, das sind rund 70 Prozent der Zahl des vorigen Wintersemesters (4.315). Allerdings fehlen noch jene Interessenten, die sich am Dienstagnachmittag und am Mittwoch eingeschrieben haben, betont man im Rektorat. Ebenfalls nicht dabei: Anträge ausländischer Studenten und all jener, die unter die Ausnahmeregelung fallen. "Insgesamt sollten wir damit nicht allzu weit weg sein von den Vorjahreszahlen."

An der Uni Graz waren mittags bereits mehr als 4.100 Studienanfänger inskribiert, bis zum Nachmittag rechnet man mit etwa 4.200. Dazu dürften noch bis zu 300 Anfänger aus Psychologie und Sportwissenschaften kommen - in diesen Fächern gab es bzw. gibt es Aufnahmsprüfungen, deren Ergebnisse noch nicht feststehen. Wie viele dieser Personen "sicherheitshalber" noch ein anderes Studium inskribiert haben, ist unklar. Tendenziell rechnet man an der Uni Graz damit, dass die Vorjahres-Anfängerzahl von 4.300 Personen übertroffen wird.

Leicht unter der Vorjahreszahl lag Mittwoch mittags noch die Uni Innsbruck. Dort dürften derzeit rund 4.300 Studenten inskribiert sein - auch hier sind die Psychologie- und Sportwissenschaftsstudenten ein kleiner Unsicherheitsfaktor. Im Vorjahr gab es rund 4.600 Studienanfänger. Dieser Wert werde auch diesmal in etwa erreicht, obwohl im Vorjahr aufgrund des doppelten Maturajahrgangs in Bayern bereits ein extrem hoher Andrang zu verzeichnen war.

An der TU Graz wurden mit heutigem Datum 1.610 neue Matrikelnummern vergeben. Im Vorjahr verzeichnete die Uni im Wintersemester 1.757 Anfänger: "Wir rechnen, dass die geringe Diskrepanz zum Vorjahr nach Prüfung der Ausnahmen - für die es schon vorab zahlreiche Anfragen gibt - verschwindet, so dass wir in etwa einen Gleichstand zum Vorjahr erwarten."

An der Uni Salzburg sind vorerst 1.083 Neueinschreibungen registriert, das entspricht 60 Prozent des Vorjahreswerts. Allerdings sind dabei noch nicht die 500 Fixstarter mitgerechnet, die nach den noch laufenden Aufnahmsprüfungen einen Platz für Psychologie, Publizistik und Sport erhalten. Dazu kommen 150 Personen, die sich online vorangemeldet und schon einen Termin zur Inskription erhalten haben, aber rein formal noch nicht angemeldet sind. "Rechnet man diese mit, sollten wir wie im vergangenen Wintersemester bei 1.800 Anfängern landen."

An der Uni Linz war am Mittwoch ein "extremer Ansturm" zu verzeichnen. Mit Stand Dienstag waren rund 2.050 Neu-Studenten inskribiert. Dazu müssten noch die Anfänger des Multimedia-Diplomstudiums Rechtswissenschaften gerechnet werden sowie rund 200 Auslandsstudenten - insgesamt rechne man daher mit mehr Studienanfängern als im Vorjahr (rund 2.900).

Die Wirtschaftsuniversität (WU) verzeichnete bereits gestern, Dienstag, 3.306 Studienanfänger. Im Vorjahr waren es im Wintersemester insgesamt 3.345. Dementsprechend gab es am Mittwoch auch kein großes Gedränge, an der WU geht man tendenziell von einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr aus.

An der Uni für Bodenkultur (Boku) waren am Dienstag 1.372 Studienanfänger inskribiert, das sind genau 400 weniger als im Wintersemester des Vorjahrs. Heute, Mittwoch, dürften noch 120 bis 130 dazugekommen sein. Dazu kommen noch ausständige Meldungen von Auslandsstudenten sowie Inskriptionen in der Nachfrist.

An der Montanuni Leoben liegt man nach Ende der Inskriptionsfrist rund sieben bis acht Prozent über den Anfängerzahlen des Vorjahrs (443 gegenüber 411 Studenten). Insgesamt rechnet man durch noch dazukommende ausländische Studenten mit einem Plus von zwölf Prozent.

