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vergrößern 959x600Heavy Metal auf dem Meer. TUI Cruises startet 2013 mit der "Full Metal Cruise" und will Fans der lauten Musik an Bord locken.
vergrößern 645x430Bei Princess Cruises setzt man eher auf die Route und die damit verbundenen Landausflüge als auf On-Board-Inhalte bei Kreuzfahrten.
vergrößern 645x423Bei Royal Caribbean lehrt man Stadlfans im Rahmen der "Musikantenstadl-Kreuzfahrt" das Schunkeln an Bord. Pink Cloud versorgt den Kreuzfahrtmarkt mit Gay Cruises, und bei Bare Necessities Tour & Travel gibt's im Rahmen der "Big Nude Boat Cruise" nackte Tatsachen an Bord der Carnival Freedom.
Die ganze Welt ächzt unter der Krise. Allein der Tourismus scheint von der weltweiten Sorge um die Zukunft unberührt zu sein. Und in dieser heilen Welt gibt es noch eine weitere Spitze, die scheinbar von sinkenden Umsätzen gänzlich unbetroffen bleibt: die Kreuzfahrtindustrie.
Während andere Branchen sich mit Minimalzuwächsen, Stagnation oder Rückgängen zufriedengeben müssen, trotzen die stolzen Schiffe der gobalen Konjunkturschwäche. Im Jahr 2011 ist der Gesamtbetrag der globalen Kreuzfahrtbranche laut den Branchendaten vom Verband der Europäischen Kreuzfahrtschiffe (ECC) auf 36,7 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein Rekordhoch, im Jahr davor waren es noch 35,2 Millarden Euro. Die Kreuzfahrtbranche ist seit 2006 um 54 Prozent gewachsen.
Selbst die Havarie der Costa Concordia im Jänner dieses Jahres konnte der Lust auf Schiffsreisen keinen Abbruch tun. Die wichtigste Folgeerscheinung war wohl, dass auf vielen Schiffen die Sicherheitsbestimmungen verschärft wurden. Die Buchungen brachen entgegen den Erwartungen nicht ein. Laut einer aktuellen Umfrage von travelzoo.de hat sich die positive Einstellung von 42 Prozent der Befragen, die bereits Erfahrung mit Kreuzfahrtschiffen haben, nicht geändert. Man ist 2012 sogar bereit, mehr Geld für eine Reise auf einem Luxusliner auszugeben, nämlich 1.400 Euro statt 1.000 Euro im Jahr 2011.
Aber der Markt wird enger. "Es zeigt sich ein zunehmender Wettbewerb und eine starke Zunahme der Kapazitäten", sagt Rolf Nieländer, Pressesprecher bei Princess Cruises. Auf die vielen neuen Schiffe, die in Dienst gestellt werden, reagieren die Anbieter mit preisaggressiven Angeboten. Allein die Deutsche Kreuzfahrt verzeichnete im Vorjahr eine Steigerung von zwölf Prozent. "Bis 2015 erwarten Branchenkenner in Deutschland weiterhin ein Wachstum von elf Prozent", so Godja Sönnichsen, Pressesprecherin von TUI Cruises. Als einen Grund für den Boom sieht sie die große Vielfalt, die ein immer breiteres Publikum anspricht.
Der typische Kreuzfahrer ist Geschichte. Immer mehr Passagiere, die zwar altersmäßig dem Klischee entsprechen würden, sind heute überaus fit und wollen ihre Ansprüche bei Kreuzfahrten gewürdigt sehen, weiß Nieländer. Dementsprechen sind moderne Kreuzfahrtschiffe mit allen Raffinessen ausgestattet, bieten ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten an Bord, abwechslungsreiche Kulinarik, zahllose Veranstaltungen, Konzerte und Shows und wissen den anspruchsvollen Passagier zu unterhalten, so dass Lagerkoller gar nicht erst aufkommen kann. TUI Cruises beispielsweise richtet sich vor allem an Gäste, für die Freiraum, Großzügigkeit, Qualität und individueller Service wichtig sind. "Die Kreuzfahrt ist in den vergangenen Jahren viel lockerer geworden, ohne dass die hohe Qualität bei Komfort, F&B (Food & Beverage, Anm.) und Unterhaltung abgenommen hätte", beschreibt Nieländer das moderne Konzept einer Kreuzfahrt.
Neuerdings sehr beliebt sind sogenannte Themenkreuzfahrten. Sie sollen die Erwartungen der Passagiere an Unterhaltung und ein vielfältiges Programm erfüllen. Es sind heute nicht mehr nur die Routen alleine, die die Menschen auf die Luxusliner locken, sondern das, was ihnen an Bord geboten wird. Und hier sind dem Einfallsreichtum der Kreuzfahrtunternehmen kaum Grenzen gesetzt.
