Nur 6,3 Prozent der Rekruten im Katastropheneinsatz

Gerald John, Nina Weißensteiner, 4. September 2012, 21:19
  • Rund 6,3  Prozent der Grundwehrdiener kommen bei Katastrophen zum Einsatz.
    foto: standard/corn

    Rund 6,3  Prozent der Grundwehrdiener kommen bei Katastrophen zum Einsatz.

Das Verteidigungsressort kontert Befürchtungen, dass mit der Wehrpflicht der Katastrophenschutz fällt: Laut Statistik kamen in den letzten fünf Jahren nur 1.400 Rekruten gegen Schlamm und Schnee zum Einsatz

Der Sommer war ein einziger Einsatz. "Mein Urlaub ist in der Katastrophe untergegangen", sagt Hans-Peter Scheb. Im Bezirk Liezen koordiniert der Katastrophenschutzreferent die Hilfseinsätze, wenn Unwetter Dörfer überfluten oder Berghänge ins Rutschen bringen. Tragischer Höhepunkt der laufenden Saison war die verheerende Mure in St. Lorenzen im Paltental.

Als erste Akuthelfer kommen stets Feuerwehr und Rotes Kreuz, erzählt Scheb, doch angesichts der heurigen Dramatik hat Liezen auch um Assistenzeinsatz des Bundesheeres angesucht, das natürlich eine gewisse Anlaufzeit braucht. Mehrheitlich waren es Pioniereinheiten, die weggerissene Brücken ersetzten oder Häuser mit Lärchenholzverbauten stabilisierten. "Echte Profis", sagt Scheb.

Zu den Spitzenzeiten waren im Bezirk Liezen 425 Soldaten in Aktion, rund 200 davon Grundwehrdiener. Als höchst positive Erfahrung hätten diese den Einsatz empfunden, sagt der Koordinator: "Und die Bevölkerung war natürlich sehr wohlwollend."

Die Erfahrung stützt ein Hauptargument, das für die Wehrpflicht ins Treffen geführt wird: Werden die Österreicher nicht mehr aus Hochwasser, Lawinen und anderen Katastrophen gerettet, wenn es keine Präsenzdiener gibt?

Gegen die Angstmacherei

Die Zahlen, die das Verteidigungsressort dem STANDARD nun zu den vergangenen fünf Jahren vorgelegt hat, relativieren jedenfalls Befürchtungen dieser Art. Demnach waren in diesem Zeitraum nämlich nur 1400 Grundwehrdiener tatsächlich in einem Katastropheneinsatz, was etwa 6,3 Prozent entspricht. Oder anders ausgedrückt: 93,7 Prozent der Rekruten bekamen während ihres Wehrdienstes keine Katastrophe aus der Nähe zu sehen. Ursprüngliche genannte Zahlen (5,5 und 94,5 Prozent) musste das Heer am Dienstagabend korrigieren.

Mit dieser Statistik jedenfalls will man im Büro des Verteidigungsministers Katastrophenszenarien widerlegen, die vor allem die ÖVP bei einem Fall der Wehrpflicht gerne wälzt. Norbert Darabos' Sprecher Stefan Hirsch: "Die tatsächlichen Einsatzzahlen entlarven die Aussagen der Berufsheergegner als reine Angstmacherei am Rücken der Bevölkerung. Wir sollten endlich zu einer sachlichen Debatte kommen."

Im Detail schwanken die Einsätze von Rekruten gegen Wasser, Schlamm und Schnee von Jahr zu Jahr: 2011 musste nur jeder 55. dagegen ankämpfen - also bloß 1,8 Prozent. 2010 hatte jeder 22. Präsenzdiener auszurücken, das entspricht 4,5 Prozent. In den Jahren davor waren es immerhin 9,1 beziehungsweise 13,2 Prozent (2009 und 2008). 2007 hingegen blieb man mit dem Einsatz von 3,2 Prozent der Rekruten deutlich unter dem Fünf-Jahres-Schnitt.

