T-Mobile startet 2013 Bezahlen per NFC in Österreich

  • Mobilfunkbetreiber und Kreditkartenunternehmen treiben mit Vehemenz das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy voran.
    foto: dapd

    Mobilfunkbetreiber und Kreditkartenunternehmen treiben mit Vehemenz das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy voran.

Die Deutsche Telekom will ihr System jetzt europaweit ausrollen. 2013 ist Österreich dran.

Viele Jahre wurde darüber viel geredet, jetzt schießen die Lösungen für mobile Zahlmethoden wie Schwammerln aus dem Boden. Sie sollen das Herumtragen eines mit Bankomat-, Kredit- und Kundenkarten sowie Scheinen und Münzen gefüllten Geldbeutel überflüssig machen und den Bezahlvorgang beschleunigen. Doch sowohl auf Anbieter- als auch Nutzerseite gilt es davor noch einige Hürden zu nehmen.

Geht es nach einer Studie der Deutschen Telekom (DT), soll es 2013 weltweit schon rund zwei Milliarden Nutzer mobiler Zahlungsdienste geben. Bis 2016 sollen mehr als 30 Prozent aller Transaktionen kontaktlos über das Smartphone erfolgen.

50 Anbieter

Kurzfristig rechnet DT-Innovationschef Thomas Kiessling mit 50 Anbietern, die mit verschiedenen Lösungen wie etwa der berührungslosen Funktechnologie NFC (Near Field Communication) via Smartphone oder mit NFC-Chips ausgestatteten Plastikkarten in den Markt drängen.

Langfristig würden allerdings nur eine Handvoll Anbieter übrigbleiben. Darunter Apple und Google. Und - no, na - die Deutsche Telekom. Begründung: "Weil wir als europäisches Unternehmen verstehen, wie der lokale Handel tickt und das Ganze Land für Land ausrollen werden", sagte Kiessling auf einer Veranstaltung am Rande der Unterhaltungselek-tronikmesse IFA in Berlin. Unterstützend wurde eine im Juli bekanntgegebene Partnerschaft mit Mastercard eingegangen.

Start in Polen

Der deutsche Konzern will noch heuer in Polen starten, wo den Angaben nach 20 bis 30 Prozent der Händler schon über eine entsprechende Zahlungsinfrastruktur verfügten. Im deutschsprachigen Raum sind es hingegen erst ein bis zwei Prozent. In Österreich soll die elektronische Geldbörse bei DT-Tochter T-Mobile im Laufe des kommenden Jahres Einzug halten.

Dass andere Mobilfunker sich auch schon auf den Mobile-Payment-Zug geschwungen haben - in Österreich testet etwa Telekom Austria mit A1-Tochter Paybox in einigen Merkur-Märkten und McDonald's-Filialen das Zahlen mit dem Handy -, stört Kiessling nicht. "Das heizt den Markt an und bereitet ihn auf."

Sicherheitsaspekte

Ob der Nutzer von der neuen Möglichkeit des mobilen Zahlens überzeugt werden kann, hängt viel von dem Aspekt der Sicherheit ab. "Man kann immer alles hacken, wenn man genügend Zeit dazu hat", gibt Kiessling zu. "Wir haben aber auch das Zahlen mit Kreditkarten gelernt." Hier hätte das Betrugsrisiko auf 0,5 Prozent aller Transaktionen heruntergebracht werden.

Die Sicherheit bei Systemen, bei denen das NFC-Bezahlmodul auf der SIM-Karte integriert sei, liege noch "ein Stück höher". Weiter Vorteil: Der Nutzer braucht kein spezielles NFC-fähiges Smartphone, von denen es am Markt ohnehin erst wenige gibt.

Dennoch: Es wird noch viel Überzeugungsarbeit brauchen, den Konsumenten davon zu überzeugen, dass es bequem und sicher ist, Bargeld, Fahrscheine oder Kundenkarten, statt im Geldbeutel im Smartphone "stecken" zu haben. Noch werden zurzeit knapp 60 Prozent aller Bezahlvorgänge im deutschen Einzelhandel in bar abgewickelt. (kat, DER STANDARD, 4. September 2012)

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4 Postings
Ich würde sofort...

...mit dem Mobiltelefon ("Handy" für Kleinformatleserproleten) bezahlen, aber man läßt mich ja nicht. :-(

Armselig!

Wie funktioniert das eigentlich

Also zB mit den Mitgliedskarten.
Kann ich da in "der" App sagen "sende" die Carten ID,
oder durchsucht der terminal alle meine Carten IDs und sucht sich die passende?

Die nächste Stufe ist dann die, dass mir Siri fundierte Kritik und konkrete Tips zu meiner persönlichen Lebensführung gibt...
...dass das Handy permanent meinen Gesundheitszustand überwacht, ggf. automatisiert Notarzt und Rettung ruft, Angehörige verständigt oder auch das vorab beauftragte Bestattungsunternehmen verständigt...

Finde es spannend wie schnell Geld immer abstrakter wird.

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