Mobile Browser "Baidu Explorer" schlägt Konkurrenz bei HTML5

  • Baidu Explorer schlägt sich gut im Duell mit Chrome, Firefox und Co.
    screenshot: derstandard.at

    Baidu Explorer schlägt sich gut im Duell mit Chrome, Firefox und Co.

  • Die Anzeige diverser Webseiten klappt tadellos
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    Die Anzeige diverser Webseiten klappt tadellos

  • Ergebnis bestätigt: Mit 482 von 500 Punkten bei html5test.com setzt sich Baidu Explorer an die Spitze der mobilen Browser in Sachen HTML5-Kompatibilität.
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    Ergebnis bestätigt: Mit 482 von 500 Punkten bei html5test.com setzt sich Baidu Explorer an die Spitze der mobilen Browser in Sachen HTML5-Kompatibilität.

  • Auch die WebGL-Unterstützung klappt.
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    Auch die WebGL-Unterstützung klappt.

Neuer Spitzenreiter im Kompatibilitätstest, auch WebGL-Support integriert

Der chinesische Suchmaschinenbetreiber Baidu hat seinen mobilen Browser für Android, "Baidu Explorer", einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. Mit der Version 2.2 will man nun nach der Performancekrone greifen.

482 von 500 Punkten

Eine Reihe der vom Pekinger Unternehmen vorgelegten Benchmarks belegt, dass das Surftool den mobilen Ausgaben von Chrome und Co. in Sachen HTML5-Kompatibilität und Geschwindigkeit davonzieht. Im HTML-Test erreichte der Baidu Explorer 482 von 500 möglichen Punkten. Relativ abgeschlagen findet sich Chrome mit 371 Punkten auf Platz zwei, gefolgt von Opera und Firefox.

Flottes Surftool

Das Ergebnis bestätigte sich in einem kurzen Hands-on mit dem Browser. Die Steigerung zur Vorversion 2.1 ist damit enorm, diese erzielte nur 270 Zähler. Der Aufbau von Webseiten klappt gefühlt schnell, wobei am Testgerät kein merkbarer Unterschied zu Chrome festgestellt werden konnte.

China-Zuschnitt als Hürde

Der Aufbau des einfach gehaltenen Interfaces erinnert ein wenig an das Google-Produkt. Die Verwendung ist weitestgehend selbsterklärend. Nicht immer verraten die jeweiligen Icons aber den dahinter liegenden Menüpunkt, hier wirkt sich die Tatsache, dass sämtliche Beschriftungen ausschließlich in chinesischen Schriftzeichen gehalten sind, naturgemäß schlecht aus.

Die Eingabe von Suchbegriffen in die URL-Leiste ruft die Ergebnisse von Baidu auf, die für europäischen Bedarf jenen von Google und Konsorten unterlegen sind. Dementsprechend müssen diese Suchmaschinen zuvor manuell aufgerufen werden. Die Ergebnisse können über einen Klick auf das Favicon nach Typ gefiltert werden. Zahlreiche chinesische Dienste sind als Favoriten voreingespeichert.

Batteriefresser

Wie versprochen kann Baidu Explorer auch mit WebGL umgehen, die Performance hier ist anhand einer einzigen Testplattform aber nicht seriös einschätzbar, da der Leistungsfähigkeit der Hardware eine zu große Rolle zukommt. Auch Flash-Inhalte werden unterstützt, aber nicht standardmässig abgespielt. Dies erfolgt erst nach manuellem Antippen des jeweiligen Applets. Eine Installation der mobilen Runtime wird vorausgesetzt.

Negativ aufgefallen ist, dass der Browser den Akku relativ stark belastet. Wenige Minuten Surfen kostete über zehn Prozent des Ladestandes. Das ist selbst unter Berücksichtigung des HTML5-Benchmarks und kurzen Abspielens einer WebGL-Animationen als viel einzuschätzen.

Fazit

Insgesamt liefert Baidu ein solides Programm mit flotter Performance. Der logische Zuschnitt auf chinesische Bedürfnisse macht es jedoch für nicht aus der Volksrepublik stammende User aber nur bedingt brauchbar. Sollte je eine adaptierte Version erscheinen, womit vorerst nicht zu rechnen ist, wäre der Baidu Explorer auf jedenfall eine interessante Alternative für das Surfen auf Mobilgeräten.

Heruntergeladen werden kann die aktuelle Ausgabe auf der Baidu-Website, auf Google Play ist momentan nur der Vorgänger zu finden. Für vollumfassende Funktionalität wird nach dem Start der Download der "T5 Engine" angeboten. Neben der Android-Version ist Baidu Explorer auch für Windows Phone 7 erhältlich. (gpi, derStandard.at, 9.9.2012)

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