Hütte mit Horrorkabinett

Isabella Reicher
3. September 2012, 18:00
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    foto: constantin film

Drew Goddards Film "The Cabin In The Woods" setzt auf eine klassische Ausgangssituation und hat dabei den Bruchteil eines handelsüblichen Blockbusters gekostet

Wien - Die Ausgangssituation darf als Klassiker bezeichnet werden: Wenn eine Gruppe junger Leute zu einem verlängerten Wochenende in die Wildnis aufbricht und auf dem Weg zum einsamen Quartier auch noch einem Hillbilly begegnet, der gar keinen Spaß versteht, dann ist es keine Frage, ob sie bald in Lebensgefahr geraten werden, sondern nur noch, wann und wie genau.

Dementsprechend hat auch das aufgekratzte Studierendenquintett im neuen US-Horrorfilm The Cabin In The Woods kaum sein Ausflugsziel erreicht, da macht es auch schon die ersten ziemlich beunruhigenden Entdeckungen. Nicht nur im Publikum kann man jetzt Wetten abschließen, wen hier als Erste/r der sichere Tod ereilt.

Regisseur und Co-Autor Drew Goddard war unter anderem für Lost tätig. Sein erstes Kinodrehbuch war 2008 jenes für den Endzeitthriller Cloverfield. Schon dieser spielte auf originelle und ökonomische Art und Weise mit einem bewährten Altmaterial, nahm ein gut eingeführtes Genre aus einer spezifischen Perspektive ins Visier. In Cloverfield spiegelte sich ein Katastrophenszenario (Angriff auf New York!) in der katastrophalen Handhabung der Digicam durch einen beherzten Amateur.

Die kleine Reisegruppe

Nun, in The Cabin In The Woods, wird der generische Handlungskern gleich von Beginn an in einen größeren Zusammenhang eingebaut: Die kleine Reisegruppe - der als Darsteller unter anderem Chris Hemsworth (Thor) und Jesse Williams (Grey's Anatomy) angehören - steht insgeheim unter der sachkundigen Aufsicht eines Kontrollraums voller Wissenschafter, bei denen Charakterkopf Richard Jenkins mitspielt.

Diese wissen - quasi stellvertretend fürs Fanpublikum - vor der Leinwand um alle Fallen und Gefahren. Sie haben im Gegensatz zu diesem aber auch noch die Möglichkeit, den Handlungsverlauf des Films-im-Film durch gezielte Eingriffe zu verändern, frei nach dem Motto: "Let's get the party started!" und dem Vorbild der Truman Show.

Treffliche Visualisierung

Das ist nur eine jener scheinbar naheliegenden, aber trotzdem wirkungsvollen Finten, mit denen dieser Film (und gar nicht unkomisch) operiert. Das Spiel mit der Kennerschaft des Fans findet auch in schönen Einfällen auf der visuellen Ebene seinen Niederschlag - etwa wenn irgendwann unterschiedliche Horror-Subgenres buchstäblich aufeinandertreffen. Fürs metaphorische "Off the Grid"-Gehen - unerreichbar, weg vom Radar sein - findet sich ebenfalls eine treffliche Visualisierung.

Auch wenn sich der Film am Ende mit Hilfe von Alien-Mama Sigourney Weaver in eine Deus-ex-Machina-Lösung zu retten hat: The Cabin In The Woods, der mit angeblich gerade einmal 30 Millionen Dollar Budget den Bruchteil eines handelsüblichen Blockbusters gekostet hat, ist einer der erfreulicheren US-Starts, die uns diesen Sommer erreichen. (Isabella Reicher, DER STANDARD, 4.9.2012)

Ab 7. September im Kino

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Schon geil, der Film

Mein Lieblingsmonster: der Hell Lord. Die Szene war wirklich gänsehautig, wo beide Hauptdarsteller im Aufzug stehen und der Lord tritt langsam aus den Schatten heraus, in Richtung Mädel, die hinter der schützenden Glaswand steht, und schaut sie einfach nur an. Bbrrrr.

Empfehle diesen Film durchaus.

