Convertibles: Die neuen Formwandler mit Windows 8 ausprobiert

Birgit Riegler
9. September 2012, 15:54

Vom Samsung Ativ Tab bis zu Toshibas Convertible mit Schiebe-Keyboard - eine Einschätzung

Am 26. Oktober will Microsoft eine neue Ära am PC-Markt einläuten. An dem Tag veröffentlicht das Unternehmen sein neues Betriebssystem Windows 8. Erstmals ist das 1985 gestartete Betriebssystem für klassische Desktops mit Maus und Keyboard ebenso wie für Tablets mit Touchbedienung angepasst. Bei der Vorstellung im September 2011 hat der in Redmond angesiedelte Konzern eine Fülle neuer Formfaktoren versprochen. Auf der diesjährigen IFA in Berlin haben die Hersteller nun gezeigt, welche Möglichkeiten es gibt. Der WebStandard konnte einen Blick auf einige der neuen Modelle werfen.

iPad- und Android-Konkurrenten

Microsoft fährt mit Windows 8 zwei Schienen: Für schwächere Geräte mit ARM-Prozessoren ist Windows RT vorgesehen, das an die mobile, hauptsächlich auf Touchscreens basierende Nutzung angepasst wurde. Bei stärkeren Rechnern mit Intel-Chips kommt Windows 8 im Vollumfang zum Einsatz. Auf der IFA wurden in der ARM-Kategorie die Modelle Samsung Ativ Tab und Asus Vivo Tab RT vorgestellt. Dell brachte das XPS 10 mit.

Ativ Tab ausprobiert

Die Tablets sollen dank schlanker und leichter Gehäuse und niedrigerer Preise vor allem Apples iPad und der Schar an Android-Tablets Konkurrenz machen. Preislich sollen diese Tablets unter 500 Euro angesiedelt sein. Das Ativ Tab, kurz in Händen gehalten, machte aufgrund des Plastikgehäuses einen eher billigen Eindruck. Mit 570 Gramm ist es jedoch leicht und liegt gut in der Hand.

Windows RT fühlt sich auf dem Modell mit 1,5-GHz-Dual-Core-Prozessor und 10,1 Zoll großem Display flüssig und schnell an. Allerdings unterscheidet sich die RT-Version auf den ersten Blick optisch kaum von Windows 8, wenn man in den Desktop-Modus wechselt. Hier wird die Bedienung mit den Fingern zudem schwieriger.

Convertibles vs. Ultrabooks

Bei den Convertibles sollen stärkere Prozessoren für mit Laptops und Ultrabooks vergleichbare Leistung sorgen, während der "Umbau" zum Tablet die Touch-Bedienung integriert. In diesem Segment hatten Samsung, Toshiba, Dell, Sony, Lenovo und Asus Geräte auf die Messe mitgebracht.

Auffällig ist hier vor allem, dass sich die Hersteller mit einigen Formfaktoren durchaus weit aus dem Fenster lehnen. Denn mitunter wirkt der Mechanismus sehr fragil, der die vollwertigen Laptops durch Drehen, Stecken, Schieben oder Klappen in Tablets verwandelt, bei denen auf die Tastatur verzichtet werden kann.

Steck-Tastatur: Ativ Smart PC und Asus Vivo Tab

Auf die Tastatur als abnehmbares Accessoire setzen etwa Samsung mit dem Ativ Smart PC und Asus mit dem Vivo Tab. Bei Samsungs Lösung fiel dabei auf, dass das Display relativ schwer ist und das Gerät im Laptop-Modus schnell nach hinten zu kippen droht, da die Tastatur leichter ist. So lässt sich das Display auch nur in einem kleinen Winkel öffnen. Die Verarbeitung mit Kunststoffgehäuse reicht an die des iPad nicht heran. Asus setzt bei seinen Vivo Tabs hingegen auf ein hochwertigeres Metall-Chassis.

Gute, aber kleine Displays

Der Vorteil der abnehmbaren Tastatur liegt vor allem im Gewicht und in der Handhabung. Der Smart PC mit Atom-Chip wiegt  750 Gramm ohne Tastatur und 1,48 Kilogramm mit. Beim Core-i5-Modell (Pro) kommen jeweils etwas mehr als 100 Gramm hinzu. Das macht die Modelle zwar schwerer als etwa das iPad, aber im Vergleich zu Geräten mit fixierter Tastatur kann man sich hier bei Bedarf des Zusatzgewichts entledigen.

