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Graz - Weiterbildung ist für rund die Hälfte der Befragten einer Studie der steirischen Arbeiterkammer Privatsache - 59,3 Prozent absolvieren sie in der Freizeit bzw. berufsbegleitend, nur 25,3 Prozent in der bezahlten Arbeitszeit. Die Finanzierung erfolgt bei 40,8 Prozent selbst, nur 33,8 Prozent bekommen sie vom Arbeitgeber bezahlt. Weitere Ergebnisse: 38,6 Prozent aller 506 telefonisch Befragten sind nicht mehr in ihrem erlernten bzw. "Erstberuf" tätig. Aus-und Weiterbildung wird offenbar noch wie vor als Privatsache der Arbeitnehmer gesehen, meinte dazu AK-Präsident Walter Rotschädl in einer Pressekonferenz am Montag in Graz.
Im Auftrag der steirischen Arbeiterkammer ist das Grazer Meinungsforschungsinstitut bmm von Claudia Brandstätter mit einer Studie der Frage auf den Grund gegangen, welche Effekte die Erstausbildung auf die aktuelle berufliche Situation der Beschäftigten hat. Ein zweiter Teil der Studie hinterfragte Häufigkeit, Motive und Effekte von Weiterbildungsmaßnahmen. Von den befragten Absolventen einer Lehre übten immerhin 71,6 Prozent noch ihren erlernten Beruf aus. Hingegen sind mit 47,6 Prozent weniger als die Hälfte der Absolventen einer berufsbildenden Schule noch in ihrem ersten Beruf tätig. Nur 6,7 Prozent wählten aufgrund einer professionellen Beratung ihren Lehrberuf bzw. die Berufsbildende Schule aus, die Hauptrolle bei der Berufswahl hätten mit 63 Prozent noch immer die Eltern gespielt.
Bei 71,3 Prozent haben die Weiterbildungen berufliche Verbesserungen nach sich gezogen, so die Studie. 95,2 Prozent seien mit ihrer beruflichen Situation nach der Weiterbildung sehr zufrieden bzw. zufrieden. Diese Zufriedenheit habe allerdings wenig mit Geld zu tun: Nur für knapp 15 Prozent der Befragten ist die Erwartung eines höheren Einkommens tatsächlich eingetreten. Hauptinformationsquelle über angebotene Weiterbildungen ist übrigens mit 35,2 Prozent das Internet. Erst dann folgen mit 34,4 Prozent Arbeitgeber bzw. Vorgesetzte.
AK-Präsident Rotschädl forderte Bildungsfreistellung für berufliche Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine Weiterbildungsoffensive in Form von Förderungen. Auch in der Finanzierung der Weiterbildung müssten die Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden.
Für die Studie wurden vom Grazer Meinungsforschungsinstitut bmm im Auftrag der steirischen AK im Juni 506 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen telefonisch befragt, die entweder eine Lehre oder eine berufsbildende Schule absolviert hatten. Die Schwankungsbreite liegt bei plus/minus 4,5 Prozent. (APA, 3.9.2012)
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