Niereninsuffizienz und Bluthochdruck im Vormarsch

5. September 2012, 15:55
  • Bluthochdruck gilt als eine der Hauptursachen für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Nierenkrankheiten.
    foto: pixelio.de/rainer sturm

    Bluthochdruck gilt als eine der Hauptursachen für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Nierenkrankheiten.

Mediziner schlagen Alarm: Ein beachtlicher Teil der Österreicher haben eine Nierenerkrankung oder Hypertonie, ohne es zu merken

Wien - Nierenerkrankungen und Bluthochdruck gehören nicht nur in Österreich, sondern weltweit zu den heimtückischsten chronischen Leiden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Patienten meist über Jahre gar nicht wissen, dass sie überhaupt Patienten sind: Keine Beschwerden im Alltag, keinerlei Schmerzen. Mediziner aus den Fachgebieten Nephrologie und Hypertensiologie haben aus diesem Grund am Mittwoch in Wien Alarm geschlagen.

In Österreich entwickeln etwa zehn bis zwölf Prozent aller Erwachsenen eine eingeschränkte Nierenfunktion. Die blutreinigende Niere beginnt etwa ab dem 45. Lebensjahr pro Jahr ein bis zwei Prozent ihrer Leistungsfähigkeit zu verlieren. Bei Menschen mit einer Insuffizienz verläuft dieser Prozess beschleunigt (etwa minus fünf Prozent pro Jahr), aber eben oftmals unerkannt. Auslöser dafür kann lange Zeit nicht diagnostizierter Diabetes und Bluthochdruck sein. Weil es in Österreich zu wenig niedergelassene Spezialisten gibt, machen sich Alexander Rosenkranz - Abteilungsleiter für Nephrologie an der Uni-Klinik für Innere Medizin Graz - sowie Bruno Watschinger von der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse am AKH Wien dafür stark, praktische Ärzte als "Gatekeeper ins Boot zu holen".

"Stille Killer"

So sollten etwa die Bestimmung des Nierenwertes (Kreatinin) und der Proteinurie (übermäßige Eiweißausscheidung im Harn, Anm.) in die Vorsorgeuntersuchung implementiert werden. Dies wäre, so Rosenkranz und Watschinger, ein "wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Früherkennung von Nierenerkrankungen". Werden nämlich diese "stillen Killer" zu spät erkannt, bedeutet das nicht nur einen eklatanten Verlust an Lebensqualität für die Betroffenen, sondern auch eine ganz außerordentliche finanzielle Belastung für das Gesundheitssystem. Untersuchungen in England hätten gezeigt, dass in einem Jahr für Patienten mit einer Nierenfunktion unter 60 Prozent des Normalwertes 1,05 Milliarden Euro ausgegeben werden - davon mehr als die Hälfte für Dialyseverfahren, obwohl diese lediglich einen Anteil von einem Prozent aufweisen.

Bluthochdruck sei global gesehen eine unterschätzte Gefahr. Weltweit leiden mehr als eine Milliarde Menschen unter Hypertonie. Laut WHO sind bei jedem dritten Erwachsenen die Werte zu hoch. Hypertonie ist jedes Jahr für 7,6 Millionen vorzeitige Todesfälle (mit)verantwortlich und eine der Hauptursachen für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Nierenkrankheiten.

Österreichische Mentalität als Problem

Größtes Problem in Österreich: Das Problem wird zu oft auf die leichte Schulter genommen. "Bei uns heißt es schnell einmal, dass der Blutdruck 'ein bisserl zu hoch' ist. Nur kann eben auch 'ein bisserl' auf lange Sicht zur Katastrophe führen", warnte Watschinger. "Wenn man jahrelang durch einen Gartenschlauch Wasser mit zu hohem Druck jagt, dann wird der Schlauch irgendwann beschädigt sein." Dabei ist die Bandbreite an Möglichkeiten, Hypertonie in den Griff zu bekommen, eigentlich sehr groß - von regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung bis hin zu Medikamenten.

Im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaften für Nephrologie und Hypertensiologie (ÖGN, ÖGH), die am 7. und 8. September in Graz abgehalten wird, forderten die beiden Tagungspräsidenten Rosenkranz und Watschinger, dass der chronischen Niereninsuffizienz in den kommenden Jahren vermehrtes Augenmerk geschenkt werden müsse. (APA/red, derStandard.at, 5.9.2012)

Niereninsuffizienz und Bluthochdruck im Vormarsch....

Nach dieser doch alarmierenden Feststellung, wären die Damen & Herren "Doktores" aufgerufen,ehestens etwas zu unternehmen,natürlich "auch" der Herr "Gesundheitsminister"!Vielleicht noch in "diesem Jhdt.,"??

Der nächste, der die abgedroschene Phrase "Mediziner schlagen Alarm" schreibt,

... gehört strafweise zur Kronenzeitung oder zu Österreich versetzt.

Die besten Diagnosemethoden nützen halt nix, wenn die Menschen ihren Lebensstil nicht ändern wollen.

Zu faul um Sport zu machen und sich gesund zu ernähren, das sind die meisten Menschen. Viele wissen ja, nicht zuletzt dank Spiegels, dass sie zu fett sind oder Bluthochdruck haben etc. Aber was tun sie dagegen? Als ob Fettleibigkeit gottgegeben wäre und unabänderlich. So erbärmlich, dass man sich so gehen lässt. Dabei wird uns heute bald alles vorgeschrieben. Nur dort wo wir selber was tun könnten, versagen wir aus Faulheit. Dabei hat man nur ein Leben. Will man das so vergeuden?

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Ich stimme Ihnen zu - es hängt viel von der Einstellung und der Motivation ab.
Ich habe nur durch Umstellung der Ernährung ( Weglassen von Zucker) und etwas mehr Bewegung (1-2 Strassenbahn- bzw. Busstationen zu Fuß pro Tag gehen) innerhalb eines Jahres etliche kg abgenommen (2 Kleidergrößen) und meinen Blutzucker trotz nachgewiesenem beginnenden Typ2-Diabetes in den Normbereich bekommen.
Ich habe es im engsten Familienkreis miterlebt, zu welchen Spätfolgen undiszipliniertes Verhalten bei Diabetes führt- das ist für mich Motivation genug. Allerdings habe ich meine sonst recht kompetente Hausärztin, die "das bisschen Zucker" nicht ernst genommen hat, verärgert, weil ich sofort zum Diabetologen gegangen bin.

EIN beachtlicher Teil... Könnte das eventuell Singular sein? Deutet der Artikel 'EIN' unter Umständen darauf hin, dass es sich um Singular handelt? Was haben wir denn in der Volkschule gelernt? Wenn das Subjekt im Singular steht, muss das Verb... Richtig! Es muss auch im Singular stehen! Heureka!
Also: ein beachtlicher Teil LEIDET an....

dazu noch

screening von phosphaten und kalzium im vollblut. aus dem verlauf sollte sich eine chronische NI zuverlässig und noch früher erkennen lassen. evtl. auch kalzium im harn dazu bestimmen.
ärzte und laboranalytiker bitte um ihre meinung.

Zu kompliziert gedacht

Erhöhte Calciumwerte sind per se kein Marker einer Niereninsuffizienz, sondern deuten meist entweder auf Tumore oder eine Nebenschilddrüsenüberfunktion (oft eine Begleiterscheinung der Niereninsuffizienz hin).

Mittlerweile gibt es das etwas genauere Cystatin C als Marker, da gegenüber dem Kreatinin weniger anfällig für Störfaktoren ist. Wohl aus Kostengründen aber noch kein Standardparameter.

nett

danke für die info.

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