Positiv zu vermerken sind die guten Displays - beim Smart PC etwa mit Full-HD-Auflösung. Wie gut es sich auf dem 11 Zoll großen Display des Ativ Smart PC und dem 11,6-Zöller des Asus-Modells über längere Zeit arbeiten lässt, müssen Nutzer selbst entscheiden.

Schieben und aufklappen: Toshiba Satellite U920t

Überraschend robust präsentierte sich der Ultrabook-Hybrid Satellite U920t von Toshiba. Das 12,5 Zoll große Display verbirgt im Tablet-Modus die darunterliegende Tastatur und wird nach hinten aufgezogen und aufgestellt, wenn mehr Text zu tippen ist.

Das Design mag auf den Fotos etwas unelegant erscheinen, doch das U920t wirkt robuster und arbeitstauglicher für Business-Einsätze. Die Ausstattung mit unter anderem bis zu 8 GB DDR3-RAM ist auch für anspruchsvollere Anwendungen geeignet. Mit 1,45 Kilogramm ist der Convertible trotz größeren Displays etwas leichter als die Tabs mit angesteckter Tastatur.

Anheben und aufstellen: Sony Vaio Duo 11

Auch bei Sonys Windows-8-Convertible Vaio Duo 11 ist das Display fix mit der Tastatur verbunden. Das 11,6-Zoll-Display wird von der Tastatur angehoben und schräg aufgestellt. Die Konstruktion wirkt etwas fragil und besitzt den Nachteil, dass sich der Winkel des Displays nicht ändern lässt. Das Gerät wiegt allerdings nur 1,3 Kilogramm.

Bei einem Ausstellungsmodell gab es einige Probleme mit der Display-Orientierung, die auch im Laptop-Modus immer wieder in die Porträt-Ansicht wechselte. Pluspunkte gibt es allerdings auch hier für die Full-HD-Auflösung des Screens sowie die Möglichkeit, zwischen Intels Core-i3-, Core-i5- und Core-i7-Prozessor zu wählen.

Im Rahmen drehen: Dell XPS Duo 12

Nur in einer Vitrine zu begutachten war das Dell XPS Duo 12. Ist das Display im Rahmen fixiert, lässt sich das Modell optisch nicht von einem Notebook unterscheiden. Der Screen lässt sich jedoch im Rahmen über eine Mittelachse drehen und so in ein Tablet verwandeln.

Dass Dell seine Geräte nur hinter Glas zeigte, erweckt zwar den Verdacht, dass es sich dabei noch um Prototypen handelte, deren Nutzerfreundlichkeit noch nicht ausgereift war. Das Gehäuse aus Aluminium, Kohlefaser und Gorilla-Glas sollte jedoch einigermaßen robust sein. 

Buchumschlag: Lenovo IdeaPad Yoga

Einfach wie ein Buchcover umschlagen lässt sich das Lenovo IdeaPad Yoga. Die Lösung wirkt insgesamt stabil, mit einem 13 Zoll großen Display reicht es am ehesten in die Notebook-Kategorie hinein. Mit 1,47 Kilogramm bringt das Yoga, das schon auf der CES Anfang des Jahres vorgestellt wurde, dabei sogar weniger als Samsungs Modelle mit angedocktem Keyboard auf die Waage.

Dual Screen: Asus Taichi

Die wohl ausgefallenste Lösung hat aber Asus mit dem Taichi gefunden, das ebenfalls schon vor der IFA präsentiert wurde. Anstatt das Display so umzuklappen, dass es von der Tastatur wegzeigt und nur als Touchscreen bedient werden kann, hat der Hersteller einfach zwei Displays im oberen Deckel verbaut. Die Auswirkungen auf Akkulaufzeiten, Langlebigkeit des Geräts und Preis bleiben abzuwarten. Einen breiteren Markt wird es für so extravagante Lösungen aber wohl kaum geben.

Tablet-Riese: Sony Tap 20

Deutlich aus dem Rahmen fällt auch Sonys Tap 20. Von einem Tablet zu sprechen wird dem Riesengerät eigentlich nicht gerecht, da das Display gigantische 20 Zoll misst. Das dürfte wohl auch in die Namensgebung miteingeflossen sein, denn statt Tab (kurz für Tablet) nennt Sony das Modell Tap (englisch für Antippen).

Portabel ist das Tap 20 natürlich nicht, zeigt aber, welche weiteren Formfaktoren die Hersteller mit Windows 8 ausprobieren. So zeigten mehrere andere Hersteller auch neue All-In-One-Geräte als Eintertainment-PCs für das Wohnzimmer.

