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Das Video der Republikaner in dem sie behaupten Obama wolle die Arbeitsverpflichtung für Sozialhilfeempfänger abschaffen. Eine glatte Lüge.
Auch die Demokraten sind keine Unschuldsengel: Das Video der Demokraten mit dem ehemaligen Stahlarbeiter Joe Soptic. Das Video suggeriert Bain Capital und damit Mitt Romney sei am Tod der Frau von Soptic zumindest indirekt mitschuldig. Eine unzulässige Verkürzung der Lebensgeschichte Soptics.
Alle lügen, bis das Gegenteil bewiesen ist. Im US-amerikanischen Wahlkampf scheint dieser Grundsatz dieses Jahr nicht mehr zu gelten. Die Republikaner lügen in einem Wahlkampfvideo. Das wurde ihnen nachgewiesen. Sie machen trotzdem weiter.
Auslöser einer aktuellen Debatte war ein Werbespot der Republikaner, der Barack Obama vorwirft, er würde von Sozialhilfeempfängern nicht länger verlangen, dass sie im Gegenzug für die finanziellen Leistungen an Arbeitsprogrammen teilnehmen. Der Vorwurf ist nicht korrekt. Obama gibt den Bundesstaaten lediglich die Möglichkeit flexibler in der Wahl der Programme zu sein, von denen sie glauben, dass sie der Reintegration in den Arbeitsmarkt dienen. Keine Rede davon, dass hier Gelder ohne Gegenleistung bezogen werden dürfen.
Mehrere US-Medien haben die Behauptungen der Republikaner einer Prüfung unterzogen. Das Ergebnis von Politifact.com, einer mit dem Pulitzerpreis gekrönten Plattform, die Politikeraussagen auf ihren Wahrheitsgehalt prüft, lautet: "pants on fire" - also eine glatte Lüge. Die Washington Post hat die Fakten der Aussage ebenfalls überprüft und vergibt vier von vier möglichen "Pinocchios". Auch die Demokraten kommen in der Washington Post nicht ungeschoren davon und kassieren für ihre Reaktion auf die Vorwürfe aus dem Romney Lager drei "Pinocchios". Sie haben nämlich behauptet, Romney würde jetzt etwas kritisieren, das er als Gouverneur von Massachusetts selbst gefordert hatte. Ebenfalls nicht wahr.
Schon zuvor haben es auch die Demokraten nicht immer ganz genau mit der Wahrheit genommen. Die Aussage Romneys, er schätze die unternehmerische Freiheit, Leute wenn nötig kündigen zu können, wurde massiv verkürzt. In der Darstellung der Demokraten sagte Romney, er mag es Menschen zu feuern. Eine Aussage, die gut in das Bild des kalt berechnenden Unternehmers passt, das die Demokraten von Romney zu zeichnen versuchen.
Ein weiterer demokratischer Fehltritt: In einem Werbespot suggerieren die Demokraten, Bain Capital und damit Mitt Romney, sei schuld am Tod der Frau des entlassenen Stahlarbeiters Joe Soptic, weil dieser mit dem Verlust seiner Arbeitsplatzes auch die Mitversicherung seiner Frau verloren habe. Wie sich herausstellte, eine unzulässige Verkürzung der Tatsachen: Romney war zur Zeit der Schließung des Werkes bereits Gouverneur von Massachusetts und Soptics Frau ist auch nicht kurz nach dessen Entlassung gestorben, sondern erst Jahre danach.
Trotzdem bedeutet der Umgang mit den falschen Fakten im Video der Republikaner eine qualitative Veränderung im Wahlkampf. Neu ist die Art und Weise, wie dreist die Unwahrheit behauptet wird und wie sie auf die Presseberichte reagieren, die den Wahrheitsgehalt der Aussagen geprüft haben. "Wir lassen uns die Kampagne nicht von Fact-Checkern diktieren", sagte der republikanische Meinungsforscher Neil Newhouse bei einer Podiumsdiskussion mit Medienvertretern während des republikanischen Parteitages Ende August in Tampa. Der Grund für diese sture Haltung: Der Werbespot dürfte bei den Wählern in der weißen Mittelschicht ankommen. Außerdem scheinen sich nur die Wähler des jeweiligen politischen Gegners über die fehlenden Fakten zu beschweren. Dem eigenen Favoriten werden Fehler nachgesehen.