TUI Cruises beispielsweise schickt 2013 das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 1" auf eine Reise, die so gar nicht zur herkömmlichen Vorstellung einer Kreuzfahrt zu passen scheint. Bei der "Full Metal Cruise" werden 20 Bands auf drei Bühnen die Passagiere auf ihrer Fahrt durch die Meere Nordeuropas mit ihren Shows begleiten. Für Sönnichsen kein Widerspruch: "Wir wollen innovativ sein und unsere Gäste überraschen. Die Full Metal Cruise richtet sich an Heavy-Metal- und Kreuzfahrtfans, die gerne einmal etwas Neues wagen." Die Reise versteht man bei TUI als Verbindung aus Festival, Städtereise und Urlaub auf dem Meer. Angesteuert werden dabei Häfen in London, Paris und Amsterdam. Bei den Bands an Bord darf man sich auf hochkarätige Musiker freuen, darumter Gamma Ray, In Extremo und Doro Pesch. Fast alle Speisen in den Restaurants, aber - und das mag für ein Festivalschiff nicht ganz unwesentlich sein - auch das Bier sind im Reisepreis inbegriffen.
Etwas gesetzter dürfte es bei der "3. Stadl-Kreuzfahrt" mit Andy Borg und den Stars aus der Volksmusikszene zugehen. 2013 startet die zünftige Reise auf der Allure of the Seas von Royal Caribbean. Vom 6. bis 16. April fahren die Passagiere schunkelnd im Rhythmus der Schlagermusik in Richtung Karibik.
Nieländer sieht das Vorhaben, eine Kreuzfahrt unter ein Motto zu stellen und dann ein Schiff mit 3.600 Passagieren zu füllen, die sich alle für dieses Thema interessieren, als eher schwierig an. "Am besten geht das sicherlich bei populäreren Musikthemen. Bei Literatur wird es dann aber schon unmöglich", glaubt Nieländer. Für ihn ist eine Kreuzfahrt an sich schon ein Thema. Das Schiff mit seinen vielfältigen Angeboten an Bord, die Route und die Landprogramme bergen reichlich Stoff für einen erfüllten Urlaub, ist er überzeugt.
Scheinbar aber nicht genug Stoff für die Teilnehmer einer der außergewöhnlichsten Fahrten im kommenden Jahr. Der Reiseveranstalter Bare Necessities Tour & Travel hat für die Carnival Freedom, ein Schiff der Carnival Cruise Lines, eine Kreuzfahrt auf die Beine gestellt, die eine ganz spezielle Gruppe von Reisenden anspricht: Nudisten. Bei der "Big Nude Boat Cruise" geht die achttägige Reise von Ft. Lauderdale durch den Panamakanal und wieder zurück. Mit an Bord 3.000 nackte Passagiere in Feierlaune, die mit Gleichgesinnten das Bordleben "hautnah" erleben wollen.
Für Nieländer bleiben Themenkreuzfahrten dieser Art jedoch eher skurrile Blüten im Bemühen der Reedereien, neue Kunden zu generieren. Etwas weniger spektakulär, aber für die ensprechenden Zielgruppen trotzdem maßgeschneidert sind Themenkreuzfahrten für Schwule, Singles, Golfer, Literaturliebhaber, Gourmets und Weinkenner. "Mit Abstand das größte Gästesegment werden auf lange Sicht gleichwohl jene Passagiere bleiben, die ihre Kreuzfahrt mit Blick auf das Schiff bzw. die Route auswählen und genießen möchten", analysiert Nieländer die zukünftige Entwicklung der Seereisen auf den Luxuslinern. (Mirjam Harmtodt, derStandard.at, 6.9.2012)
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Wenn ich dafür mehr Strände für mich habe, weil die, die sie sonst bevölkern, inzwischen auf diesen Schiffen Urlaub machen, soll's mir recht sein.
Ich brauch das für mich gar nicht.
Nur ist es sehr ärgerlich, wenn man an einem Ort weilt, denn sie anlaufen.
Die malerischen Hauptorte auf Santorin sind zwischen 9:30 und 16:00 unpassierbar, da legen täglich mehrere dieser Riesendinger an und ihr Inhalt vermüllt alle Gasserln.
Venedig ist besonders arm dran...
Sogar in Kopenhagen gibt's inzwischen einen enormen Almauftrieb der Kreuzfahrer, auch dort verstopfen sie die Hauptwege der Innenstadt.
Also wenn Iron Maiden irgendwann nicht mehr wie Iron Maiden klingen, sondern wie Slipknot, dann hab ich ein Problem... soll heißen, Metal-Fans sind bis zu einem gewissen Grad sehr wohl konservativ, indem sie erwarten, dass eine Band wie Iron Maiden auch weiterhin wie Iron Maiden klingt und nicht von heute auf morgen einen völlig neuen Stil erschafft, der nicht zur Band passt. Dem Zeitgeist können sich von mir aus Metallica anpassen, andere Bands haben das zum Glück nicht nötig :)
Naja da schauns imho jetzt schon ziemlich auf die Headliner. Aber es kommen ja immer wieder neue, jüngere Bands (meist aus Übersee, welche Richtung auch immer) nach. Die spielen halt keinen klassischen Metal mehr, sondern eher Metalcore,...
Mir fielen da jetzt spontan August Burns Red, Trivium oder Parkway Drive ein, die selbst bei uns schonmal das Gasometer oder die Arena locker füllen.
Für einen Headliner fehlt denen halt dieser Pop-Klishee - Anhang der kreischend um Metallica herumsteht und völlig ausflippt, wenn sie eeeendlich Nothing else Matters spielen.
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