Fazit

Bei den meisten Windows-8-Tablets und -Convertibles stechen vor allem die guten Displays mit hohen Auflösungen ins Auge. Ob man sich für Windows RT oder ein Gerät mit Betriebssystem in Vollumfang entscheidet, hängt davon ab, für welchen Zweck man es benötigt. Für richtiges Arbeiten eignen sich die schwächeren ARM-Varianten ebenso wenig wie das iPad oder ein Android-Tablet.

In der Fülle an neuen Modellen, die im Herbst auf den Markt kommen, sollte für jeden das passende dabei sein. Allerdings ist schwer zu empfehlen, Convertibles tatsächlich im Fachhandel einmal in die Hand zu nehmen und auszuprobieren. Denn nicht alles, was auf dem Foto oder im Video cool aussieht, ist auch tatsächlich praktikabel. (Birgit Riegler, derStandard.at, 9.9.2012)

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ich mag windows 7

aber mit dem vordringen von microsoft auf den mobilen markt wird man irgendwie auf ganz schön unsanfte art und weise wieder an die 90iger erinnert wo microsoft so derart dominant war; und in hübschen intervallen die hardwareanforderungen völlig unnötigerweise hochgeschraubt wurden. und wo es keinerlei innovationen im hardwarebereich gab.

mit dem widererstarken von apple und dem eintritt von google hat sich das ganze wirklich verbessert. produkte sind endlich wieder auf features ausgerichtet und auf ihre einsatzfähigkeit.

kaum kommt jedoch microsoft gibt's wieder unnötige hochgezüchtete hybridprodukte zu überhöhten preisen.
ich bin sicher kein apple-fan,aber seit win8 bin ich richtig froh, dass sie wieder so stark sind!

Schon irgendwie lustig.

Erst wird bei den Tablets alles wegrationalisiert, weil Touch ist die Zukunft!!!11elf
Und jetzt kommen nach und nach die Tastaturen wieder zurück, damit man sein Tablet zumindest ein bisschen produktiver einsetzen kann.

Die Tastaturen kommen in erster Linie deshalb zurück, weil sich die Hersteller von Apple abgrenzen wollen und ein Produkt anbieten möchten, welches Apple NICHT im Portfolio hat.

die tastaturen kommen deshalb zurück

weil microsoft-produkte wirklich noch nie auf die funktionalität und einfachheit gesetzt haben, sondern immer völlig überzogen hochgezüchtete monstren waren, die die gleiche funktionalität mit viel zu viel rechenpower geboten haben.

genau deshalb hat es microsoft jahrelang nicht geschafft ein auch nur ansatzweise komfortables mobiles betriebssystem zu schaffen. dies gelang erst als sie von der konkurrenz vorgemacht bekamen wie's denn funktionieren könnte!

halte ich für Blödsinn, nicht umsonst bietet auch Apple seine wireless Tastaturen fürs iPad an. Und auch ich bin konkret auf der Suche nach einem convertible weil ich primär einen Laptop brauch, aber ab und zu sicher ein Tab zwecks schneller Präsentation geschickt wär.

Darum werden diese Hybriden auch scheitern.

Touch ist die Zukunft da, wo es sinnvoll ist. Für mich steht zum Beispiel fest, dass Smartphones nie wieder Tastaturen haben werden.

absolut richtig

dieser ganze hybrid-dr*ck ist wieder nicht auf die notwendige funktionalität ausgerichtet, sondern gaukelt den kunden nur einen mehrgewinn vor.

der grund warum tablet so erfolgreich geworden sind ist nunmal dass sie KEINE tastatur haben! WEIL der touchscreen für die alltäglichen dinge (surfen, chatten usw) total ausreicht. und gerade weil sie wegen der fehlenden tastatur so derart mobil sind.

ist aber eh egal, diese hybrid-teile werden in den regalen verstauben so schnell kann man gar nicht schauen.

Uije
Nix verstanden der kleine

Ich wiederum hoffe sehr dass Tastaturen wieder "In" werden. Touchscreen-Keyboards sind für mich eine Katastrophe! Das kann auch T9 und Swipe nicht kaschieren.

vielleicht sind sie ja autor oder sonst ein schreibling und müssen täglich sehr viel schreiben. dann würde ich diese aussage verstehen. zum wirklich arbeiten sind diese tablets aber auch natürlich nicht gemacht und dafür werden sie auch nicht genützt! sie sind für's mobile surfen und sonstige alltägliche kleinigkeiten gemacht worden! ist das so schwer zu verstehen?