Sehr unterhaltsamer Film, absolut empfehlenswert!
Die “Japan/Frosch“ Szene werde ich nicht so schnell vergessen :)

Ich finde es verwunderlich, wie positiv der Film tw aufgenommen wird. Obwohl die Idee interessant ist, ist der Film ziemlich flach. Das Beste daran ist neben dem Duo Richard Jenkins und Bradley Whitford (das wär sein Kollege gewesen und außerdem hat er in The Mentalist und The West Wing mitgespielt) die Szene als so ziemlich alle Monster losgelassen wurden (inkl. mordendes Einhorn). Der Schluss war extrem schwachsinnig, da kann auch eine Sigourney Weaver nix machen. Und wie bereits in einem Kommentar angemerkt, mit "Deux ex Machina" hatte das dann nicht mehr viel zu tun. Da hätte man schon besser aufpassen müssen, gell?

kann ich nur zustimmen. der film ist letztlich nichts anderes als eine neue version von cube, gemixt mit etwas typischem torture porn a la wrong turn (als gäbe es nicht schon tausende davon, das klischee der touristenmordenden inzuchtfamilie ist schon so ausgelutscht), und am schluss versucht man noch, witzig zu sein. zumindest schien es mir wie der verzweifelte versuch, witzig zu sein.

in höchstem maße langweilig und enttäuschend.

Das Ende war klassicher Lovecraft/Call of Cthulhu und damit eher ein Insider für Genreliebhaber!

Der Film ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, keine Spur von Kult, einfach nur platte Übertreibung. Der Horror ist auf Splatter begrenzt und das nicht mal sehenswert. Ein Film zum vergessen.

Als erster stirbt immer

wer den ersten Sex hat, Mädels bevorzugt..

Die sterben immer in der mitte des Filmes,der erste ist immer der sagt DA IST ETWAS DRAUßEN.

Film sehr vorhersehbar

bin nach ca 2/3 des Movies gegangen.

good one! :)

ja dan hast du das unvorhersehbare ende versäumt :)

Vor 30 Jahren wär das ein Klassiker geworden.

Anders (besser) geschnitten, hätte er zu einem meiner Lieblingsfilme werden können....schad!

Wenn man beim Browser auf "Seite durchsuchen" geht und "Joss Whedon" eingibt, kommt im Artikel kein Treffer, sondern nur in den Kommentaren. Bevor dieser Bug nicht behoben ist, weigere ich mich, den Artikel zu lesen!

"Wir müssen uns trennen, nur so haben wir eine Chance!"

Der klassische Satz, der in solchen Filmen, im Angesicht des nahenden Todes, immer fällt.
Danach wird sich dezimiert.

"Wir müssen uns trennen, nur so haben wir eine Chance!"

Story nicht verstanden?

NICHT LESEN!

derbster Spoiler aller Zeiten dort oben...

Der gleiche Film?

Bezüglich Spoiler: Dass hinter dem üblichen Kabinenschreck mehr steckt, ist kein großartiger Spoiler, das stellt der Film in den ersten 5 Minuten dar. Viel gemeiner finde ich, die klasse Überraschung mit Weaver zu versauen. Mies.

Darüber hinaus haben wir wohl nicht den gleichen Film gesehen. Es ist mehr als nur der übliche Slasher mit Truman-Show-Elementen: Ein herrliches Kommentar auf den von sadistischen Folterfilmen übersättigten Horrormarkt und ein Publikum, dass Schöpfer, die Neues und Herausforderndes herausbringen, mit (finanzieller) Vernichtung straft. Ein Horrorfan, dem dieser Film missfällt, darf sich getrost mit den eigentlichen Antagonisten des Films gleichsetzen.

Ach ja, und mit Deus Ex Machina hat das Ende garnix zu tun.

die klasse Überraschung mit Weaver zu versauen. Mies.

Also ich fands den Auftritt/Einsatz ziemlich peinlich, aber bitte.

ich fand diesen film mies

Sorry, aber ich fand ihn eher schwach

ja, muß man nicht sehen.

habe den Film vor ein paar Monaten im Rahmen des slash-Film-Festivals sehen können und kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen. Dass Joss Whedon(Buffy, Firefly, Avengers) die zweite Hälfte des Autorenduos darstellt, sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben...

arrr neid.hab damals keine karten mehr bekommen.Naja schau ihn mir auf jedenfall jetzt an.Trailer war vielversprechend.

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