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Kommt neue Bewegung in den Mordfall Olof Palme? Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Mord am damaligen schwedischen Ministerpräsidenten im Februar 1986 befasst sich die Palme-Sondergruppe der Polizei jetzt mit einem Tipp, der offenbar als heiß eingestuft wird: Laut schwedischen Medien soll hinter der Tat kein Geringerer als Hans Rausing stehen.
Der in London lebende, als einer der reichsten Menschen der Welt geltende Sohn des Tetra-Pak-Gründers Ruben Rausing, Hans Rausing, habe den sozialdemokratischen Spitzenpolitiker demnach als geschäftsschädigend aus dem Weg räumen lassen. Die Beschuldigungen gegen den Industriemagnaten kommen aus dem engsten Familienkreis - Quelle ist Rausings Schwiegertochter Eva Rausing, die im Juli in London tot aufgefunden worden war.
Ihre Todesumstände haben die Spekulationen jetzt zusätzlich angeheizt: Zwar hatte man bei der Obduktion der schwer drogenabhängigen Frau Spuren diverser Rauschmittel gefunden, die genaue Todesursache blieb aber ungeklärt. Hartnäckig halten sich seither Gerüchte, Eva Rausing sei Opfer eines Verbrechens geworden.
Mutmaßungen, wonach Eva Rausing "zu viel gewusst" habe, begegnen die Fahnder mit routiniertem Schweigen; auch zum Namen des Verdächtigen verlautete seitens der Polizei nichts. Polizeisprecher Varg Gyllander und die zuständige Staatsanwältin Kerstin Skarp haben aber bestätigt, dass Eva Rausings Tipp derzeit Gegenstand einer Voruntersuchung ist. Als offiziell verbriefter Fall für die Staatsanwaltschaft hebt er sich somit deutlich von der Flut der Hinweise ab, die die Palme-Gruppe nach wie vor regelmäßig erreichen - an die 15 sind es laut Gyllander pro Woche.
Ihre Befürchtungen hatte Eva Rausing den Fahndern laut Polizeiangaben Monate vor ihrem Tod mitgeteilt. Zuvor hatte sie sich bereits per Mail an den Schriftsteller und Palme-Experten Gunnar Wall gewandt. "Nach zwanzig Jahren Ehe habe ich von meinem Mann erfahren, wer hinter dem Mord an Palme steht", ist im Faksimile ihrer ersten Mail vom Juni 2011 an Wall zu lesen. Eva Rausing deutet an zu wissen, wo sich die Mordwaffe befindet, und sie schreibt, sie habe Angst vor dem Verdächtigen: "Er ist kein guter Mensch."
Die in dem insgesamt 24 Mails umfassenden Briefwechsel vorgebrachten Beschuldigungen seien ihm plausibel erschienen, erklärte Gunnar Wall jetzt im Schwedischen Rundfunk; angesichts vieler anderer Tipps habe er die Angelegenheit aber zunächst beiseitegelegt. Die Nachricht von Eva Rausings Tod und die Spekulationen über ihr gewaltsames Ende hätten ihn dann aber veranlasst, die alte E-Mail-Konversation erneut aufzurufen: "Ich fand eine Formulierung von Eva Rausing, auf die ich zunächst nicht weiter reagiert hatte: Sie schrieb, sie habe Angst, ermordet zu werden. Wenn sie auf ungewöhnliche Art sterben sollte, möge ich mich der Sache annehmen. Dann fügte sie hinzu: 'Das war nur Spaß - hoffentlich.'"
Das Objekt der Spekulationen hielt es jetzt für angezeigt, öffentlich seine Unschuld zu beteuern: Die Behauptungen seiner Schwiegertochter seien haltlos und ausschließlich ihrem Drogenmissbrauch geschuldet, so Hans Rausing in einer Erklärung in Aftonbladet. Wie inzwischen bekannt wurde, war er bereits kurz nach dem Palme-Mord Gegenstand der Ermittlungen gewesen; mehrere voneinander unabhängige Quellen sollen ihn mit der Tat in Verbindung gebracht haben. Laut der Tageszeitung Dagens Nyheter wollen die Fahnder nun in Kürze nach London reisen, um Rausings Sohn und Eva Rausings Witwer, Hans Kristian Rausing, zu vernehmen. (Anne Rentzsch aus Stockholm, DER STANDARD, 4.9.2012)
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Ach so, jetzt geht das plötzlich, und dies sogar in einer Mordsache!
Bei Julian Assange war dies bei einem zweifelhaften Belästigungsvorwurf völlig undenkbar, ja vermeintlich "gesetzlich nicht erlaubt".
damit die Wahrheit ans Licht kommt ?
Oder besser der Rest der noch nicht bekannten Schandtaten für ewig begraben wird..
Da gibts sicher eine Menge an Personen die Ihm einen schönen Tod wünschen. Und er nicht doch noch umfällt.. wie die ÖVPler oder die Sozis.
Angeblich gehen heute noch mehrer Hinweise zum Palme-Mord PRO WOCHE aus der Bevölkerung ein. Und angeblich hat sie behauptet, sie hätte es über Gehirnwellen erfahren.
Wenn das beides einigermaßen stimmt, sehe ich keine Fahrlässigkeit. Hinterher ist man immer schlauer, aber auch da müssen wir erst mal abwarten, wie sich der Verdacht entwickelt.
Übrigens war diese Meldung ein toller Scoop. Unter den deutsch- und englischsprachigen Medien war der Standard das erste, das berichtet hat, dass sich der Verdacht anscheinend gegen Hans Rausing selbst richtet. (Den Schwiegervater der Toten, nicht den Ehemann Hans Kristian.) Allerdings ist das Thema außerhalb Schwedens auch jetzt noch nicht weiter aufgenommen worden. Vielleicht gibts noch Zweifel?
Der Palme-Experte Wall, an den sich Eva Rausing gewandt hatte, erzählt das aber gans anders:
" "Nach zwanzig Jahren Ehe habe ich von meinem Mann erfahren, wer hinter dem Mord an Palme steht", ist im Faksimile ihrer ersten Mail vom Juni 2011 an Wall zu lesen. "
Vor allem das Motiv der Geschäftsschädigung finde ich nicht ausreichend.
Wenn man sich näher mit dem Fall beschäftigt hat und die bisherigen Ergebnisse (eventuelle Polizeiverwicklung) berücksichtigt ist der simple Auftragsmord wegen Geschäftsschädigung nicht plausibel.
Das würde ich so nicht unterschreiben, da ich nichts über die Verflechtungen innerhalb der schwedischen Industrie weiß. Beispiel: Schweden ist heute pro Kopf gemessen der größte Waffenexporteur der Welt. Auch in den 80er-Jahren hat es sehr viele Waffen exportiert. Vielleicht wollte Herr Palme ja den Rüstungsexport beschränken und Herr Rausing hatte so viele Saab- und Bofors-Anteile, dass ihn das ruiniert hätte? Es gibt sicher noch weitere Möglichkeiten. Erst mal abwarten, was die Ermittler sagen.
Es ist in der Tat so, dass in Schweden, im Gegensatz zB zu Mitteleuropa, ein ganz kleiner Geldadel, als ganz wenige Familienclans fast den ganzen OMX kontrollieren.
Die Rausings gehören da dazu. Natürlich gilt aber auch für den Rausing die Unschuldsvermutung.
Könnte das vielleicht an einem "M" liegen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Mode... ngspartiet
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