QR-Codes auf Grabsteinen: Dänemark legt vor

4. September 2012, 10:12
  • Ein QR-Code am Grab führt zu einem digitalen Profil, dass an den Verstorbenen erinnert.
    foto: qrmemorials.com

    Ein QR-Code am Grab führt zu einem digitalen Profil, dass an den Verstorbenen erinnert.

Web-Profile werden Teil von Trauerarbeit und Bewahrung lokaler Geschichte

Im nordeuropäischen Dänemark wird das Konzept von Grabsteinen mit QR-Codes erprobt, wie die BBC berichtet. Zu den Pionieren gehört Dorthe Frydenlund, die das Grab ihres Vaters mit der "digitalen Markierung" ausgestattet hat.

Mehr als Trost

Bei Besuchen am Friedhof kann so ihr 14-jähriger Sohn den Code mit seinem Smartphone scannen. Sein Handy steuert daraufhin das digitale Profil seines in diesem Jahr verstorbenen Großvaters an. Es enthält ein Foto und eine Zusammenfassung seines Lebens und Wirkens

Frydenlund bewertet die Innovation als mehr als nur eine Trauerhilfe. "Für uns als Familie bedeutet es sehr viel, wenn wir hier sind und uns an Vater erinnern wollen. Es geht aber nicht nur um Trost, sondern bietet anderen Leuten eine Möglichkeit, seine Lebensgeschichte zu lernen. Es ist eine gute Unterstützung für meinen Sohn, seines Großvaters zu gedenken."

Neue Selbstverständlichkeit

Etwa 100 Euro kostet der Service. Neben Bild und Text inkludiert er auch die Hinterlegung von Audio- und Videomaterial. Das Potenzial dahinter erkennt auch der größte Grabsteinhersteller des Landes.

"Es ist ein guter Weg, um die Geschichte einer Person zu erzählen. Und wir alle haben eine Geschichte. Es macht auch den Besuch am Friedhof interessanter.", erklärt Firmenchef Niels Kristian Nielsen. Er schätzt, dass die QR-Porzellantafeln bald in vielen Ländern ein selbstverständlicher Teil des Trauerprozederes sein werden.

Geschichtsstunde am Friedhof

Im nahe gelegenen Holbaek hat die Kirche mehrere Gräber nachträglich mit QR-Codes bestückt. Sie zieren die letzten Ruhestätten eines ehemaligen Bürgermeisters oder eines vor Jahrzehnten verstorbenen Parteigründers. Beim verantwortlichen Gremium sieht man in dieser Technologie eine Möglichkeit, lokale Geschichte zu bewahren.

"Es gibt viele wichtige Personen und ich denke, ihre Geschichte und was sie mit ihrem Leben gemacht haben, ist von Bedeutung. Besonders für die nächste Generation ist es wichtig, diese Erinnerungen aufzubewahren.", erklärt die Vorsitzende Hanne Korsby. " Als nächstes werden die Gräber von Mönchen bestückt, die einst ein Kloster in den Außenbezirken der Stadt gegründet haben.

Der Trend wurde auch Übersee entdeckt. Dort gibt es mittlerweile eine Reihe von Anbietern, die die QR-Codes entweder in den Grabstein einarbeiten oder, wie qrmemorials.com, für die nachträgliche Anbringung als Plakette anbieten. (red, derStandard.at, 04.09.2012)

Link:

BBC

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QR-Codes sind nur TEXT!

Wir verfolgen die Diskussion im Web, rund um QR-Codes und Gräber mit Interesse. Denn wir betreuen mit unserer Plattform ASPETOS.at seit drei Jahren tausende Trauernde in ganz Österreich. An dieser Stelle möchten wir in die Diskussion eingreifen und auch zur Klärung einiger Fakten beitragen. Und da wir als erstes Trauerportal weltweit QR-Codes zur Verfügung stellen, möchten wir uns auch in der Öffentlichkeit der Diskussion stellen. Doch da man hier nur 750 Zeichen posten darf, haben wir dafür ein eigenes Forum eingerichtet, in dem es ausnahmslos um Trauer im Internet geht. Dort ist jede Form der Kritik erlaubt, da wir denken, so aufzeigen zu können, dass wir das Internet auch positiv nutzen können und das viele der Einwände hier ausschließli

Am besten ein Link auf die Timeline von Facebook, dann wäre der Lebenslauf auch schon automatisiert ausgefüllt - soz. eine automatisierte Nachruferstellung mit automatisierter Erinnerungsfunktion (gehe zu Allerheiligen zum Grab).