Die Uni Klagenfurt erwartet eine leichte Steigerung auf 1.120 Studienanfänger. Allerdings sind in diesen Zahlen auch Master- und Doktoratsstudenten beinhaltet, für die die vorgezogene Frist nicht gilt.

Ausnahmefälle

Wer sich heuer erstmals für ein Bachelor- oder Diplomstudium einschreibt, muss dies grundsätzlich bis 5. September tun. Nur in klar definierten Ausnahmefällen kann auch weiter bis spätestens 30. November inskribiert werden. Die Ausnahmeregelung gilt für Studenten, die bei einem Aufnahmeverfahren gescheitert sind, für Zivil- und Präsenzdiener, "Nachmaturanten" (also Personen, die ihre Matura erst beim Herbsttermin geschafft haben), bei einem Scheitern in der Studieneingangsphase, bei einer Verhinderung aufgrund von Praktika, Berufstätigkeit oder Auslandsaufenthalten sowie aufgrund eines "unvorhergesehenen oder unabwendbaren Ereignisses".

Planungssicherheit

Die Neuregelung soll den Unis mehr Planungssicherheit bringen, damit Lehrende und Hörsäle besser eingeteilt werden können. Bereits inskribierte Studenten, die ihr Studium fortsetzen oder etwa vom Bachelor- ins Masterstudium wechseln, haben dagegen noch bis Ende November Zeit. Für Unis und Fächer mit Aufnahmeprüfung gelten ebenfalls weiter eigene Fristen. So haben etwa alle Kunstunis sowie die Medizin-Unis und die Veterinärmedizinische Universität Wien abweichende Inskriptionstermine. (APA, 5.9.2012)

Kommentar posten
14 Postings

ich frag mich ja, was die Unis mit "besserer Planbarkeit" meinen. Die üblichen Probleme, also viel zu viele Studierende, betreut von viel zu wenig Lehrenden, und oftmals mangelhafte Ausstattung (Lernräume, Labors etc.) hauptsächlich aufgrund von Geldmangel.
Jetzt weiß man halt schon 2 Monate davor, dass Seminare komplett überfüllt sein werden, inwiefern erhöht das die Planbarkeit? Es gehört endlich einmal eine grundlegende Reform der Zulassungskriterien her (also Vorselektion von Studenten, wie es ja in manchen Studienrichtungen schon praktiziert wird), oder man nimmt endlich Geld in die Hand und stattet die Unis mit ausreichend finanziellen Möglichkeiten aus, um dem Ansturm an Inskribienten auch gewachsen zu sein.

"wie es ja in manchen Studienrichtungen schon praktiziert wird"

Es gibt die Vorgabe, das die Prüfungen so zu regeln sind, das nur jene Studenten durchkommen können die möglichst viel gelernt haben oder eben den Stoff bereits sehr gut beherrschen.

Manche Prüfung haben auch "Knockout Charakter", die sind dann markant schwieriger als andere.

Diese Vorgaben gab es schon immer und sind auch kein Geheimnis. Damit "löst" man das Problem das die Unis überfüllt sind - mit Dropout Raten von mindestens 50%

Noch in der Früh wurde verlautbart, dass die Erstanmeldungen 50% von 2011 betragen. Also haben sich heute rund die Haelfte aller Erstanmeldungen ereignet? Irgendwie passt das alles nicht zusammen.

Kommt immer drauf an, welche Zahlen man vergleicht.
Ich geh davon aus, dass bei vielen der kolportierten Zahlen für WS12 diejenigen noch nicht berücksichtigt waren, die zwar schon zugelassen waren, aber noch nicht eingezahlt hatten. Und erst mit Einzahlung des ÖH-Beitrags erfolgt die eigentliche Weitermeldung für das Semester. Das kann schon einen Unterschied von einigen Hundert ausmachen und verfälscht entsprechend die Vergleichszahlen.

Und ich dachte, die heutigen Zahlen der Tu Wien wären schon endgültig.

Dann hätten sich nämlich in jeder Studienrichtung nur ca. 40 bis 60% im Vergleich zum Vorjahr inskribiert.
Ich versteh sowieso nicht, warum die Tu so scharf darauf ist, dass wieder möglichst viele ein Studium beginnen. Es sind doch sowieso die meisten Studienrichtungen mehr oder weniger überlastet.