Man kann halt die Anwendungsfälle am Smartphone nicht mehr so klar priorisieren. Man schaut Fotos an, surft rum, liest Texte, telefoniert, hört Musik, fotografiert, spielt Computerspiele und tippt halt gelegentlich Texte. Tippen ist ein Task von vielen, warum also eine eigene Eingabemöglichkeit? Zum Spielen wäre ein Steuerkreuz auch super, ein Fokusring für manuelle Kameraeinstellungen, ein Jogwheel zum Musikhören in der Hosentasche... Der Touchscreen ist derzeit einfach der beste Kompromiss für all diese Sachen. Irgendwann gibt's wohl mal haptische Displays, dann gibt's auch wieder eine fühlbare Onscreen Tastatur.

ja, ich trauere meine schönen Tasten am Handy nach...mit dem touchscreen kann man nur total langsam sms schreiben im Vergleich zu Tasten...

Seh' ich ein. Aber die Tastatur hat auch Nachteile

1) Tablett ist dicker und schwerer
2) oder Bildschirm ist kleiner
3) oder die Laufzeit ist geringer
(da Volumen am Akku gespart wird)

Nicht beim surface
Da USt Duell Tastatur die schutzhuelle

diese ganzen hybriden sind doch völlig nutzlos

schon beim ersten mal in den 90igern hatte microsoft mit dem konzept keinen erfolg.

die tablets haben sich ja gerade deshalb so stark durchgesetzt weil sie KEINE tastatur haben und leichtes, schnelles surfen und mediennutzung bieten - also genau die standardanwendungen die man im alltag braucht. zusätzlich lassen sich mit tablets sehr einfach alle organisatorischen dinge wie termine&co superleicht steuern.

microsoft führt damit das tablet-konzept wieder ad absurdum, weil sie versuchen daraus wieder notebooks zu machen.

hier sieht man halt leider wiedermal, dass apple schon sehr viel innovation und bewegung in den markt gebracht haben-die haben die usability von talbets richtig erkannt (und das sagt ein apple-kritiker!)

Rechne mal:
Wenn du das (Tablet+Netbook) mit einem Apfel drauf haben willst, gibst du schnell mal 1450 Euro aus. Convertibles (egal ob mit W8 oder Android drauf) bekommst du mit guter Qualität von Asus (zB der Transformer) ab 500 Euro. Von anderen auch billiger.
und du hast 2 Geräte in einem... Ich geb keine 1000 Euro für eine Apfel aus. So groß ist der Qualitätsunterschied definitiv nicht, dafür hab ich einfach schon zu viele ipads und macbooks bedienen dürfen...

der schmäh bei den ganzen geräten ist ja

dass die keyboards optional sind. statt einem tablet und einem ultrabook hast du einen tablet mit einem abnehmbaren keyboard, dass du auch daheim lassen kannst.
der nachteil will mir auch nach der 1000. beschwerde darüber nicht einleuchten. nimm halt eins ohne keyboard wennst es nicht brauchst.
und lauf mit einem ipod rum dessen "smart" cover sich vom surface keyboard nur durch die fehlende funktionalität unterscheidet.

es wird ja keiner gezwungen, die Tastatur zu verwenden

yoga finde ich scharf!

Ich finde die Geräte bisher wenig spannend ...

kleinere glänzende Bildschirme, etwas Touch ... sonst hat sich nicht viel getan ... ob man ein 1.2kg Gerät dann auch als Tablet nutzt bezweifle ich ... da fällt einem ja die haltende Hand nach Kurzem ab!
Und im sitzen, am Schoß ... da tut´s der günstigere Laptop auch ...

Es lohnt sich auf MS Surfaces zu warten ... die haben bisher noch am vielversprechensten ausgesehen!

Windows 8

Eine nette, kunterbunte Sache für diverse Titsch-Tatsch-Tablets, im professionellen Office-Bereich hingegen völlig unbrauchbar. Ich tippe auf eine Totgeburt ala Vista.

Tipp: Desktop-Ansicht

Ich habe Windows 8 ausführlich getestet. Würde ich eine Windows-Desktop-Oberfläche nutzen wollen (benutze primär OS X Mountain Lion), würde ich Windows 7 nutzen. Windows 8 als Desktop ist leider (noch) ein schlechter Scherz, da man ständig mit nervigen Metro-Apps genervt wird, zB wenn man Dateien öffnet.

Ich sag mal: schlecht getestet

In wirklichkeit hast Dus gar noch nicht gesehn und willst nur polemisieren

Doch. Die professional-Version aus MSDNAA über die Uni. Bin absolut kein hater, aber es ist wie's ist...

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