Reformpolitik in Frankreich: Hoch an der Zeit

Kommentar | Gianluca Wallisch, 3. September 2012, 18:49

Die Franzosen haben schnell verstanden, dass auch "Monsieur Normal" keine Wunder wirken kann. Unerwartet schnell präsentieren sie ihrem Präsidenten nun die Rechnung

So hatten sich die Franzosen die Zukunft nicht vorgestellt, als sie François Hollande Anfang Mai zum Präsidenten machten. Sie waren längst der Allüren von Nicolas Sarkozy überdrüssig geworden und wählten ihn ab - und mit ihm seine Probleme. Doch diese sind hartnäckig geblieben: Der Grande Nation droht ein weltpolitischer Bedeutungsverlust, und auch die sozialen Probleme in den Ballungsräumen, die grassierende Arbeitslosigkeit und der Wettbewerbsnachteil im Industriesektor geben genug Grund zur Sorge.

Die Franzosen haben schnell verstanden, dass auch "Monsieur Normal" keine Wunder wirken kann. Unerwartet schnell präsentieren sie ihrem Präsidenten nun die Rechnung - nach kaum 100 Tagen im Amt: Einbrüche in Umfragen, wie sie bisher noch keiner seiner Amtsvorgänger zu verzeichnen hatte; dazu dutzendweise harsche Kritik der renommiertesten Kommentatoren des Landes. Schuld an allem sei, so die Meinungsforscher, Hollande selbst: Er gehe die Probleme eben allzu zögerlich an.

Nun hat der Präsident endlich den "Kampf um Wachstum, Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit" ausgerufen, um die Stellung Frankreichs als europäische Großmacht behaupten zu können. Hoch an der Zeit, denn Deutschland ist drauf und dran, seine Führungsrolle durch politische Fakten auszubauen und abzusichern. Hollande muss nun beweisen, dass Frankreich diese Steilvorlage parieren kann. (Gianluca Wallisch, DER STANDARD, 4.9.2012)

Da vermisst man ja fast Herrn Braendle :)

Kampf um Wachstum, Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit

Las ich im ersten Moment doch glatt ' Kampf gegen Wachstum, Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit' ... und dachte mit 'treffender kann man's gar nicht ausdrücken '

Na gemeinsam mit den Gewerkschaften und den schicken Pariser intellektuellen wird's schon gelingen ;)

na das ist ja mal eine eklatant nichtssagende analyse!

und noch dazu mit dem hübschen germanischen klischee-begriff der grande nation geschmückt! danke.

Hollande hat den Absturz schon im Wahlkampf angelegt

Weil er eine Menge Dinge versprochen hat, die einfach nicht zu halten sind. Und jetzt sehen halt bald auch die letzten Deppen, dass der Kerl noch unverschaemter gelogen hat, als selbst Nicolas vor ihm.
Selber schuld, die Franzosen. Warum waehlen sie auch so einen Sozi!

falsch.

...die zu halten wären, wenn er es nur wollen würde.

Hollande ist nicht angetreten um Versprechen einzulösen, sondern um die Wahlen zu gewinnen. Und es hat funktioniert und es wird wieder funktionieren.

Wenn er die hält, dann kann man ziemlich sicher sein, dass es in den nächsten 50 Jahren keine sozialistische Regierung mehr gibt ;)

holli steht vor der Wahl: sozialistische Politik und den frnz. Sozialismus begraben oder vernünftige Politik und den Sozialismus begraben :)

Die Wähler

Weil sie das Märchen vom bequemen Weg zum Wohlstand eben glauben wollen. Man müsse ihn halt nur "gerechter" umverteilen...

Ist in Österreich oder Deutschland aber auch nicht anders als in Frankreich.

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