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Vorliebe für Überwachung: Bei einer Pressekonferenz fotografiert Lech Walesa die anwesenden Journalisten.
Warschau - Mit einem originellen Vorschlag zur Eindämmung der Korruption hat Polens Ex-Präsident Lech Walesa aufhorchen lassen. Jeden Politiker solle zu Überwachungszwecken ein elektronischer Chip implantiert werden, schlug der Friedensnobelpreisträger und ehemalige anti-kommunistische Aktivist am Dienstag in einem Interview mit dem Radiosender RMF FM vor. "Wir werden jedes Wort von ihnen kennen, wir werden wissen, mit wem sie schlafen, wie viel Geld sie besitzen. Sie werden uns nicht betrügen", so Walesa.
Auf ähnliche Weise sollten auch Wirtschaftstreibende überwacht werden, schlug der Ex-Präsident vor. Jeder Politiker soll demnach solch einer Überwachung geben zustimmen müssen. Zwar "liebe und respektiere" er alle Menschen, sagte Walesa, dennoch müssten die Chips "alles aufnehmen" weil die Mehrheit der Politiker und Wirtschaftstreibenden sich nicht an die Regeln hielte. (APA, 4.9.2012)
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solch blöde ansagen MUSS man ernstnehmen, sonst werden's eines tages zur tatsache!
korruptionsbekämpfung ja, aber nicht mit solchen methoden. die freiheit des individuums - auch wenn es manchmal ungesetzlich wird (dafür haben wir gerichte) - ist zu verteidigen!!!
Die political correctness - natürlich nur für normale Bürger, auch da wird schon getäuscht - wird erfordern, dass sich jeder für die totale Überwachung chippen lässt oder als Krimineller abgestempelt und ausgesondert wird.
Die Ausgabenkontrolle durch Abschaffung von Bargeld und ersetzen durch elektronisch erfasste Einnahmen- und Ausgabenüberwachung wird ja bereits gefordert und teilweise längst durchgeführt.
js
....und sollte eigentlich glücklich darüber sein, dass dieses Vorhaben nicht schon in Vorzeiten, etwa am Beginn seiner Tätigkeit als Werft-Elektriker durchgeführt wurde. Da hätte wohl die Speicherkarte, für seinen Janusköpfigen Aktionismus nicht ausgereicht.
Lieber Herr Walesa,
Sie hätten die Danziger Werftarbeiter nicht in einen Streik gg das kommunistische Regime führen müssen, Sie hätten alles beim alten lassen können, wenn Sie nun heute solche Visionen hegen! Wozu haben Sie und Ihre damaligen Kollegen solche gewaltigen Strapazen und Opfer auf sich genommen? Damit Sie Ihre eigene demokratische Revolution verraten?
Ich halte ihm seine antikommunistischen Aktivitäten zugute, da hat er wirklich heldenhafte Leistungen vollbracht.
Aber diese Meldung zeigt, dass er leider über keine demokratischen Traditionen verfügt. Einem Demokraten würde sowas nicht einfallen, ohne dabei sofort böse Vorahnungen zu hegen.
ich verstehe zwar auf welche Problematik er damit hinweist, aber damit ist er politisch wieder in seine Ausgangszeit zurückgekehrt, das war die kommunistische Diktatur mitsamt aller Spitzelmöglichkeiten...und nun will er diese Abhörmethoden wieder installieren? oje oje
ich finde das eigentlich weniger originell sondern vielmehr totalitär. scheinbar ist dem antikommunistischen aktivisten der stalinismus etwas in den kopf gestiegen und er begrüsst heute, was er in den 80ern laut offizieller darstellung angeblich bekämpft haben soll. seriöser journalismus würde auch darüber aufklären, wieviel geld der walesa von der totalitären überwachungsindustrie für diese werbeeinschaltung bekommt.
er muss es wissen.
schliesslich war er präsident.
ich vermute er wollte nur aufmerksamkeit
erregen bzgl korruption und überwachung,
und vllcht den korruptionisten etwas
angst machen
Es ist geradezu typisch, dass ein unter dem Kommunismus geprägter ehemaliger Hafenarbeiter solche Lösungen andenkt.
Nicht weil es bei der Korruptionsbekämpfung hilfreich sein könnte, die Justiz hat man ja schön unter Kontrolle, sondern weil es dann ein grossartiges Argument ergäbe, den Rest der Bevölkerung chippen zu lassen, selbstverständlich nur zur Verbrechensbekämpfung.
Seit der Errichtung des Raketenschutzschildes ist Polen nur noch eine Spielwiese für psychologische Tests. Wer hinter Walesa die Strippen zieht wäre viel interessanter.
Ich weiß nicht, worauf Sie anspielen. "Chicago" wird gern in politischen Diskursen als Label der Liberalen, Neoliberalen genannt. Nun, im liberalen Konzept werden Sie Vorschläge, welche dem Staat hohe Überwachungsbefugnisse über Einzelpersonen verleihen, vergebens finden.
Vllt meinen Sie mit "Chicago" auch was anderes. Aber was, das sollten Sie vllt noch etwas näher erläutern.
Wie gut , dass solch ein Überwachungskonzept, übertragen auf ein ganzes Volk, viel zu kostspielig wäre. Aber es darf auch nicht an einzelne Personen angewandt werden, weil es gegen die Privatssphäre verstösst. Und man kann nicht alle Politiker unter Generalverdacht stellen. Politiker sind auch Bürger, die die gleichen Rechte wahrnehmen.
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