Wiener Steinhofgründe: Blankoscheck für Experten bei Bauprojekt

Andrea Heigl, Julia Herrnböck, 3. September 2012, 22:20
  • Die streitbaren Mitglieder der Bürgerinitiativen wollen die Bebauung am Steinhof-Areal um jeden Preis verhindern.
    foto: heribert corn

    Die streitbaren Mitglieder der Bürgerinitiativen wollen die Bebauung am Steinhof-Areal um jeden Preis verhindern.

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    grafik: der standard

Am Dienstag sollen die Unterschriften unter eine Mediationsvereinbarung zum Wohnungsbau am Steinhof gesetzt werden. Deren Kern: Experten sollen entscheiden, was passiert. Bürgerinitiativen laufen weiter Sturm

Wien - Ob es am Dienstag zu der vom Profil prognostizierten friedlichen Einigung in Sachen Bebauung von Steinhof kommen wird, ist fraglich. Die Vertreter der in die Mediation involvierten Bürgerinitiativen reagieren auf Nachfrage des Standard verärgert auf eine Meldung der aktuellen Ausgabe des Wochenmagazins.

"Wir unterschreiben, dass es keinen Konsens gibt", sagt Gerhard Hadinger von der Initiative "Steinhof erhalten". Er empfindet den Vorstoß als Vertragsbruch - elementare Spielregel für alle Teilnehmer des Verfahrens sei Geheimhaltung von Interna. Es sei niemals die Rede davon gewesen, dass in der Vereinbarung mit der Stadt und den beteiligten Firmen, die am 4. September unterzeichnet werden soll, die Bürgerinitiativen ihr Mitspracherecht an ein Expertengremium abtreten.

"Diesem Zwang werden wir uns nicht unterwerfen", entrüstet sich Carola Röhrich von der Initiative Flötzersteig. Die Initiative Denkmalschutz ist schon vor Wochen aus den Verhandlungen mit der Stadt und den Bauträgern ausgestiegen, weil sie mit den Rahmenbedingungen der Mediation nicht einverstanden war.

"Gegen jedes kleine Haus"

"Wir wehren uns weiterhin gegen jedes noch so kleine Haus", kündigt Röhrich an. Die Mediation sei für alle Beteiligten emotional und zeitlich "ungeheuer belastend" gewesen. Die Gesiba, neben der Vamed einer der beiden Bauträger, hatte ursprünglich ein Ultimatum bis Ende August gestellt und dieses nun bis Ende November erweitert. Spätestens dann soll ein raumplanerisches Nutzungskonzept vorliegen. Die Bürgerinitiativen können Mitglieder für das Expertengremium vorschlagen, aber nicht benennen.

Grünen-Gemeinderätin Jennifer Kickert sagte dem Standard, dass dieses Expertengremium nun quasi einen Blankoscheck bekommen soll, sprich: Was entschieden wird, wird umgesetzt - "unter Berücksichtigung der schützenswerten Substanz" auf dem Gelände, wie es in der Vereinbarung heißen soll, von der Kickert annimmt, dass sie am Dienstag unterschrieben wird. Dieser Passus sei "ein Risiko für alle Beteiligten".

"80 Prozent können damit leben"

Die Grüne geht davon aus, dass "80 Prozent der Beteiligten an den Bürgerinitiativen damit leben können", es soll aber schriftlich festgehalten werden, dass es abweichende Meinungen gebe. Und es sei "klar, dass man den Bürgerinitiativen nicht verbieten kann, weiterhin für ihr Ziel zu kämpfen" - und das sei für einige eben die komplette Verhinderung des Wohnungsbaus.

Der Konflikt beschäftigt die Stadtregierung schon seit über einem Jahr; nachdem die Kronen Zeitung den Wohnungsbau torpedierte, verkündete Bürgermeister Michael Häupl (SP) Ende Oktober 2011: zurück an den Start. (Andrea Heigl, Julia Herrnböck, DER STANDARD, 4.9.2012)

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Und dann lasst uns noch die Gloriette "wohnbar" machen..!

"Das Schönste den Schönen..", hat doch schon Jeanine Schiller dem launigen GESIBA-General zugeraunt...;)

Ein Wohnungsanlage in dieser Gegend ist der absolute Schwachsinn. Die Anbindung durch öffentlichen Verkehr ist nicht gegeben. Es sieht so aus, als sollten dort Luxus-Sozialwohnungen für "Parteifreunde" entstehen.

