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Es kommt nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die Form an: In Weizenbiergläsern verschwindet die Flüssigkeit schneller als in geraden Gläsern. Grund ist eine optische Täuschung der Trinker.
Wenn man sich mit Freunden zu einem Glas Bier trifft, kann aus der geselligen Runde schon einmal ein feuchtfröhlicher Abend werden. Bei "dem einen" Glas bleibt es oftmals nicht, und man verliert schnell den Überblick, wie viel Bier man eigentlich konsumiert hat. Englische Wissenschafter warten nun mit einer zunächst kurios anmutenden Erklärung auf: Sie behaupten, dass die Proportionen des Glases das Trinkverhalten beeinflussen.
Um die Hypothese zu überprüfen, haben Angela Attwood und ihre Kollegen von der Bristol University Studenten zum Freibier eingeladen. Große Schwierigkeiten hätten sie bei der Probandensuche nicht gehabt, so Attwood. Einzige Bedingung sei gewesen, dass es sich um "soziale Biertrinker" nach den sogenannten Audit-Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelte. Alkoholiker waren damit vom Experiment ausgeschlossen.
Für die Teilnehmer gab es zuerst einen Fragebogen, der zur groben Einschätzung der eigenen Trinkgewohnheiten diente. Dann sollten die insgesamt 157 Probanden beiderlei Geschlechts Bier und Limonade aus geraden und sich nach oben erweiternden (Weizenbier-)Gläsern mit einem Inhalt von 177 bzw. 354 Milliliter trinken. Damit wollten die Forscher herausfinden, ob Volumen und Proportion eine Auswirkung auf das Trinkverhalten haben. Das Experiment wurde mit Videokameras aufgezeichnet (was die Teilnehmer nicht wussten).
Die Auswertung der Filmmitschnitte überraschte: Die Kohorte, die vor den gewölbten Biergläsern saß, trank signifikant schneller. Während die Gruppe mit geraden Gläsern für 354 Milliliter Bier 13 Minuten benötigte, konsumierte die Gruppe mit geschwungenen Gläsern denselben Inhalt in weniger als acht Minuten. Bei der Menge von 177 Millilitern und auch bei der Limonade gab es keine wesentlichen Unterschiede.
Den Grund sehen die Forscher in einer Fehlperzeption der Volumina, wie sie im Fachblatt "PLoS One" schreiben. Der Maßstab für die Trinkgeschwindigkeit ist die halbe Höhe des Glases. Weil diese bei gekrümmten Gläsern aber nicht per se die Hälfte des Volumens angibt, sondern meist mehr, leeren die Konsumenten das Weizenbierglas schneller. In den Worten von Attwood: "Die Leute beurteilen regelmäßig das Volumen der Behältnisse falsch. Bei einem geraden Glas ist es relativ einfach zu sehen, wo die Hälfte des Inhalts erreicht ist. Bei geschwungenen Formen wie etwa einer Pilsblume oder einem Weizenbierglas hingegen sieht man diese Marke nicht exakt."
Die geschwungene Form nähre "die Illusion, dass man weniger getrunken hat". Daher drücken die Trinker aufs Tempo. Interessanterweise verpufft der Effekt bei halbvollen Gläsern. "Das hängt damit zusammen, dass der trichterförmige, obere Teil des Glases dann nicht mehr mit Flüssigkeit gefüllt ist", erklärt die Experimentalpsychologin.
Eine Lösung würde darin bestehen, die Volumenhälfte mit einem Strich zu kennzeichnen. Für den Konsum sei aber nicht nur das Glas, sondern in erster Linie die Person selbst verantwortlich. "Wir können den Leuten nicht vorschreiben, wie viel sie trinken, aber ihnen so ein wenig mehr Kontrolle geben", so Attwood. (Adrian Lobe, DER STANDARD, 5.9.2012)
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dennoch - die Fakten entsprechen meiner (Selbst-)Beobachtung, jedoch nicht die Interpretation!
Je besser ein Bierglas geeignet ist das Bier kühl und prickelnd zu halten, desto mehr Zeit kann ich mir lassen, es auszutrinken. Die aus dieser Sicht ungeeignet gestalteten Bierkelche animieren daher zum schnell trinken. Ist das Glas halb leer, ist in einem solchen Glas das Bier oft schon schaal - dann ist es sowieso schon wurscht.
Wann lernen PsychologInnen eigentlich, das Menschen sich nicht immer wie Laborratten modellieren lassen?
Mein Gehirn ist da einen Schritt weiter. Ist bei einem stark geschwungenen Weizenbierglas die obere Hälfte (also mehr als 50% des Volumens) weg, dann weiß es dass kaum mehr Bier vorhanden ist und bekommt die Panik. Also schnell austrinken und nachbestellen wenn der Kellner eh schon da ist. Wäre das Glas gerade, wüsste mein armes Gehirn genau was noch da ist und müsste nicht übervorsichtig schätzen.
Das ist aber grundsätzlich wurscht, ich trinke ja eh nur so viel wie mit aller Gewalt rein geht. Und keinen Schluck mehr, ehrlich!
Bei mir führt das Trinken aus Flaschen zum gegenteiligen Effekt. Und zwar verjüngt sich eine Flasche bekanntlich nach oben hin. Das heißt, oben befindet sich weniger Flüssigkeit als unten. Daher trinkt man schnell viel "Höhe" weg, wenn man aus Flaschen trinkt. Das ist mir tatsächlich aufgefallen. So richtig komme ich aber doch nicht dagegen an, und so zügele ich stets meinen Durst, nachdem ich eine Schlücke aus einer Flasche genommen habe.
Das erinnert mich an meine Kinder- u. Jugendzeit, als ich im Beisl eines Wahlonkels kellneriert habe.
Da gab es zwei Fraktionen zu unterscheiden, die Krügerl Trinker und die Halbe-Trinker, wohlgemerkt mit selbigem Bier in unterschiedlichen Gläsern, wenn man da falsch serviert hat, konnte es glatt passieren, daß das Bier zurück ging.
Die Seiterl-Trinker argumentieren, dass das Bier im großen Glas nicht so lange kühl bleibe.
Doch es hängt viel mehr von der Form des Glases und der Dicke des Glases ab. Die dünnwandigen Tulpen mit relativ großer Oberfläche werden schnell warm. Hingegen ein massives Krügerl oder gar ein Maßkrug haben ein dickwandiges Glas mit relativ geringer Oberfläche im Verhältnis zum Volumen. Das bleibt meiner Meinung nach länger kühl, auch wenn man etwas länger daran trinkt.
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