Bestätigt wird vom Ministerium auch eine Schätzung, die bei Blaulichtorganisationen kursiert: dass in "90 Prozent" der Katastrophenfälle hierzulande ohnehin nur die Feuerwehr ausrückt. (Gerald John/Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 5.9.2012)

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@ Redaktion

[...] Demnach waren in diesem Zeitraum nämlich nur 1400 Grundwehrdiener tatsächlich in einem Katastropheneinsatz,[...]

1400 ist der Schnitt pro Jahr, nicht die Anzahl in 5 Jahren wie suggeriert wird. Ansonsten stimmen Eure Prozentzahlen nicht.

ist immer noch falsch!

Bis zum Befehl der Krone die Berufsarmee einzuführen war Darabos noch der Meinung:“ Die Soldaten haben einen tollen Job gemacht.“.

Ich stelle mir die Frage in wie weit sich die Katastropheneinsätze verändert haben, dass die GWDs jetzt nicht mehr professionell genug sein sollen. Besonders unter Berücksichtigung des nicht ganz unwichtigen Aspekts, dass durch den Wehrdienst eine Vielzahl an Personen zum Heer kommen, die aus ihren zivilen Berufen Erfahrung mit Baumaschinen und anderen technischen Geräten mit bringen, die in einer Berufsarmee nicht mehr gegeben ist und somit auch vor Ort verfügbares Gerät umgehend einsetzen können.
Wer mit einer Berufsarmee schon einmal zu tun hatte weiß, was für eine „Professionalitätssteigerung“ hier tatsächlich stattfindet.

Es gibt auch den umgekehrten Fall.

Bei den Pionieren oder der ABC-Einheit (Rette und Bergezug) bekommen die Leute Einschulung an Geräten die vor allem für die FF sehr nützlich sind.

Die Synergieeffekte funktionieren nicht nur in diesem Bereich in beide Richtungen.

Die Auslandseinsätze des Bundesheeres leben davon und sind einer der Hauptgründe für des hohen internationalen Ansehens des ÖBHs.
Mit der Einführung der Berufsarmee gehen diese verloren und damit auch die hohe Flexibilität und Professionallität des ÖBH.

Laut Heereshomepage waren zwischen 2008 und 2011 mehr als 3290 Soldaten im Katastropheneinsatz und davon sollen nach den Berechnungen Darabos nur 1400 GWDs gewesen sein, also nicht einmal die Hälfte? Und das obwohl von den Soldaten im Katastrophen-

einsatz 70% GWDs sind? Dies scheint eine ähnlich exakte Rechnung zu sein, wie sie von Databos recht oft kommt.
Ob Darabos die Zahlen, wie gewohnt zu seinen Gunsten berechnen hat lassen spielt aber im Grunde keine Rolle, da es nicht darum geht ob man in den meisten Fällen ausreichend Soldaten zur Verfügung hat sondern ob man IMMER ausreichend Soldaten zur Verfügung hat. Und das ist bei einer Berufsarmee eindeutig nicht der Fall.
Die Einführung eines „THW“ würde hier auch nichts helfen, da es das in der Form der FF bereits gibt und auch das THW bei jeder größeren Katastrophe die BW rufen muss. Da auch das THW sein Personal zu einem Gutteil durch den Wehrersatzdienst rekrutierte macht sich auch hier bereits der Personalmangel breit.

Michmädchenrechnung

Grundgesetz

wenn die leidigen Boni der Bankmanager nicht gestutzt werden dürfen da ja “Freiwilligkeit“ der Aktionäre !
so sollte auch bei einfachen Bürgern der Wehrdienst nicht erzwungen werden dürfen (gilt auch für Katastropheneinsatz)

WIE WÄR'S MIT MATHE-UNTERRICHT für GEISTIG ARMÜTIGE ÖVP-WEHRSPRECHER ?

siehe hier:
http://derstandard.at/134516623... Zahlen-vor

*********

Herr KLIKOWITSCH !!! SELTEN SO GELACHT, DANKE !
Also das geht so:

22.000 Grundwehrdiener (GWDs) rücken im Durchschnitt pro Jahr ein.
JA ? VERSTANDEN SOWEIT ?

70 % davon sind 15.400 GWDs !
LAUT IHRER "RECHNUNG" BEI JEDER KATASTROPHE IM EINSATZ, GELL !

