Zeitungsverband vermisst Schutz von Inhalten

5. September 2012, 15:47

VÖZ macht einmal mehr auf das Anliegen aufmerksam, geistiges Eigentum gesetzlich vor Internetpiraterie zu schützen

Wien - Im Vorfeld der Österreichischen Medientage machen die Verleger einmal mehr auf ihr Anliegen aufmerksam, geistiges Eigentum gesetzlich vor Internetpiraterie zu schützen. "Geistiges Eigentum sollte in unserer Wissensgesellschaft denselben Stellenwert besitzen wie das Erdöl im Industriezeitalter des vergangenen Jahrhunderts", sagt Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ).

"Doch dafür fehlen in Österreich die rechtlichen Voraussetzungen", beklagt der Verlegervertreter. Während in Deutschland gerade ein neues Leistungsschutzrecht auf Schiene gebracht wird, das vorsieht, dass Verlage Geld dafür verlangen können, wenn ihre Online-Artikel und andere Beiträge kommerziell genützt werden, würde in Österreich "die Verwertung der Inhalte unserer Verlage bei Suchmaschinenbetreibern die Kassen läuten lassen". Den Zeitungen und Magazinen werde hingegen die Möglichkeit genommen, kostendeckend Content für das Web zu produzieren.

Manstein sieht Bedrohung der Verlage durch digitale Giganten

"Die digitalen Giganten - von Google über Facebook bis Twitter und Apple - drohen Oligopole aufzubauen, denen man nicht mehr entrinnen kann. Die klassische Medienwelt hat darauf ebenso wenig eine Antwort parat wie die Politik. Das ist besorgniserregend", findet auch der Verleger Hans-Jörgen Manstein, Gründer der Österreichischen Medientage. Die Einführung des Leistungsschutzrechtes würde Verlagen einen fairen Anteil an Gewinnen sichern, die News-Aggregatoren und Suchmaschinen mit Suchanfragen nach Presseerzeugnissen erwirtschaften, ist VÖZ-Geschäftsführer Grünberger überzeugt.

Das Justizministerium arbeitet derzeit an einem Urheberrechtspaket, mit dem Ziel ein modernes Urheberrecht für Künstler, Kulturschaffende sowie Journalisten zu schaffen. Leistungsschutz für Verleger ist dabei einer von vier Themenbereichen. Das Ministerium versucht bereits im Vorfeld alle Betroffenen einzubinden, hieß es dazu auf APA-Anfrage, weshalb im Oktober eine neue Gesprächsrunde stattfinden soll. Ein Begutachtungsentwurf soll im Frühjahr fertig sein.

Im Rahmen der Österreichischen Medientage findet am 26. September eine Diskussionsrunde zum Thema "Das Öl des 21. Jahrhunderts. Das klassische Urheberrecht vor dem Ende?" statt. (APA, 5.9.2012)

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11 Postings

Wenn sie geistiges Eigentum als so wertvoll erachten, warum versuchen die Verlage dann Journalisten mglst. wenig zu zahlen?

Na, dann wird man sie eben aus dem Index schmeißen. Wen wird das wohl eher treffen, Google oder die Verleger?

Das Spiel gab es übrigens schon.

http://www.heise.de/newsticke... 80764.html

Die Verleger sollten sich gut überlegen, was sie da tun. Das könnte nämlich furchtbar nach hinten losgehen.

Ich will ja nichts sagen, aber ich bin immer wieder erstaunt, wie gern sich viele Verleger an Creative Commons Inhalten, etwa aus der Wikipedia bedienen, ohne dann wenigstens den Anstand zu besitzen, die Quelle anzugeben, wärend sie gleichzeitig darüber jammern, daß Suchmaschienen ihre Inhalte auffindbar machen.

Werden hier die Suchmaschinen mit warez gleichgesetzt?

Ist jetzt lesen von Beiträgen, die online gestellt werden, schon Piraterie?

Sehen sie sich die Webseiten einmal ungefiltert an, da geht es dann nur um entgangenen Gewinn, der durch die Werbeeinnahmen bei direkter Lektüre lukriert wird.

Über Aggregatoren verdienen die Verlage nichts, dafür bekommen die Seiten wieder Geld, selbst mit den kurzen Ausschnitten - die so ziemlich auf hunderten Seiten landen.

Zwecks dem Verhält sich der Standard zwar sehr genau an die Regeln, sprich link auf die Hauptseiten und nicht direkt auf Artikel von fremden Seiten - aber ist auch lästig. (Hat zwar direkt nichts miteinander zu tun, fällt mir dazu aber ein. Stichwort: Direkte Links auf Bilder).

Wenn ich mir google-news ansehe, oder die direkte google suche, dann kriege ich da ja nur ein Inhaltsverzeichnis angezeigt. Interessiert mich ein Artikel dann clicke ich ihn an und lande auf der Seite der Zeitung. Dort kann Werbung platziert werden wie es beliebt.

Ich sehe da kein Problem.

Wären die Zeitungen besser dran wenn es den Service der Suchmaschinen nicht gäbe? Man kann sicher mit google darüber reden nicht gefunden zu werden.

Ob die Zeitungen besser dran wären? Nein, kaum. Dennoch verlieren sie Geld, weil eben auf Werbung gebaut wird, da Inhalte verfielfältigt werden, egal ob komplett oder Auszugsweise.

Da kann ich den Ruf nach dem Recht auf die Inhalte, und das Recht auf Bestimmung - wer, zu welchen Konditionen, und zu welchem Preis, die Erlaubnis bekommt sie zu verbreiten. (Aggregatoren).

Ich habe schon häufiger erleben müssen, dass bei einer Suche erst zahlreiche Aggregator Seiten angezeigt wurden, und erst dann - falls überhaupt, die Originalquelle. (Rein von den Ergebnissen bei Google betrachtet, auf den entsprechenden Seiten, sind natürlich links gesetzt).

Gegen Suchmaschinen vorzugehen ist dennoch ein Unfug erster Kategorie. Keinesfalls habe ich Verständnis dafür, dass diese für Rechteverletzungen Dritter haftbar gemacht werden sollen. Dafür ist der Nutzen der Suchmaschinen viel zu groß, ohne sie ist das Internet völlig unbrauchbar. Das müssen sich dann schon die Zeitungen mit den 'Aggregatoren', von denen mir noch keiner untergekommen ist, ausmachen.

Dem stimme ich zu. Jedoch haben auch Suchmaschinenbetreiber die Pflicht, Inhalte die gegen geltendes Recht verstoßen zu filtern / zu löschen, sofern es Eingemahnt wird. Hier verstösst es aber nicht gegen geltendes Recht, weshalb zur Zeit niemand in die Pflicht genommen werden kann.

Am Ende wird es aber vermutlich so laufen, wie mit torrent Links, oder Webseiten, oder Inhalten die gegen DMCA verstoßen. Die werden schlicht nach Meldung aussortiert, und nicht mehr gelistet.

Meiner Einschätzung nach ist es ohnehin ein Kampf gegen Windmühlen, der mehr Ärger bringt, als der Aufwand vermutlich Wert ist.

Einige Verleger sind offenbar genau dieser Meinung.

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