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Wien - Der Verein Österreichischer Kinderschutzpreis (MYKI) ortet Mängel in der Ausbildung und in der gesundheitlichen Versorgung von Kindern in Österreich. Eine "Vernachlässigung der nächsten Generation" beklagt Martina Fasslabend, Initiatorin des Kinderschutzpreises und Präsidentin der Kinderschutzorganisation "die möwe": "Was für Kinder in Österreich getan wird, beruht häufig auf Einzelkämpfertum, nicht auf gesamtgesellschaftlicher Anstrengung." Fasslabend kritisiert, dass die individuelle Förderung der Kinder zu kurz komme und psychische Erkrankungen in der medizinischen Versorgung zu wenig berücksichtigt würden.
"Kinderkrankheiten hat man zwar weitgehend im Griff, an die Stelle körperlicher Erkrankungen treten aber psychische Erkrankungen wie Adipositas, Depression, verzögerter Spracherwerb oder Suchtprobleme", betonte der Genetiker Markus Hengstschläger. Der kinderpsychologischen Betreuung fehle es an Krankenkassenplätzen und es gebe zu wenig Psychologen und Sozialarbeiter an den Schulen.
Hengstschläger fordert außerdem, dass individuelle Talente und Begabungen von Kindern stärker gefördert werden. Er könne sich einen Mutter-Kind-Pass, der nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Bildung der Kinder berücksichtigt, vorstellen. Bildung müsse auch im Kindergarten im Vordergrund stehen, meint Hengstschläger und fordert ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr sowie eine Potenzialanalyse für Dreijährige. Diese solle vor allem die Sprachentwicklung analysieren, um frühzeitige Förderung möglich zu machen.
Die Initiative kritisiert zudem, dass vor allem berufstätige Eltern häufig mit der Betreuung ihrer Kinder überfordert seien und von staatlicher Seite nicht ausreichend unterstützt würden. Fasslabend fordert eine "begleitende Betreuung der Eltern, die über die Schwangerschaft hinausgeht und auch in der Pubertät Unterstützung leistet."
Der Österreichische Kinderschutzpreis MYKI wird heuer zum zweiten Mal vergeben. Am 23. Oktober findet die Preisverleihung statt, bis 1. Oktober können Privatpersonen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen, die sich um den Kinderschutz und die Förderung von Kinderrechten verdient gemacht haben, ihre Projekte einreichen. (APA, 05.09.2012)
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