Also wie geht das jetzt.

WER FÜHRT DAS GANZE ÖSTERREICHISCHE VOLK IN DIE IRRE ?

KLIKOWITSCH oder KLIKOWITSCH ?

SIE DÜRFEN 2-mal raten !!

Und noch was:
ES IST NICHT BERLAKOMISCH !

ES IST ERNST !

ZWANGSARBEIT in EINEM DER REICHSTEN LÄNDER DER WELT ZU VERTEIDIGEN IST EINE ERNSTE KRANKHEIT, ABER HEILBAR, SIE WERDEN ES SEHEN !

*****

Elitäres Berufsmilitär in einem Land einführen

das durch rasant abnehmendes Vertrauen in Politiker gekennzeichnet ist, ist demokratisch gesehen halsbrecherisch.
Tatsächlich: In einem Land, wo vor ein paar Jahren ein Haider ein Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte, Berufsarmee einführen, ist demokratischer Selbstmord. Oder eben demokratisch gesehen Armutszeugnis für jeden, der das vertritt.

Und wenn man es mit Geld tausendmal bezahlen kann.

DANKE !!! BÖSARTIG aber VOLL ZUTREFFEND !!!

die wahrheit ist doch

dass die mehrheit der grundwehrdiener dafür verwendet wird, dass wohlbeleibte alte herren aller dienstgrade einenen gemütlichen ausklang ihres - meistens nicht sehr sinnvoll erfüllten - berufsleben genießen dürfen.

??

Das ist - ich bedaure - völlig daneben.

ist eine aussage aus meinen erfahrungen

ich war ca 15 jahre in wien im bereich der landesvert. in verschieden bereichen tätig. da konnte ich das ganze drama persönlich miterleben

Glaub ich Ihnen ja.

Und alle wissen und wussten, dass das kein guter Zustand ist.
Es war aber bei weitem nicht überall so wie in Wien.

ja, das stimmt

davon konnte ich mich oft überzeugen.
ein wesentlicher punkt wäre, dass kein einziger grundwehrdiener als systemerhalten eingesetz werden darf. berufssoldaten und zivilbedienstete sollen selber das telefon abheben und sich selber den kaffee kochen. wenn jemand wehrdienst leistet, dann bitte als soldat und nicht als hilfskraft für bequeme oder senile beamte

Ganz meine Meinung: Zivilbedienstete können alles erledigen, wofür eine militärische Ausbildung nicht nötig ist: Büroarbeit. Küche. Teile des Kraftfahrwesens, u.a.m.

Kostet halt viel Geld. Grundwehrdiener (GWD) sind billiger und wurden inflationär eingesetzt. Das liegt auch daran, dass sich viele per guter Beziehungen für die acht Monate "entschieden", um den lästigen sechs Monaten zu entgehen, Die dann zu vielen Übungen zum Erreichen der acht Monate führten. Bei der mühsamen Kampftruppe.
Und personalvertretungsmäßig gut gestützte Vizeleutnante sahen sich plötzlich in der Lage, dass sie drei Maturanten bekamen, um ihre Schreibarbeit zu erledigen. Da wurde allen Teilnehmern des Systems langweilig.
Dabei ist das ganz einfach zu ändern: Geld in die Hand nehmen und Zivilbedienstete einstellen.

Unser Verteidigungsminister geht davon aus, dass man das ohne mehr Geld auch kann.

Nur er.

HIER GEHTS DOCH NUR DARUM DASS EIN PAAR HUNDERT GENERÄLE und Offiziere IHRE PERSÖNLICHEN SKLAVEN ERHALTEN

Jeder der beim Bundesheer war, Ist der Begriff einem " dienen" vor Augen geführt worden.
Die tausenden Politiker ( mehr als 42.000 in Österreich sollen einmal darlegen, wo IHRE SÖHNE GEDIENT HABEN !!!