Wesentlich besser wäre es, die Jugendstillgebäude z.B. als Museum oder anderen öffentlichen Einrichtungen zu nutzen.

Museen und öffentliche Einrichtungen....

...machen aber ohne anbindung an den öffentlichen Verkehr auch wenig Sinn!

Ein Busparkplatz in der Nähe ist schnell errichtet. Die Infrastruktur für 500+ Wohneinheiten allerdings nicht.

was soll da ein Busparkplatz bewirken? Museumsbesucher bestehen doch nicht nur aus Busgruppen.

ein parkplatz ist immer schnell herplaniert!

ich dachte es geht hier um die anbindung an den öffentlichen verkahr!?

Eine Bus-Station ist in 5 Minuten eingerichtet.

Andere haben dasselbe Recht, wie sie, im Grünen und Verkehrsberuhigt innerhalb der Stadt zu wohnen.

Wie die Geier sans de Leid, oba mia san selber Geier, selber Geier...

Für ein Spital war die Anbindung durch öffentlichen Verkehr aber bisher ausreichend?

wieviele Museen oder welche öffentlichen Einrichtungen konkret wollens denn dort unterbringen?

Mit bras zu diskutieren macht meiner erfahrung nach sehr wenig sinn.
daher: rot

wenn sie statt Argumenten nur rote Stricherln haben, wird eine Diskussion tatsächlich wenig sinnvoll.

bingo ,liebster bras, bingo...

alle die

schon dort wohnen wollen nicht, dass andere auch dort wohnen und die schöne aussicht über wien genießen... na super, das ist wohl das vielgepriesene wienerherz!

Weltkulturerbe für dieses einmalige Jugendstilensemble ist das Thema!

nicht das Schüren von Neidkomplexen!

Auch vor der Gloriette in Schönbrunn hat man eine schöne Aussicht - also auch dort "leistbares Wohnen"? Wenn schon, denn schon!

Anstatt der MaResiKas?

und trotzdem

bin ich dafür, dass auch der pöbel ein recht auf schöner wohnen am steinhof hat :)

Pöbel??

wenn Sie die Parteifreunde und die "roten" Primarärzte aus dem Wilhelminénspital meinen?

sie können davon ausgehen, dass der "pöbel" sich das wohnen dort nicht würde leisten können und abgesehen davon ist jeglicher wohnbau auf dem gelände abzulehnen, egal welche gesellschaftsschicht dort anzusiedeln wäre!

Au weh

Diese Grafik ist kein Meisterwerk. Das Reha-Zentrum dürfte weiter rechts errichtet werden, nicht dort, wo die Beschriftung ist.

Weiß man eigentlich, ob die auf dem Plan schraffierten Pavillons schon verkauft wurden bzw. was dort gemacht werden soll?

Dort hätten die diversen Bürgerinitiativen nämlich vermutlich noch die einmalige Chance, einen typischen Wiener Grundstücksdeal zu verhindern. Außerdem sind diese Pavillons zu schade, um sie auf Wiener Art zu "verwerten".

für die schraffierten Pav. gibts mWn eine Kaufoption für die Gesiba.
Was damit passieren soll, weiß aber noch niemand.
Als reine Wohnnutzung werden sie sich aufgrund des Denkmalschutzes kaum rechnen.

Die Natur zubetonieren und dann einen Spielplatz drauf bauen?
Damit die dicken Kinder nicht mehr weit gehen müssen und hügelig ist es dort auch. Ach ja die Pollen und Gräser hab ich vergessen, wären damit auch (fast)erleidgt.

Grafik

Bitte, das Reha Zentrum ist aber nicht in den Steinhofgründen neben der Otto-Wagner-Kirche sondern am östlichen Rand des Spitalgeländes. Das wäre ja sonst ein nochmals viel größerer Skandal, als es bereits schon ist.

bitte den Plan anschauen!

selbstverständlich liegt das neue VAMED Reha zentrum innerhalb der Steinhofmauer und auf dem Spitalsareal des Otto Wagner Spitals.

nur des Denkmalschutzes hat man sich geschickt "entledigt".

Wien ist eben "anders", leider.

genau: Plan anschauen

das Rehab Zentrum liegt NICHT dort, wo der Pfeil am Plan hinweist, sondern in dem grün umrandeten Bereich östlich (=rechs) davon.

die "Steinhofgründe" (=das Erholungsgebiet) sind davon nicht betroffen.

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