Strabag droht in Polen Restitutionsfall

  • Das Polonia Palace
    foto: polonia palace

    Das Polonia Palace

Das 1997 erworbene Polonia Palace sieht sich mit Forderungen der Erbin der polnischen Prinzessin Lubomirska konfrontiert

Wien/Warschau - Der österreichischen Syrena Immobilien Holding, an der die Strabag mit 51 Prozent und die Raiffeisen Centrobank mit 49 Prozent beteiligt ist, droht in Polen ein langwieriger Restitutionsrechtsstreit um das Warschauer Luxushotel Polonia Palace, berichtet das "WirtschaftsBlatt" am Mittwoch. Das Hotel gehörte der polnischen Prinzessin Lubomirska und wurde vor fast 100 Jahren eröffnet. 2007 meldete sich eine Erbin bei Syrena, die das Hotel bzw. Geld forderte. Nach dem Absprung der Stadt Warschau bei den Restitutionsgesprächen erwartet Strabag- und Syrena-Vorstand Ludwig Steinbauer einen langwierigen Rechtsstreit mit der Erbin.

"Rechtsfreier Raum"

1997 hatte die Österreicher den polnischen Hotelbetreiber Syrena um 24 Mio. Dollar erworben. Von den sieben Hotels behielten sie drei, darunter das Polonia Palace, das sie im Jahr 2007 um 30 Mio. Euro renovierten. "Polen hat leider kein Restitutionsgesetz, wir agieren daher im rechtsfreien Raum", erklärte Steinbauer die Situation. Dennoch war man bereit, "der Erbin eine Summe zu zahlen, dazu ist es aber nicht gekommen." Denn die Stadt Warschau, die sich am "Entschädigungs-Deal" hätte beteiligen sollen, machte heuer im Frühjahr einen Rückzieher.

Steinbauer erwartet deshalb, dass sich der Rechtsstreit mit der Erbin, Frau Lubomirska, "drei bis fünf Jahre" ziehen könnte. Im schlechtesten Fall könnten die Österreicher das Hotel verlieren. Ihnen würde dann nur eine Schadenersatz-Klage in zweistelliger Millionenhöhe gegen die Stadt Warschau übrigbleiben. "Von diesem Szenario gehen wir aber nicht aus", sagt der Manager. Im besten Fall behalten die Österreicher das Haus und die Erbin muss noch die Gerichtskosten zahlen. Die bisherigen Kosten der Österreicher für den Rechtsstreit beziffert Steinbauer mit einem "sechsstelligen Euro-Betrag".

Wenn der Rechtsstreit beigelegt ist, könnten die drei Hotels im Paket verkauft werden. Allein den Wert des Polonia Palace beziffern Experten mit 60 Mio. Euro. Steinbauer hat aber keine Eile: "Die drei Hotels haben alle einen ausgezeichneten Geschäftsverlauf." (APA, 5.9.2012)

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