Problematisch an dem Video ist neben der Verbreitung von falschen Fakten, dass damit rassistische Ressentiments geschürt werden. Die Vorurteile in der weißen Mittelklasse, wonach Sozialhilfeempfänger überwiegend schwarz, faul und gewaltbereit wären, sind noch nicht zur Gänze verschwunden.
Über die Ignoranz der Republikaner im US-Wahlkampf hat Ezra Klein in der Washington Post einen viel beachteten Beitrag verfasst. Der Kommentar ist als Reaktion auf die Rede des Vizepräsidentschaftskandidaten Paul Ryan erschienen. Ein Kollege habe einen Artikel über Ryans Rede am Parteitag der Republikaner geschrieben. Darüber was daran wahr, falsch und missverständlich gewesen sei. Im ersten Entwurf des Artikels, fand sich nur ein Punkt, der als wahr einzustufen ist. Klein konnte es nicht fassen. Er sah sich Ryans Rede nochmal an, um zumindest einen zweiten Punkt zu finden, der wahr sei. Ohne Erfolg.
Dann verglich er die Rede Ryans mit der Palins vier Jahre zuvor, um herauszufinden ob die Parteitagsreden sich schon 2008 kaum an Fakten gehalten haben. Kleins Ergebnis: Nein. Palins Fakten waren korrekt. Obama hatte wirklich wenig Erfahrung im Politikbetrieb, er beabsichtigte die Aufgaben des Staates auszubauen und die Steuereinnahmen zu erhöhen.
Romneys und Ryans Vorwürfe gegen Obama hingegen sind meist nicht haltbar und die eigenen Vorschläge so wenig konkret, dass sie sich der Überprüfbarkeit entziehen. Als Beispiel sei nur erwähnt, dass Romney plant die Staatsausgaben auf 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA zu senken. Wie er dieses Ziel zu erreichen gedenkt, lässt er offen.
Klein kommt zu dem Schluss, dass die Republikaner es im aktuellen Wahlkampf nicht schaffen, sich an die Mindeststandards für eine richtige politische Diskussion halten. Zu oft würden bestimmte Aussagen nicht zusammen passen, zu wenige Details beinhalten, um bewertet zu werden oder sind einfach nicht wahr sein. Ihm persönlich gefällt das nicht, schreibt Klein. Es wäre ihm lieber die Medien könnten in beide Richtungen austeilen, Republikanern und Demokraten Schwachstellen und Fehler nachweisen. Aber damit die Berichterstattung ausgewogen sein könnte, müssten die Kampagnen auf dem gleichen Level sein. Dieses Jahr, resümiert Klein, hätten Medien die Wahl: Entweder einen fairen Anschein zu vermitteln, oder wirklich fair zu sein. Beides sei nicht möglich. (mka, derStandard.at, 5.9.2012)
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zwar hat die doku keinen direkten bezug zum artikel, es ist aber tatsächlich erstaunlich, wie die amerikanische politik und die ölindustrie verbunden sind und seit 100 jahren die weltpolitik beeinflussen. absolut sehenswert!!
http://videos.arte.tv/de/videos... 94478.html
interssant wie viel aufmerksamkeit der us-wahlkampf bekommt, wo in wirklichkeit die beiden parteien sich kaum unterscheiden.
ist doch nur eine schein-demokratie.
wieso schaffen es die reps nicht einen wählbaren kandidaten mit ernsthaftem programm aufzustellen. vielleicht wollen sie es ja gar nicht mal?
noch eine amtszeit für obama dann wird es eh krieg geben und nach den 4 jahren werden wieder die reps.
eine traurige geschichte!
Ich hab die DvsR Debatten satt, aber ich glaub dass das Gesagte für die neue amerikanische politische Kultur allgemeinen gilt. Fakten spielen keine Rolle.
Aufgestellte Behauptungen sollen gar nicht mit der Realität abgeglichen werden, es auszusprechen reicht. Das ist der Hauptsinn. Wenn man in ein paar Jahren zurückblickt wird man feststellen dass sich in den ersten 4 Jahren Obama fast gar nichts getan hat, die US-Politik ist festgefahren. Und trotzdem ist das Land seit 4 Jahren in einem hysterischen Rausch.
Die Kritiker werfen Obama eines vor and dann gleich das Gegenteil auch.
