Zeitungsverband vermisst Schutz von Inhalten

VÖZ macht einmal mehr auf das Anliegen aufmerksam, geistiges Eigentum gesetzlich vor Internetpiraterie zu schützen

Wien - Im Vorfeld der Österreichischen Medientage machen die Verleger einmal mehr auf ihr Anliegen aufmerksam, geistiges Eigentum gesetzlich vor Internetpiraterie zu schützen. "Geistiges Eigentum sollte in unserer Wissensgesellschaft denselben Stellenwert besitzen wie das Erdöl im Industriezeitalter des vergangenen Jahrhunderts", sagt Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ).

"Doch dafür fehlen in Österreich die rechtlichen Voraussetzungen", beklagt der Verlegervertreter. Während in Deutschland gerade ein neues Leistungsschutzrecht auf Schiene gebracht wird, das vorsieht, dass Verlage Geld dafür verlangen können, wenn ihre Online-Artikel und andere Beiträge kommerziell genützt werden, würde in Österreich "die Verwertung der Inhalte unserer Verlage bei Suchmaschinenbetreibern die Kassen läuten lassen". Den Zeitungen und Magazinen werde hingegen die Möglichkeit genommen, kostendeckend Content für das Web zu produzieren.

Manstein sieht Bedrohung der Verlage durch digitale Giganten

"Die digitalen Giganten - von Google über Facebook bis Twitter und Apple - drohen Oligopole aufzubauen, denen man nicht mehr entrinnen kann. Die klassische Medienwelt hat darauf ebenso wenig eine Antwort parat wie die Politik. Das ist besorgniserregend", findet auch der Verleger Hans-Jörgen Manstein, Gründer der Österreichischen Medientage. Die Einführung des Leistungsschutzrechtes würde Verlagen einen fairen Anteil an Gewinnen sichern, die News-Aggregatoren und Suchmaschinen mit Suchanfragen nach Presseerzeugnissen erwirtschaften, ist VÖZ-Geschäftsführer Grünberger überzeugt.

Das Justizministerium arbeitet derzeit an einem Urheberrechtspaket, mit dem Ziel ein modernes Urheberrecht für Künstler, Kulturschaffende sowie Journalisten zu schaffen. Leistungsschutz für Verleger ist dabei einer von vier Themenbereichen. Das Ministerium versucht bereits im Vorfeld alle Betroffenen einzubinden, hieß es dazu auf APA-Anfrage, weshalb im Oktober eine neue Gesprächsrunde stattfinden soll. Ein Begutachtungsentwurf soll im Frühjahr fertig sein.

Im Rahmen der Österreichischen Medientage findet am 26. September eine Diskussionsrunde zum Thema "Das Öl des 21. Jahrhunderts. Das klassische Urheberrecht vor dem Ende?" statt. (APA, 5.9.2012)

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