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Wien - Ab Oktober wird es für die Universitäten ernst: Dann gehen die Verhandlungen mit dem Wissenschaftsministerium zu den Leistungsvereinbarungen (LV) für die Jahre 2013 bis 2015, in denen das Uni-Budget auf die einzelnen Hochschulen aufgeteilt und deren dafür zu erbringende Leistung fixiert wird, in die heiße Phase. Die LV-Verhandlungen finden heuer zum dritten Mal statt, diesmal wurde laut Ministerium besonders auf stärkere Abstimmung der Unis untereinander und auf eine engere Verbindung von Geld und Leistung geachtet. Spätestens bis Jahresende müssen die Verhandlungen abgeschlossen sein.
Inhalt der Leistungsvereinbarungen sind primär die von der jeweiligen Universität zu erbringenden Leistungen wie strategische Ziele, Profilbildung, Universitäts- und Personalentwicklung, Forschung, Studien und Weiterbildung sowie gesellschaftliche Zielsetzungen bzw. umgekehrt deren Finanzierung durch den Bund.
Es seien im heurigen Jahr wesentlich mehr Analysen vor Beginn der Verhandlungen durchgeführt und den Unis viel mehr Koordinations- und Kooperationsarbeit abverlangt worden als bisher, verwies der für die Koordination und Planung der Leistungsvereinbarungen zuständige stellvertretende Leiter der Hochschulsektion, Elmar Pichl, bei einem Hintergrundgespräch am Dienstagabend auf Neuerungen. Ein Beispiel aus der Praxis ist eine inhaltliche Kooperation der drei Grazer Unis im Bereich der Biotechnologie.
Außerdem sei etwa Kritik des Rechnungshofs oder des Wissenschaftsrats berücksichtigt worden: Dadurch bekommen diesmal etwa die Koordination des Studienangebots, Profilbildung, aber auch eine stärkere Rückkoppelung von Forschung und Lehre, mehr Transparenz bei den Gehältern von Forschern sowie mehr Effizienz in der Verwaltung größeres Gewicht.
Inhaltliche Schwerpunkte sollen diesmal laut Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) Nachwuchsförderung, Kooperation, ein besseres Abschneiden beim kommenden EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020", Drittmittel, die Reform der Lehrerbildung und bessere Vereinbarkeit von Familie und Forscherkarriere sein.
Insgesamt stehen den Unis von 2013 bis 2015 rund 8,5 Mrd. zur Verfügung. In den Leistungsvereinbarungen wird über die Verteilung von 6,8 Mrd. Grundbudget verhandelt. 471 Mio. Euro sind Ersatz für die quasi-abgeschafften Studiengebühren, 450 Mio. Euro werden als "Hochschulraum-Strukturmittel" vergeben, die das bisherige "formelgebundene Budget" ersetzen.
Der Modus, wie diese Strukturmittel vergeben werden, wurde nun in einer Verordnung festgelegt: Aus dem Strukturmittel-Topf sollen die Unis eine Belohnung für die Zahl prüfungsaktiver Studenten (60 Prozent, 270 Mio. Euro) bekommen, außerdem gibt es zusätzliches Geld für die Absolventenzahl (zehn Prozent, 45 Mio.), für eingeworbene Drittmittel (14 Prozent, 63 Mio.), für private Spenden ("Matching funds"; zwei Prozent, neun Mio.) und für Kooperationen (14 Prozent, 63 Mio.).
Dazu kommen noch Baumittel von rund einer Milliarde Euro und Mittel für den klinischen Mehraufwand der Medizin-Universitäten. (APA, 5.9.2012)
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