Ich glaub die amerikanischen Medien haben dafür grad den Ausdruck "post-truth politics" geprägt. "Lügen" trifft es aber nicht, es ist losgelöst von der Realität.
der Senat ist nicht dumm: 1. FED-Audit, Skandal größer als LIBOR, mögl. Hochverrat
Die Leute sind nicht dumm, dass boomt gerade:
"We are unable to explain fully ... " (NIST 2008)
Arch. u. Ing. liefern hier eine kompakte Übersicht über den heutigen Nachweis der Sprengung der 3 WTC Türme damals, 11.Sept vor 11 Jahren,
und verlangen eine zweite Untersuchung,
wegen ..."able to explain fully"... ist besser als "unable to explain fully", meinen sie halt.
9/11: Explosive Evidence - Experts Speak Out
bei Min 27:00
http://video.pbs.org/video/2270078138
(Einige Tage noch for free.)
ab Min 1:07 Psychologen erklären, wie Menschen auf diese Wahrheit wie reagieren (eigene Regierung ;<)
ab Min 1:31
Die Hinterbliebenen ersuchen um Verständnis, das
Aber Ezra Klein ist doch kein Journalist, sondern ein Kolumnist. Seine Meinungskolumne als objektive Fakten zu verkaufen, ist schon mehr als peinlich.
Er schreibt ausschliesslich fuer linke Medien wie z. B. The Nation, The American Prospect und hat einen Vertrag mit MSNBC.
Ezra Kleins Meinung als absolute Wahrheit zu zitieren ist so, als wuerde man Sarah Palins Beitraege auf Fox 1:1 uebernehmen.
Es sei noch erwähnt, daß Ezra Klein hinter Journolist stand - einer Emailliste von einigen hundert linken "Journalisten", die sich z.T. gegenseitig koordiniert haben, um gewisse "narratives" zu fördern. Solche Leute sind als objektive Quellen nicht ernst zu nehmen.
Ja, z. B. wurde vereinbart, jeden einen Rassisten zu nennen, der den Rev. Wright auch nur erwaehnt.
Zitat:
“If the right forces us all to either defend Wright or tear him down, no matter what we choose, we lose the game they’ve put upon us. Instead, take one of them – Fred Barnes, Karl Rove, who cares – and call them racists."
http://tinyurl.com/9f5jgpx
Das wurde der Oeffentlichkeit dann nicht nur in Meinungskolumnen verkauft, sondern auch als Faktum von den "objektiven" Journalisten.
Dieser "Spin" der Wahrheit wird im Standard jedes Mal fromm nachgebetet und die Leser sind dann immer total erstaunt, wenn die "dummen Amis" republikanisch waehlen, wo doch "jeder weiss", dass die Republikaner boesartig, dumm und gefaehrlich sind.
Und genau solchen Spin verkaufen die selbsternannten "fact-checker". So ist Romneys Werbung vereinfachend und etwas übertrieben, im Kern aber komplett korrekt - einfach die entsprechenden Posts von Mickey Kaus zu dem Thema lesen oder die Analysen von Robert Rector. Da merkt man dann, daß die sog. "fact-checker" bei dem Thema nicht viel Ahnung haben...
Nur zu einem einzigen Punkt, naemlich Medicare: Wenn Sie den Jahresbericht lesen, der hier zitiert wird, dann werden Sie sehen, dass er in Wirklichkeit eine vernichtende Beurteilung des ACA (Obamacare) ist.
Nirgendwo in dem Bericht steht, dass die Entnahme von 700 Milliarden Dollar die Finanzen von Medicare staerken wird, wie die Fact-Checker implizieren.
Schon 2011 hat Foster kritisiert, dass die entnommen 700 Milliarden nicht gleichzeitig fuer Medicare und fuer andere Programme benutzt werden koennen. Genau das sieht der ACA aber vor.
Und genau das ist auch die Kritik Ryans.
Wie man sieht, muessen auch die Fact-Checker konstant gecheckt werden, weil sie selber alles andere als unvoreingenommen sind.
Spätestens sein Bush jun. wissen wir, dass in den USA der Präsident wird, der mehr Geld (=Airtime, Medienpräsenz) hat.
Das Geld kommt von den Grosskonzernen, Oel-, Waffen-, Finanzunternehmen sind am spendabelsten. Und erwarten sich Gegenleistungen die Bush Jun. vollbracht hat.
Diesmal wird's nicht anders sein.
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