Und warum genau hätte sich die Vorverlegeung der Frist

auf die Zahlen auswirken sollen ????

Man kann von der zukünftigen geistigen Elite eines hinlänglich bürokratischen Staates doch wohl verlangen einen Immatrikulations/Inskriptionstermin nicht zu versäumen, auch wenn man dafür die eine oder andere Woche von den ohnedies längsten Ferien "opfern" muss.

Wer nichteinmal das schafft, sollte vielleicht überdenken ob seine geistige Kapazität für ein Studium ausreicht.

Dinge wie Disziplin und Selbstorganisation haben nicht viel mit geistiger Kapazität zu tun.

Disziplin und Selbstorganisation gehören aber auch zu einem erfolgreichen Studium. Schliesslich muss man dabei nicht nur Fachliches, sondern auch Zeitmanagement können. Man lebt auf der Uni nicht ins Blaue hinein, es gibt mehrere organisatorische Aufgaben: Seminararbeiten rechtzeitig schreiben (es gibt Abliefertermine!), für Prüfungen lernen, sich für Lehrveranstaltungen und Prüfungen anmelden, Versuchsreihen durchführen usw.

Ja und dennoch hat Disziplin und Selbstorganisation nicht viel mit geistiger Kapazität zu tun. Sowie auch der erfolgreiche Abschluss eines Studiums nicht nur an den intellektuellen Fähigkeiten abhängt. Der Parlamentsklub der FPÖ ist ja ein abschreckendes Beispiel.

Kurz gsagt: Es hat, wie erwartet, niemandem was bracht.

"Planungssicherheit", haha. Dass zu wenig Geld (und damit einhergehend zu wenig Platz) für zu viele Studierende da ist ist so auch schon bekannt. Ob die Unis jetzt oder erst in 4 Wochen definitiv wissen, was ja in Wahrheit sowieso schon bekannt ist, bleibt ghupft wie ghatscht...
Einziger Sinn dieser "Maßnahme": Man kann das Problem wieder für ein Semester oder Jahr vor sich herschieben, weil man die letzten Monate ja eh drauf verweisen konnte, dass was getan wird.

Das stimmt nicht

die Unis wissen jetzt, im Gegensatz zu den letzten Jahren, wie viele es maximal sind und können z.B. Kurszahlen anpassen. Ich bekomm das selbst jetzt mit, letztes Jahr waren es in einer Veranstaltung in den ersten Tagen 20% mehr Studenten als erwartet. Da kam plötzlich ziemlicher Stress auf weil zuwenig Platz, zuwenig Materialien und vor Allem zu wenig Assistenten vor Ort waren.

Und die fehlenden Assistenten, die sollens jetzt in einem Monat plötzlich noch herzaubern können? Auch der Platz lässt sich nicht herbeizaubern, nur die Materialien lassen sich unter Umständen besser vorbereiten (aber auch nicht alles, ist ja dann am Ende auch wieder eine Kostenfrage).

Für einzelne Lehrveranstaltungen ist da aber die weit bessere, weil flexiblere und genauere, Möglichkeit, dass sich die Leute dafür anmelden müssen - was bei fast allen LVA außer VO (und selbst da zT) auch der Fall ist.

dass man kapazitäten

innerhalb eines monats aber eher herbekommt als innerhalb von ein paar tagen leuchtet dir aber schon ein oder?

Man kann entweder vorhandene dazu einteilen

oder Stud.Ass. anstellen (genau was jetzt gerade bei uns gemacht wird).

Mehr Platz lässt sich zwar nicht "herbeizaubern", aber wenn der Platz vorhanden ist, dann kann man ihn nutzen. Das muss man natürlich auch vorher planen.

Für einzelne Lehrveranstaltungen ist das tatsächlich so, aber hier geht es ja vor Allem um die Lehrveranstaltungen in den ersten 2-3 Wochen. Früher war es durchaus noch möglich sich in dieser Zeit zum Studium anzumelden. Wenn also am ersten Studientag 150 angemeldet waren und der Studiendekan eine Übung auf 150 Leute ausgelegt hat (Räumlichkeiten, Materialien, Betreuung) hat es sein können, dass sich dann insgesamt 250 angemeldet haben, weil sich eine große Menge erst in den ersten Wochen inskribiert hat.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.