Wie wärs, wenn man sich einfach für 1 Jahr verplichten muss bei einer Katastrophe helfen.

Damit könnte man alle Hilftätigkeiten abdecken. Und die Pioniere wird in einem Berufsheer auch geben. Nur wird man halt weniger Offiziere brauchen um Leite herum zu scheuchen.

Sind 70% unserer Soldaten nur "Systemerhalter", oder doch 80%, oder gar 90%...

Egal, wieviel % auch immer beim Heer "nix tun", es sind zu viele.

Zu viele vor allem um das Argument gelten zu lassen "ohne Wehrpflicht keine Zivildiener".

Es gab funktionierende Krankenhäuser, Rotes Kreuz und andere Organisationen vor dem Zivildienst und diese werden auch in Zukunft ohne Zivildiener klarkommen. Nur wird's halt teurer für die Organisationen, evtl. teurer für die Patienten, aber BILLIGER für den Staat, also BILLIGER für uns Steuerzahler.

Was kann ein klar denkender und vernünftig rechnender Mensch also anderes fordern als "weg mit der Wehrpflicht", "her mit einem Berufsheer" und "her mit einem attraktiven Sozialjahr"?!

Lassen Sie mich nachdenken

Vor Einführung des Zivildienstes?

War das die Zeit, wo es völlig nrmal war, dass man aufs Rettungsauto eine halbe Stunde wartete?

Egal, wieviel % auch immer beim Heer "nix tun", es sind zu viele.

Wieso regt man sich eigentlich auf, dass das Heer nichts zu tun hat?

Wäre Krieg vielleicht besser damit das Heer gut beschäftigt ist?

% ist so eine Sache

Wieviele Grundwehrdiener im Jahr an Katastropheneinsätzen beteiligt ist ein Vergleich der nicht einmal mehr hinkt. Interessant wäre die Frage wieviel % der aktiven Grundwehrdiener in der betroffenen Woche beteiligt waren bzw. in den betroffenen Wochen. Ferner wäre eine prozentuelle Darstellung pro Bundesland auch nicht uninteressant. Die Wortemeldung vom BM für Landesverteidigung das die Grundwehrdiener im Katastropheneinsatz überschätzt werden freut sicher alle die in den letzten Jahren einmal in diesem Sinne im Einsatz waren

die par hundert leute

bekommt man auch woanders her. die grundwehrdiener sind doch nur das feigenblatt für eine zum teil senile kaderstruktur, die grundwehrdiener zum herumfahren, zum telefonabheben, zum türöffnen, zum kaffeekochen und nicht zuletzt zur hervorhebung der eigenen, vermeintlichen wichtigkeit brauchen.

Da gibt es nichts zu rütteln

Es wird nämlich so getan, als ob es ohne BH nicht ginge und das ist sicher nicht der Fall. Auch ein Berufsheer braucht Pioniere. Man kann nicht ein Drittel (lt. ÖVP) dafür vorsehen wenn sie dann vielleicht dreißig Mal im Einsatz sind (u.a. Schneeschaufeln). Außerdem kann nicht jeder Pionier werden da braucht es schon eine Qualifikation (körperlich). Die übrigen Katastrophen schaffen die Feuerwehren auch ohne BH. Was da gespielt wird ist schändlich. In Wirklichkeit geht es um das Personal (ÖVP-Wähler), um die Landeshäuptlinge, Gemeinden etc. Man versucht Zivildienst und Katastrophendienst vorzuschieben um z.B. die 167 Generäle und 165 Generäle im Offiziersrang zu retten. Einer Verschlankung der Struktur wird die ÖVP nie zustimmen.

wer zu schnell schreibt den bestraft die Rechtschreibung

Ich habe im ersten Satz ein waren vergessen. Im letzten Satz fehlt natürlich ein s sowie ein Beistrich

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