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Wolfsburg - Schmähungen der Fans gegen den Ex-Hannoveraner Emanuel Pogatetz haben 96-Clubchef Martin Kind ebenfalls zu harten Worten greifen lassen. Nachdem der Steirer beim 0:4 von Wolfsburg gegen seinen ehemaligen Klub von den mitgereisten Anhänger wüst beschimpft worden war, holte Kind zum Gegenschlag aus: "Ein Teil unserer Fans sind Arschlöcher." Selten hat ein Vereinsvertreter sich derart drastisch über die eigenen Fans geäußert.
Für Kind waren es der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der 96-Chef ärgert sich seit längerer Zeit und liegt mit dem unangenehmen Teil der Anhängerschaft auf Konfrontationskurs. Fast 100.000 Euro hat der Verein in der Vorsaison an Strafen zahlen müssen, vor allem wegen des Einsatzes der verbotenen Pyrotechnik. Kind hatte bereits gedroht, dass er die Geldstrafen zukünftig auf die Eintrittspreise aufschlagen will.
200 bis 250 Personen sind es nach seinen Einschätzung, die Probleme bereiten. "Wir nennen sie nicht mehr länger Fans", sagte Kind. In dieser Gruppe vermuten die Verantwortlichen auch jene, die sich am vergangenen Donnerstag Auseinandersetzungen mit gewaltbreiten Anhängern von Europa-League-Gegner Slask Wroclaw geliefert hatten. Im ersten Liga-Heimspiel gegen Schalke 04 hatten einige auch wieder einmal eine Fahne mit dem Konterfei des Massenmörders Fritz Haarmann geschwenkt. Haarmann hatte in den 20er Jahren in Hannover 24 Menschen getötet.
"Die sollen zu Hause bleiben", forderte Kind und offenbarte damit eine gewisse Form von Ohnmacht. "Wir müssen Klarheit schaffen", sagte er auch, konnte jedoch nicht erklären, wie das passieren soll. Auf der vereinseigenen Internetseite entschuldigte sich der Verein offiziell bei Pogatetz. "Das ist sehr enttäuschend", hatte der um Fassung ringende ÖFB-Teamverteidiger nach dem Spiel gemeint.
Die Diskussion in Deutschland um Anfeindungen von Fans gegen Profis, die durch die Flucht des Abwehrspielers Pezzoni vom 1. FC Köln hochgekocht war, geht also weiter. Inzwischen hat die Suche nach Lösungen eingesetzt. Stuttgarts Bruno Labbadia forderte Medien und Fans zum Umdenken auf. "Wir müssen aufpassen, dass wir den Bogen nicht überspannen. Es ist auffallend, wie schnell wir Spieler oder Mannschaften zu Helden machen - und drei Wochen später wieder zu Deppen", sagte der Trainer der Schwaben.
Dass man so weit gehen müsse, einen Spieler aus seinem Vertrag zu entlassen, sei "eine Katastrophe". Pezzoni hatte beim 1. FC Köln um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er von FC-Hooligans bedroht worden war.
Bayern-Trainer Jupp Heynckes wünscht sich einen Schulterschluss der Bundesligisten. "Rowdys und Krawallmacher muss man ausgrenzen, da muss eine Solidarität in der Liga stattfinden", sagte er und rief dazu auf, vor "solchen Menschen" nicht zu kapitulieren. "Da sind die Klubs und die Sicherheitskräfte gefordert, rigoros durchzugreifen. Diese Leute haben im Stadion absolut nichts verloren."
Dieser Meinung ist auch Michael Gabriel. Der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) stellt fest, dass der Respekt "deutlich geringer" geworden ist: "Die Schwelle, von Beleidigungen zu körperlicher Gewalt zu kommen, hat sich negativ verschoben." Allerdings differenziert Gabriel, er weist einen Teil der Schuld den Vereinen und Verbänden zu. "Vereine dürfen sich nicht scheuen, Grenzen zu ziehen. Je mehr ein Verein sich auch in ruhigen Zeiten mit seiner Fanszene auseinandersetzt oder auch mal Strafen ausspricht, desto höher ist die Akzeptanz in schwierigeren Phasen."
Die Vorgangsweise Kinds kritisierte er: "Die wichtigsten Player im Zusammenhang mit Fanverhalten sind die Entscheidungsträger der Vereine. Wir glauben, dass es immer besser ist, mit den Fans hinter verschlossenen Türen zu sprechen, anstatt sich öffentlich über sie zu äußern", sagte Gabriel.
Jedoch sei auch die Kommunikation zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den Fans "nicht perfekt" gelaufen. Zudem sei seit einem Sicherheitsgipfel "bei den Fanprojekten nicht ein Cent mehr" angekommen. "Da muss mehr kommen. Es ist ein fatales Zeichen, wenn die Politik versucht, Verantwortung für soziale Schieflagen auf den Fußball abzuwälzen", sagte Gabriel.
