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Mitleiderregend, authentisch und schwammig. In diese Phasen lässt sich das ORF-Sommergespräch mit ÖVP-Chef Michael Spindelegger einteilen. Er wirkte stark, wenn es um Europathemen ging. Sein EU-Engagement ist glaubwürdig - vor allem, wenn er auf markige Sprüche wie zuletzt verzichtet.
Er wirkte schwach, wenn sein Standing in der Partei zur Sprache kam. Die von ihm selbst zuvor dementierten und dann in der Sendung bestätigten Pläne, ins Finanzressort zu wechseln, trugen nicht zu der von ihm propagierten Glaubwürdigkeit bei.
Entlarvend waren seine Worte zu Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll. Dass dieser ihm über den Kurier ein Referendum zur Wehrpflicht vorgeschrieben und ihn zu einem Schwenk gezwungen hat, kommentierte Spindelegger so: "Das sagt, dass ich mit Erwin Pröll immer einer Meinung bin. Das ist der Punkt."
Genau, das ist der Punkt.
Spindelegger wurde noch präziser, was seine Beziehung zu Pröll betrifft: "Ich lasse über ihn nichts kommen, aber er auch nichts über mich. Jetzt sind wir doch einmal froh in der ÖVP, dass nicht ein Parteichef gegen den stärksten Landeshauptmann in Niederösterreich Politik macht."
Erwin, dein Wille geschehe. Das ist Spindeleggers Glaubensbekenntnis, das er vor laufenden TV-Kameras ablegte. Er präsentierte sich als Parteichef von Prölls Gnaden.
Dass Spindelegger kein Charisma hat, weiß er selbst. Er macht das wett, wenn er authentisch ist - und nicht gestelzte, von einem Coach eingebläute Sätze von sich gibt. Das reicht nicht, um als Kanzlerherausforderer punkten zu können. Was fehlt, ist ein Profil, ein Programm, eine Agenda. Es gibt - angefangen bei Bildung - viele Bereiche, in denen Reformen notwendig sind.
Aber da präsentiert sich Spindelegger als Bewahrer, nicht als Erneuerer - übrigens auch, wenn es um Reformen in der katholischen Kirche wie das Frauenpriestertum geht. Spindelegger schaffte nicht einmal eine klare Verurteilung der von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache weiterverbreiteten antisemitischen Karikatur. "Ich kann doch nicht alles ständig kommentieren, was andere tun", lautete die Auskunft des Außenministers, der sehr wohl registriert haben muss, welch verheerendes Echo im Ausland diese Zeichnungen hervorgerufen haben.
Eine Koalitionsvariante mit der FPÖ und Stronach ist rechnerisch wahrscheinlich und mag machtpolitisch verlockender als ein Bündnis mit der SPÖ sein. Aber wer sich alles offenhält, vermittelt den Eindruck, mit dem der ORF-Teletext Spindeleggers Koalitionsansagen zusammenfasste: mit allen möglich.
Welche konkreten Zukunftsperspektiven die ÖVP entwirft, welche Reformen etwa im Sozialbereich die ÖVP anpeilt, welche Bildungskonzepte die ÖVP außer Neugebauer'schen Alles-bleibt-wie-es-ist-Beton anzubieten hat, konnte Spindelegger in sei - ner eineinhalbjährigen Obmannschaft nicht deutlich machen. Galt früher: Onkel Hans (Dichand) regiert die Republik, gilt jetzt noch immer: Onkel Erwin dirigiert die Volkspartei.
Die Chance, sich zurückzuziehen und einem stärkeren Kandidaten das Feld zu überlassen, hat Spindelegger nicht genutzt. Agiert Spindelegger weiter so, kann er auf den Mitleidsbonus setzen. Oder Pröll zieht die Reißleine nach der Landtagswahl in Niederösterreich im Frühjahr. Alles ist möglich in und mit der ÖVP. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, 4.9.2012)
Die USA lenken mit der Änderung der Syrien-Position von der Datenaffäre ab
Im Salzburger Zock-Skandal wird politische Verantwortung nicht wahrgenommen
Generationen haben sich abgeschuftet um unseren Wohlstand zu erlangen. Und nun wird das ganze Elend sichtbar.Eine Bundesregierung, die tagtäglich Zusammenhalt laienhaft vorspielt, und täglich sich bekriegen.
Möglicherweise werden auch Milliarden Haftungen schlagend.Viele haben die Dramatik der Krise aber noch nicht erkannt.
Die Bezeichnung pawlowscher Hund, der ständig nach Futter leckt, und dabei einen Speichelfluss bekommt, wenn er zum Futtertrog kommt, ist eine ähnliche Vorgangsweise.
Leider gehört Spindi auch zu der Gruppe der unseriösen Politikdarsteller
der das Volk zu wenig respektiert!