Zu Allerheiligen wird das Gedränke vor dem QR-Code unerträglich. Diese Dreck..au hat ein schöneres Smartphone als ich. Sogar ein Apple-Gerät - das Selbstbewusstsein sinkt rapide ab.

Und irgendwann wird sogar der Priester eingespart. Ein Roboter oder irgendeine mechanische Stimme über das Mikrofon wählt einen Verstorbenen aus, dessen Lebenslauf vorgelesen wird. Auswahlkriterien sind: Likes/Plus/sonstiger Schei..ndreck und (vor allem) Geld. Bravo.

Ein Verstorbener hat keinen großartigen Lebenslauf: Dislike/Minus.

echt hart, dass sich hinter diesem werbe qrcode wirklich jemand verbirgt. und dann auch noch jahrgang 1981...

falls jemand eine QRcode scanner braucht

ich hab da einen unter http://miniqr.com/docs/demo... index.html implementiert (HTML5 browser (google chrome) und webcam und nen QR code braucht man))

Ich glaub, ich muss nen Rickroll auf meinen Grabstein basteln ...

... oder etwas ähnlich spaßiges, Redtube vielleicht ("Hier liegt ein Wi ...")

super idee, so sollts sein

digitale gedenktafeln, in welcher form auch immer, sehr nett.
schön wenn man die erinnerung an seine liebsten irgendwo posten/nachlesen kann.

Und dann gibts böse Menschen die machen eigene Inhalte, bauen damit Folien und klebens drüber.
Flamewar am Friedhof!

Oder der Verstorbene selber, der seinen eigenen (geschönten) Nachruf faked. In Zukunft werden böse Menschen nicht das Grab, sondern den QR-Code schänden. Weiterleitung auf Pornowebseiten, rechtsradikale Seiten, etc.

oh dänemark gehört zu nordeuropa. wusste ich gar nicht...

man lernt nie aus

bitte, net jedesmal posten, wenn sie was neues gelernt haben ;-)

QR = Quick Response

QR bei einem Grab – das hat was :-)))))

QR bei einem Grab – das hat was :-)))))

Am Besten noch in der Stimme des Verstorbenen ;-)

Auch wenn ich nichts gegen den QR Reminder habe, aber:

Wenn du in deinem Leben in deiner Familie, bei denen Freunden oder in der Gesellschaft etwas bewegt hast, wird man sich deiner Taten erinnern. Auch ohne QR Code.

Cool wäre wenn man sich digitalisieren lassen könnte, einen Spruch pre-recorded und dann den Verwandten via Augmented Reality nochmal hallo sagen könnte haha creepy halt aber jo...

Irgendwann gibt es dann wohl auch einen virtuellen Friedhof auf Facebook! Brauchen wir sowas wirklich? :-/

Virtuellen Friedhof auf FB???

Virtuelle Friedhöfe sind ein "uralter" Hut! Wo haben Sie in den letzten 10 Jahren gelebt!

( http://www.internet-friedhof.de/ )

deadlikeme.facebook.com

»WIR« brauchen das vielleicht nicht...

Aber Menschen, die weit entfernt von der Person leben, die sie kannten und keine Möglichkeit haben, Grabstätte zu besuchen oder sich mit den Nachfahren auszutauschen

soll man denen den Grabstein schicken, damit sie den Code scannen können?

In 10 Jahren weiß keiner mehr, was QR-Codes waren. Das ist das Problem mit der an sich sehr guten digitalen Datenspeicherung.

naja, auch in 10 jahren....

...wird man mit jedem Handy so einen Code lesen, und zur entsprechenden Seite kommen können.
In wirklichkeit ist das doch nur eine Adresse, und ob die in einer Aktuellen oder veralteten Schrift geschrieben ist ist eigentlich egal, solange sie ans Ziel führt.

Humbug

Man hat noch nicht mal eine Methode gefunden um digitale Daten dauerhaft zu speichern und dann macht man QR Codes auf Grabsteine? Ich glaub, dass sich die die diese Technologie nutzen sollen/können keinen QR Code brauchen um sich an ihre Verblichenen zu erinnern. Und für die Genrationen danach wird's diese QR Codes, oder die passende Homepage nicht mehr geben.

Da lob ich mir die guten alten, alternativlosen Grabsteine wo man noch nach hunderten Jahren lesen kann wer da unten liegt. An dieser Stelle würde ich einen Besuch des St. Marxer Friedhofes empfehlen. http://de.wikipedia.org/wiki/Sank... r_Friedhof

Lass ich mir halt einen Solid-State-Grabstein machen und speichere meine Daten lokal. Zu Allerheiligen können sich meine Nachkommen dann die Zeit mit meiner umfangreichen MP3 Sammlung vertreiben.

:)

coole idee! :)

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