Medienwissenschaftler Dr. Christoph Bertling fordert unterdessen, auch aufseiten der Spieler anzusetzen. "Sie sind nicht vernünftig geschult, sie können mit dem hohen sozialen Druck nicht umgehen", sagte Bertling, der am Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitet.
Wenn ein Spieler bereits verunsichert oder ängstlich sei, setze eine "Spirale irrationalen Verhaltens" ein. "Wenn ich Angst habe, handle ich nicht mehr vernünftig, das Umfeld erwartet es aber von mir", sagte Bertling. Er sieht keine Eskalation auf breiter Front, aber "ein schleichendes Problem mit Speerspitzen".
Werner Spinner, Präsident des 1. FC Köln, spricht dagegen von einem allgemeinen Problem. "Wer mit dem Finger auf Köln zeigt, wird der Sache nicht gerecht. Der Druck im Profifußball ist sehr groß. Das ist Ausdruck einer Tendenz im Profifußball insgesamt", sagte er. (sid/APA/red, 3.9.2012)
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derStandard.at hat sich zum letzten Liga-Spiel der Knappen im Herbst in den Ruhrpott begeben
So ähnliche Worte hatte doch schon der Uli Hoeneß über manche Bayern-Fans gefunden. Er hat die damals nur viel besser verpackt, doch die Aussage ist im Prinzip die selbe!
Fans, die selber sportlich aktiv sind, können auch nie wirklich solche A... sein!
Die echten Fans können sich das leisten, weil die haben Saisontickets und dann sind die Karten nicht mehr so teuer. Die sporadisch-Zuschauer können Tickets in der PL ab 25 (irgendwo in der Pampa, sagen wir Sunderland) oder 35 Pfund (für die besseren Mannschaften, vor allem die Londoner Teams) erwerben. Wenn ich das mit dem Wacker vergleich dann find ich das nicht so teuer (In der Championship bist mit 20 Pfund dabei, z. B. in Charlton oder bei Palace, das kommt dann von der Qualität auch ungefähr hin).
Die Engländer haben das Problem in den Griff bekommen, weil sie die Ticketkäufer registrieren und sie dich bei beleidigenden Schmährufen erstens verwarnen und beim zweiten mal rauswerfen, samt Anzeige.
1. man folgt dem beispiel der premier league und aendert sein klientel, heisst also man macht die eintrittskarten so teuer, dass es sich die mehrheit der problemfans (aber auch aller anderen fans) nicht mehr leisten koennen ins stadion zu gehen.
2. man versucht nachhaltig und mit viel aufwand die selbstregulierung des fan-sektors zu staerken. heisst also "teure" fan-projekte und beauftragte die den dialog mit den fans pflegen und die schweigende mehrheit an normalen fans in eine position der staerke zu bringen, samit sie die chaoten selbst isoliert. diese loesung verlangt wesentlich mehr aufwand und risiko.
beide ansaetze haben vor- und nachteile, aber mit strafen und durch regulierung allein wird man das problem nicht loesen konnen.
Ende der 80er war alles noch viel ärger - da habe ich mal auf der West von den eigenen Fans Bier übern Schädel und Knackwatschn bekommen. :)
Ich war da 12, 13 Jahre, und lange nicht im Stadion. Ich will nur sagen: es war schon besser, aber auch schon schlechter, denke ich. Das "Fan"tum ist halt auch sozial durchlässig, und es stimmt sicher, dass man soziale Schieflagen nicht einfach auf die Vereine abwälzen kann/soll/darf.
Der Kader war aber trotzdem ein Traum
http://www.weltfussball.at/teams/rap... en/1987/2/
http://www.weltfussball.at/teams/aus... en/1987/2/ war aber auch ein Traum!
waren auch ned schlecht :) http://www.weltfussball.at/teams/rb-... rg/1994/2/
Hab ungefähr zu dieser Zeit einmal eine Knackwurscht auf die Kalotte bekommen. Hab sie abgeputzt und aufgegessen. Bekam spontanen Szenenapplaus von 15-20 hinter mir Sitzenden, die eigentlich mit dem Start schwerer Ausschreitungen gerechnet haben.
In Fällen wie im Fall Pezzoni beim 1.FC-Köln (gegen solche verbrecherische Idioten-Fans) gehört das Gesetz zu 101% ausgenützt. -
Ausforschung und Anzeige wegen öffentl.Aufforderung/Aufruf zu einer Straftat (§282) und Gefährl.Drohung (§107), und unbedingt die Höchststrafe verhängen!!!
Nur mit derart drastischen Mitteln kann man mMn diesen Vollkoffern effizient begegnen. - Extreme Situationen erfordern leider extreme Massnahmen (Höchststrafe)! - Nach österr.StGB wären bei derartigen Drohungen ("Haxn brechen" - Gefährdung der Existenz) bis zu 5 Jahren Haft möglich.
Stadionverbote können da nur eine kleine Draufgabe sein.
Bald gegensteuern und voll (konsequent) Gegensteuern ist unbedingt wichtig!
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