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Clinton Jeff weigerte sich, das Samsung-Aushängeschild zu geben, und wurde dafür erpresst.

Die beiden betroffenen Blogger hatten am "Samsung Mob!lers"-Programm teilgenommen und kamen auf diesem Weg von Indien zur IFA nach Berlin.
An einem Nebenschauplatz der IFA ist Samsung in ein veritables PR-Desaster geschlittert. Der Konzern hatte im Rahmen der "Samsung Mob!lers"-Aktion zwei indische Blogger nach Berlin geladen, wo der Ärger dann seinen Lauf nahm.
Denn über die Verpflichtungen der beiden Schreiber herrschten offenbar große Differenzen. Während diese normal über die Messe, Samsung-Produkte als auch die Konkurrenz berichten wollten, wollte sie der Projekt-Koordinator vor Ort zu täglicher Standbetreuung mitsamt Produktpräsentationen in offiziellen Samsung-T-Shirts verpflichten. Und das, obwohl man dem Konzern laut Clinton Jeff, Teammitglied von Unleash The Phones, schon vor der Anreise mitgeteilt hatte, dass man nicht vorhabe, das Aushängeschild zu spielen, sondern unabhängig berichten wolle. Zunächst soll ohnehin nur die Teilnahme an einem Event mit ausgewähltem Publikum gefordert worden sein.
Als die jungen Redakteure sich weigerten, drohte Samsung kurzerhand damit, ihren Rückflug zu streichen und sie in Berlin ohne Übernahme der Hotelkosten stranden zu lassen. Die Blogger nahmen schließlich in der vorgesehenen Uniform an einem Samsung-Event teil, entschieden sich aber dafür, an Produktpräsentationen nicht mitzuwirken.
Am folgenden Morgen erreichte Jeff ein E-Mail, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass ihr Rückflug vom 6. auf den 1. September vorverlegt werde - was ihren IFA-Aufenthalt massiv verkürzen sollte. Trotz der Drohungen des Konzerns entschied sich der Blogger nun dafür, das Vorgehen öffentlich zu machen. Der Vorfall wurde zahlreich, unter anderem bei The Next Web, aufgegriffen.
Samsung hat sich mittlerweile entschuldigt und klargestellt, dass alle Aktivitäten im Rahmen des "Mob!lers"-Programms freiwilliger Natur seien. Die Komplikationen schreibt das Unternehmen einem Missverständnis mit einem Programmkoordinator zu, der nicht ausreichend gebrieft gewesen sei. In einer privaten Nachricht an Jeff zeigte man sich reumütig:
"Wir wollen auf diesem Wege unser tiefstes Bedauern für deine Erfahrungen in Berlin ausdrücken. Wir haben dich unnötigen Härten ausgesetzt und möchten die Situation verbessern." In einem persönlichen Gespräch wolle man zu einer Lösung finden.
Vom schweren Patzer des Konkurrenten hat mittlerweile Nokia profitiert. Die Finnen haben sich an die Blogger gewandt und ihren weiteren Hotelaufenthalt als auch den Rückflug nach Ende der IFA übernommen. "Ich habe ein Hotel und Tickets für den Heimflug. Danke an @nokia, die eingesprungen sind und geholfen haben", folgte prompt Jeffs Danksagung via Twitter. (gpi, derStandard.at, 4.9.2012)
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Absicht war --> so blöd ist Samsung nun auch wieder nicht, dass sie nicht wüßten, dass ihnen Journalisten bei sowas die Hölle heiß machen würden. Ich schätze viel eher, dass es hier wirklich irgendwo ein Mißverständnis gegeben hat.
Und falls es sich wirklich so abgespielt haben sollte, kann der Verantwortliche mit Sicherheit seinen Hut nehmen.
Kann mir aber nicht vorstellen, dass es zu den Firmen-Richtlinien von Samsung gehört, Journalisten zu erpressen.
Da kann man im Forum von Pressefreiheit reden wie man will, die Realität wird anders sein und wo sich die Inder jetzt geoutet haben, wie sie verfahren, wird man sie nicht mehr einladen. Nokia hat nur die Gunst der Stunde genützt, sind aber auch vorgewarnt.
Soweit ich das verstehe, muss jemand, der am "Mob!lers"-Programm teilnimmt, tatsächlich Standbetreuung machen, bekommt dafür aber auch einen längeren Aufenthalt bezahlt.
Es gibt aber auch ein reines Journalisten/Blogger-Programm, das ist kürzer und da reicht es, einmal in einem Samsung-T-Shirt fotografiert zu werden.
Der Inder hat aber - angeblich - sich für das erste angemeldet, obwohl er eigentlich nur das zweite machen wollte. Und dann haben sie's eingefordert ...
für Geld macht der alles und erzählt Ihnen das Blaue vom Himmel herunter
aber wehe du hast erst mal unterschrieben und glaubst, mit dem "superschnellen" Internet könntest du auch youtube-Videos gucken
Schnecken, das lädt 2x so lang wie das Video dauert!
sehe ich das richtig. Samsung zahlt für Flug & Hotel aus Indien für einige Tage tutti kompletti. Dafür (nona) erwarten sie sich quasi als kleines Dankeschön das Tragen von T-Shirts & Präsentationen anschauen.
Und die feinen Herren wundern sich allen Ernstes darüber? Was glauben die denn wer sie sind? Das ist doch nicht die Caritas und sie sind keine Stars!
Sorry, aber bitte informiere Dich erst über die Usancen. Alle möglichen Berichterstatter fliegen auf Einladung von Unternehmen um die Welt. Deswegen dürfen sie trotzdem keine Werbung für das Unternehmen machen und müssen auch über deren Konkurrenten berichten. Das funktioniert seit langem so - warum es gerade bei der Kombi Samsung/Indien nicht klappt, ist eine gute Frage.
die nicht pauschal unterstellt ein geistig neben den Schuhen stehender Vollspasti zu sein.
Dass es so läuft ist mir vollkommen klar, nicht nur in der Computerbranche. Das dürfte besonders dir von Berufs wegen bestens bekannt sein.
Insofern überrascht es mich umso mehr, dass hier manche großen Geister offenbar wirklich glauben Samsung lädt diese Typen ein ohne sich eine Gegenleistung zu erwarten, frei nach dem Motto "Wessen Brot ich ess, des Lied ich sing."
Wenn sie unabhängig berichten wollen, dann sollten sie sich besser nicht einen 4000,- EUR Urlaub von einem Handyhersteller bezahlen lassen.
... dass diese Herren nun einen wirklich kritischen Artikel zu Nokias Telefonen schreiben können?
Kein Motor-Journalist wird sich erlauben, den neuen Audi, BMW, Mercedes, VW, ... negativ zu kritisieren. Die Folge davon wäre, dass er zu keinen Events (all inclusive, versteht sich) mehr eingeladen wird.
Pressefreiheit ist ein virtueller Begriff.
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