Es ist nicht verwunderlich das bei dieser Verhaltensweise die Wahlbeteilig immer weiter zurück geht.
Ich lese nur mehr die Überschriften v. Fr. Föderl-Schmied, ihre Artikel erspare ich mir schon lange.
Der Standard lebt von seiner Wirtschaftskompetenz und Auslandspolitik, beides wirklich top. Innenpolitisch zu sehr links-lastig und weit weg von einem unabhängigen Journalismus.
Wenn Worm "obaschaut" muss er verzweifeln, kein Nachfolger weit und breit.
Zusammenfassung Sommergespräch:
Schildkröte auf Koks.
Den PR-Coach sollte er feuern, oder sich Persönlichkeit zulegen. Letzteres wäre sinnvoller. Politik muss emotional ansprechend vermittelt werden, inhaltlich kennt sich der Plebs eh nicht aus, auch wenn ers gerne glaubt.
Die Wichtigkeit der Sommergespräche wird überschätzt. Wie der Einfluss eines Erwin Pröll oder Michael Häupl auf Österreichs Gesamtpolitik! Auch wenn der eine oder andere mal in provinziellen Größenwahn abgleitet.
Charisma - überschätzte Eigenschaft. Nehmen wir Frau Merkel - ein fader Typ, fast null Ausstrahlung, trotzdem sehr einflussreich in EU-Europa. Im Endeffekt zählt das Ergebnis einer Sachpolitik!
Bundesheer - warum über ungelegte Eier diskutieren? Darabos soll zuerst seine Konzepte für "neue Wehrpflicht" und "neues Berufsheer" inklusive künftige Aufgaben der Milizen, Katastropheneinsatz, Ersatz für Zivildienste vorlegen. Realistische Kostenschätzungen/Effizienz beider Systeme. Evaluierung der Vor- und Nachteile, Neutralität/NATO etc
..und OHNE Identitätskrise...
http://www.oe24.at/oesterrei... h/77520356
Und das Lustige daran:
Die Leute regen sich immer auf, wie tief die ÖVP agiert.
Das soll man so nicht sehen.
Dieses tiefe und miese Denken und Agieren scheint in dieser christlichen Wertegemeinschaft der Himmelträger ganz normal zu sein.
Nicht einmal ansatzweise. Die sind konfrontativ gestrickt. Weshalb jeder Denkansatz der aus Richtung ÖVP kommt, sofort niedergemacht wird.
Man fühlt sich an die Studentenszene in den 1970er-Jahren erinnert: Da konnten die ganz linken und die ganz rechten etwas sehr gut gemeinsam: über die sch.eißliberalen herziehen. Wobei der Begriff "liberal" sehr viel umfasste.
strache als nächster bundeskanzler ist weder er- noch bewiesen - schon gar nach den letzten umfragewerten - und muss daher rein ihrem wunschdenken entspringen.
ich traue Ö viel zu! aber ich traue Ö nicht zu, einen mann zum bundeskanzler zu wählen, der in discos jugendliche brüste bekritzelt und den scheuchs & firends die stange hält .... ähem ...
Grundsätzlich ist es natürlich gut, wenn eine Partei eine gemeinsame Linie erkennen läßt.
Aber: Ist nicht der Einfluß von Pröll auf die Bundespolitik nicht schon ein bißchen krankhaft übertrieben ?
Zusatzfrage: War nicht auch Strasser ein Pröll-Mann ?
2. Zusatzfrage: Wo stünde die ÖVP ohne den Pröll-Clan ?
Offenbar interresiert Spindelegger bloss als Parteiobmann der ÖVP (Minister? Vizekanzler?), und da wirkt er wirklich mitleiderregend hilflos. Andere Kriterien wie Ehrlichkeit oder Vertrauenswürdigkeit, kommen so überhaupt nicht zur Geltung, er kann sie auch nicht präsentieren und zerstört sie sogar mit seinen späten Dementis (Pröllbedingt).
Onkel Erwin hats der grauen Maus gegeben (Himmelfahtsobmann), Onkel Erwin wirds der grauen Maus nehmen (Bruchpilot), die graue Maus hat dann ihre Schuldigkeit getan. Die Partei hat ihre Debakel-Ausrede und Onkel Erwin bleibt die graue Eminenz.
Die jetzt fast weinerlich vorgetragene Überzeugung zukünftiger Erfolge in Form von gecoachten Stehsätzen wird daran nichts ändern und nichts nützen.
ÖVP-Parteiobmann zu sein kann aber auch keine Freude sein. Da siehst du bereits bei Amtsantritt deinen Stuhl wackeln und die Messer in deiner Partei"freunde" Hosentaschen. Kurz aufmucken, irgendwas von Erneuerung von sich geben oder gar konkrete Schritte zu setzen versuchen, schon hörst du die Sägen an deinen Stuhlbeinen und die nächste Sockenpuppe wird eingesetzt.
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