Klimawandel: Großvenediger hat vorläufig kein Gipfelkreuz

5. September 2012, 15:38
  • Bergretter und Alpinpolizisten bei der Sicherung des Gipfelkreuzes.
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    foto: apa/bergrettung prägraten am grossvenediger

    Bergretter und Alpinpolizisten bei der Sicherung des Gipfelkreuzes.

Massive Eisschmelze im August machte Kreuz instabil - Wird 15 Meter weiter auf Fels aufgestellt

Salzburg - Den Großvenediger ziert vorläufig kein Gipfelkreuz mehr: Wegen der hohen Temperaturen im August ist der Eispilz im Gipfelbereich so massiv geschmolzen, dass das Kreuz instabil wurde und abzustürzen drohte. Tiroler Bergretter und Alpinpolizisten sicherten am 22. August das Kreuz behelfsmäßig mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers, zwei Tage später wurde es umgelegt. Geplant sei, das Gipfelkreuz 15 Meter vom jetzigen Standort entfernt auf Granitfelsboden am Ende des Westgrates zu verankern, erklärte Friedl Steiner, Ortsstellenleiter der Bergrettung Prägraten in Osttirol, am Mittwoch.

Um den 19. August hatte es auf 3.500 Meter Seehöhe angenehme zehn Grad plus. Man habe zusehen können, wie Wasser vom Eis rinne, "die hölzerne Einfriedung des Gipfelkreuzes ist ausgeapert", schilderte Steiner. Die Gefahr, dass das Kreuz umstürzt und womöglich Bergsteiger trifft, konnte nicht mehr ausgeschlossen werden. Es wird bis zur Verlegung im Gipfelbereich deponiert. Das Kreuz wurde auf Holzbohlen gelegt und mit Stahlseilen gesichert.

Der Berg schrumpft

Der Klimawandel hat den Großvenediger fest im Griff: Der Bergretter schilderte, dass innerhalb der letzten zehn Jahre in etwa sieben Meter Eis im Gipfelbereich abgeschmolzen seien. "In den vergangenen zwei Jahren sind an die zwei Meter Eis geschmolzen. Vor zwei Jahren wurde vom bisherigen Standort des Gipfelkreuzes neun Meter Eis bis zum Fels mit der Dampfsonde gemessen, derzeit sind es zirka sieben Meter. Falls das Eis nochmals zwei Meter abschmilzt, wird der höchste Punkt des Großvenedigers auf dem neuen Standort des Kreuzes sein."

Vor etwa 30 Jahren sei die höchste Eisstelle auf dem Gipfel noch auf 3.674 Meter Seehöhe gelegen, die letzte aktuelle Messung haben 3.666 Meter ergeben, so Steiner. Der letzten Felsmessung zufolge ist der Großvenediger 3.657 Meter hoch. Er liegt an der Grenze zwischen Salzburg und Osttirol, das Gipfelkreuz befindet sich laut Bergrettung auf Salzburger Gebiet, auch der neue Standort. Der Großvenediger ist der höchste Berg Salzburgs.

Der neue Standort des Kreuzes ist bereits völlig ausgeapert. Noch ist nicht entschieden, ob das Gipfelkreuz vor Winterbeginn dorthin verlegt wird. "Das hängt in erster Linie vom Wetter ab. Wir brauchen auch noch die Genehmigungen für die Hubschrauberflüge für den Transport von Material und Spezialgeräten", sagte Steiner. Die Gesamtkosten konnte er noch nicht beziffern, er geht jedenfalls von "einigen tausend Euro" aus - eine Minute Flugzeit mit dem Hubschrauber koste zirka 26 Euro. Die Bergrettung-Ortsstelle in Osttirol setzt das Sanierungs-Projekt in Zusammenarbeit mit Salzburger Bergrettern aus Neukirchen am Großvenediger um. (APA, 5.9.2012)

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alle gipfelkreuze durch handymasten ersetzen!

bergspitzen ohne hinrichtungsgerät ist mir eh viel lieber!

Warum muss man den höchsten Punkt eines Berges überhaupt mit religiösen Symbolen kennzeichnen?

braucht er auch nicht, dort war weder jesus noch der papst

Man soll die Möglichkeit nutzen statt dem Kreuz ein Nudelsieb aufzustellen.

„WWAPD?“

dürfen die dort einfach so das eis schmelzen?
gibts schon eine großfahndung nach dem vorsätzlichen schmelzer?

und überhaupt: wozu gibts gipfelkreuze? solche gipfel sind doch eh mit freiem auge erkennbar.

ob das mit einem gipfelhalbmond auch passiert wäre?

der höchste berg salzburgs ist übrigens der großglockner; er liegt genau an der landesgrenze, salzburg teilt sich den gipfel mit osttirol und kärnten.
vom artikelverfasser hätte ich ein mindestmaß an allgemeinbildung erwartet

falsch

der großglockner liegt an dr grenze zwischen kärnten und osttirol. salzburg berührt ihn nicht.

Den Grossglockner teilen sich Tirol und Kärnten.

Falsch. Aber das ist vermutlich der uebliche Lokalpatriotismus. In steirischen Schulbuechern ist der Dachstein auch 3003 Meter hoch, in allen anderen 2995 Meter.

du skitourenphilosoph......

...ein Midestmaß an Allgemeinbildung kann man sich auch von skitourenphilosophen erwarten: Der Gipfel des Großglockner ist ca. 4 Km Luftlinie von der Grenze zu Salburg entfernt
Schönen Gruß aus Tirol

echt? belege dafür?

"salzburg teilt sich den gipfel mit osttirol und kärnten"

Das hätten die Salzburger wohl gern!

Da müsste der Gipfel ja genau im Dreiländereck T/K/S liegen.

Tut er aber nicht...

Als Neubau bitte einen Gipfel-Halbmond!

Und zur Einweihung den Westenthaler einladen!

Yeah

dieser Artikel bietet gleich zwei Themen auf einmal zur Kontroverse:

Kreuz: ja oder nein
Klimawandel: ja oder nein

Hätte er noch ein drittes, wär er mindestens so gut wie ein Überraschungs-Ei ;-)

gipfel-halbmond: ja oder nein. ;-)

Alpen: ja oder nein

Warum stellt man die Gipfelkreuze nicht einfach im Tal auf?

Das mit den Fotos wäre dann auch viel einfacher.

Im Tal habens eh schon die Kirchen.

Weil die Leute sich ruhig ein bisserl anstregen sollen (Photoshop)!

Ich bin für einen Hubschrauber Shuttle Service nach oben. So ein Bild soll schon authentisch sein.

was hat dies mit Klimawandel zu tun....?...

...schaut euc hdoch das Bild einmal an. Der sockel für das kreuz steht ja, also ist es aus der Verankerung gefallen, da es schon einmal rausgefallen ist (Blitzschlag) und nachher nur notdürftig fxiert wurde ist es halt wieder umgefallen. So gesehen hat jeder Kreislaufkollaps auf grund der Wärme i, Sommer auch mit Klimawandel z utun :-)

Lesen hilft

Tiroler Bergretter und Alpinpolizisten sicherten am 22. August das Kreuz behelfsmäßig mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers, zwei Tage später wurde es umgelegt.

Es wurde aus Sicherheitsgründen umgelegt. Sehen sie die schmale Eissäule auf der die Verankerung des Kreizes steht. Die kommt sicher vom Blitzschlag!?

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