Fabriksbesuch bei HEG: Samsung findet keine Kinderarbeiter

  • Samsung stellt Ultimatum an HEG aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen.
    foto: apa

    Samsung stellt Ultimatum an HEG aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen.

Kontrolle offenbart aber zahlreiche andere Probleme und enorme Personalfluktuation

Nachdem Elektronikriese Samsung erst kürzlich der Beschäftigung von Kinderarbeitern bezichtigt wurde, hat das Unternehmen einen unangekündigten Besuch bei einer der betreffenden Fabriken des Zulieferers HEG vorgenomme. Das berichtet The Verge.

Nur minderjährige Praktikanten

Dabei fanden die Kontrolleure diverse Missstände, allerdings keine Kinderarbeiter. Zwar gibt es in der Fabrik Arbeiter im Alter von 16 und 17 Jahren, diese absolvieren dort jedoch ein Schulpraktikum.

Enorme Fluktuation

Probleme bei der Dursicht der Personalien machte der Samsung-Abordnung die enorm hohe Fluktuation des Betriebes. Pro Monat wechselt 30 Prozent des Personals in der Fabrik. Die Ursachen dafür sind wiederum schnell gefunden.

Zahlreiche Mängel

So sind die Gesundheits- und Sicherheitsstandards unzureichend, die Angestellten haben keinen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und auch das Management ist schlecht organisiert. Dazu gesellt sich, wie man in Einzelinterviews herausfand, ein System aus Strafen. Die Arbeiter erhielten Abzüge für Verspätungen und Absenz und mussten aber gleichzeitig Überstunden in einem Ausmaß leisten, das selbst gegen die lokalen Regelungen verstößt.

Ultimatum

Samsung hat nach eigenen Angaben eine "formelle Information" an HEG geschickt und den Zulieferer zur Verbesserung seiner Arbeitsbedingungen aufgefordert, damit diese zumindest den örtlichen Gesetzen und den betriebsinternen Vorgeben entsprechen.

Gleichzeitig wurde auch ein Ultimatum übermittelt. Sollten bei HEG minderjährige Arbeiter entdeckt werden, sollen bestehende Verträge zwischen dem Unternehmen sofort gelöst werden. (red, derStandard.at, 03.09.2012)

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