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Früher war es für Rothirsche von Vorteil, mutig davonzurennen. Heute ist diese Strategie aufgrund der modernen Jagdausrüstung eher tödlich.
Seit Jahrtausenden greift der Mensch auf verschiedenste Weise in die Evolution der Lebewesen ein. Viele Arten wurden durch Bejagung ganz ausgerottet. Bei anderen Tierarten veränderte sich die äußere Form durch die Interaktion mit dem Menschen. Nun haben kanadische Biologen eine besondere Beobachtung gemacht: Allem Anschein nach hat die Jagd mit Pfeil und Bogen bei Rothirschen zu einem Persönlichkeitstyp geführt, der heute angesichts der Jagd mit Gewehren kontraproduktiv ist.
Für ihre Studie, die im Fachjournal "Proceedings B" der britischen Royal Society erschien, statteten die kanadischen Forscher 122 Rothirsche im kanadischen Teil der Rocky Mountains mit Sendern aus und beobachteten die Tiere von 2007 bis 2011. Von den 45 Männchen im Alter von zwei Jahren wurden in diesem Zeitraum 15 erschossen.
"Männliche Rothirsche, die erfolgreich gejagt wurden, hatten auf die Jäger reagiert, indem sie sich schneller fortbewegten als die überlebenden Hirsche, vor allem am Wochenende, in der Nähe von Straßen und in flacherem Terrain", schreibt das Team um Simone Ciuti von der Uni von Alberta. Die Biologen um Simone Cuti nannten diese Tiere "kühne Läufer" - im Gegensatz zu den "sich scheu Versteckenden". Die Forscher gehen davon aus, dass die Persönlichkeit für diese Verhaltensmuster sorgt, weil die Unterschiede hinsichtlich der Bewegungsrate zwischen den einzelnen Tieren schon da waren, bevor die Jagdsaison begann. Mit anderen Worten: In Zeiten von Pfeil und Bogen war es ein Selektionsvorteil, ein kühner Läufer zu sein. Deshalb bildete sich dieser Persönlichkeitstyp heraus, der heute im Zeitalter moderner Gewehre deutlich benachteiligt ist.
Bei den Hirschkühen seien die Persönlichkeitsmerkmale weniger eindeutig gewesen. Die Forscher vermuten, dass sie im Laufe der Zeit dazugelernt haben. Unter den weniger erfahrenen Weibchen zwischen zwei und neun Jahren waren - wie bei den Männchen - auch kühne Tiere erlegt worden. Erfahrenere Hirschkühe zwischen zehn und 19 Jahren hingegen waren weniger auffindbar, indem sie langsamer liefen und offene Gegenden vermieden. Sie alle überlebten. (tasch, APA/DER STANDARD, 5. 9. 2012)
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"Bei den Hirschkühen seien die Persönlichkeitsmerkmale weniger eindeutig gewesen. Die Forscher vermuten, dass sie im Laufe der Zeit dazugelernt haben."
Wie soll denn das funktionieren? Beim ersten negativen Lernereignis wären sie doch schon tot?
denn das verhalten aller tiere, die vom menschen gezielt gejagt oder ungezielt ausgerottet werden, ist veraltet und der situation nicht angepasst.
der notwenidige zeitraum zur selektion von tieren mit neuen verhaltensweisen dürfte etwas größer sein als jener der menschlichen - vergangenen oder zukünftigen - historie.
damit diese fetten gfraster (nicht die hirsche) es leichter haben zu zielen.
motto: bleib besser ruhig stehen, dann hab ich mehr zeit und chance dich auch mit 3,6 promille zu erlegen.
und: ich muss nicht so weit gehen um dich dann einzusammeln.
.
Der Standard liefert uns mal wieder ein aeusserst kuehnes résumé einer vermutlich sehr interessanten und guten wissenschaftlichen Arbeit und Publikation.
Wenn man schon wenig Zeit und nicht genug fachliche Einsicht hat, dann sollte man zumindest besonderes Augenmerk auf die Uebersetzung legen.
Allein "mutig davonrennen"....
Interessant finde ich, dass die in Kanada (europäische) Rothirsche finden ...
Weiters steht im Abstrakt, dass die Überlebenden Hirsche offene Flächen meiden, und würde meinen, dass diese Eigenschaft entscheidend für das Überleben ist und nicht wie weit der Hirsch läuft ...
wtf ?
diese Leute sollte man aus der Uni schmeißen.
Da habens ein gutes Ergebnis, dass es eben Rothirsche gibt mit unterschiedlichen Verhaltensmustern (könnte es sein dass das einfach immer schon so war? und könnte es sein dass Weibchen generell scheuer sind?)
und überinterpretieren dieses Ergebnis maßlos. Es gibt keinen Hinweis darauf dass sich was geändert hat bei den Hirschen (und das daher damals eine Anpassung an den Menschen war) und es gibt auch keinen Hinweis darauf das diese unterschiedlichen Persönlichkeiten dadurch entstanden wären.
und sowas nennt sich dann wissenschaftliche Arbeit und wird auch noch in der Zeitung gebracht ... So entstehen dann sinnlose Urban Legends
Sie haben eine Theorie aufgestellt. Es gibt falsifizierbare Vorhersagen - nämlich, wenn Hirschpopulationen gefunden werden, die das Verhalte nicht zeigen.
Damit ist es eine wissenschaftliche Theorie, weils sie falsifizierbare Aussagen macht. Ob sie Dinge einfacher, besser (ockham) erklären kann, ist wieder eine andere Frage. Aber die Idee sollte ihre Gültigkeit haben, so lange sie sich an wissenschaftliche Kriterien hält.
Haben Sie sich noch nie gefragt, warum die meisten Wildtiere vor Raubtieren (Wolf, Bär...) flüchten, nicht aber vor harmlosen Pflanzenfressern (Schaf, Gemse...)?
Dass die Tiere auch vor dem Menschen flüchten ist ja kein Zufall, sondern basiert ganz klar auf evolutionärer Selektion aufgrund jahrhundertausender langer Jagd auf die Tiere. Die hohe Fluchtdistanz vor dem Menschen resultiert aus der Jagd mit Wurfwaffen hoher Reichweite (Speer, Bogen...). Rasche Flucht war also ein Überlebensvorteil. Jetzt, mit den in evolutionär gemessenen Zeitspannen erst kürzlich entstandenen modernen Schusswaffen kann die rasche Flucht eben zum Nachteil werden, da es besser ist, sich im Rudel zu verstecken.
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