Niederländische Sozialdemokraten legen In Umfragen zu

3. September 2012, 12:12

Ruttes VVD kann sich auf erstem Platz behaupten - Sozialisten und Rechtspopulisten verlieren

Amsterdam/Wien - Etwas mehr als eine Woche vor den Neuwahlen in den Niederlanden liegt die rechtsliberale Regierungspartei laut einer aktuellen Umfragen des Marktforschungsinstitutes Ipsos Synovate wieder auf Platz eins. Zulegen konnte auch die sozialdemokratische Arbeiterpartei (Partij van de Arbeid, PvdA), die demnach auf 26 im insgesamt 150 Sitze umfassenden Parlament kommen würde, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete. Die bisher in Umfragen sehr starken Sozialisten (SP) unter Emile Roemer hingegen verzeichnen leichte Verluste.

Die Partei von Regierungschef Mark Rutte, die Partei für Freiheit und Demokratie (VVD), wäre laut der Umfrage mit 34 Sitzen auch diesmal stärkste Kraft in der Zweiten Kammer ("Tweede Kamer"). Nach den Wahlen 2010 kam sie auf 20,5 Prozent der Stimmen und somit 31 Sitzen.

Knapp dahinter lag die größte Oppositionspartei, die PvdA, die zuletzt Verluste hinnehmen musste, nun aber wieder Boden gutzumachen scheint. Parteichef Diederik Samson bekam zuletzt für seine Auftritte in TV-Debatten durchwegs positive Kritik.

SP-Chef Roemer hingegen, der sich in Umfragen währen der vergangenen Wochen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Rutte lieferte, muss sich nun mit nur mehr 27 Sitzen zufriedengeben. Das sind trotzdem noch immer fast doppelt so viele, wie die Sozialisten bisher im Parlament haben.

Die Christdemokraten, momentan viertstärkste Partei, sacken weiter ab und erhalten der Ipsos-Umfrage zufolge nur mehr 13 Sitze (derzeit: 21) im Parlament. Die Partei für die Tiere (Partij voor de Dieren, PvdD) können ihre Mandate von zwei auf vier verdoppeln, auch die sozialliberale D66 legt demnach um vier Sitze (auf 14) zu.

Geert Wilders rechtspopulistische Freiheitspartei (PVV) - bisher drittstärkste Partei - kommt laut der Umfrage auf 20 Mandate, das sind vier weniger als sie derzeit im Parlament innehaben. Wilders hat in der Bevölkerung und vor allem bei seinen Politiker-Kollegen Vertrauen verloren, als er im April der Minderheitsregierung seine Unterstützung bei den Verhandlungen für einen neuen Staatshaushalt entzog. Zwar konnte das Sparpaket später mit den Stimmen kleinerer Oppositionsparteien beschlossen werden, die Regierung Rutte zerbrach dennoch.

Die Neuwahlen finden am 12. September statt, insgesamt treten 21 Parteien an. (APA, 3.9.2012)

Hoffnung für die Niederlande?

Nur wenn die dortigen Sozialdemokraten auch wirklich sozial und demokratisch sind und nicht den "Blair-Virus" wie die Nachbarn verinnerlicht haben.

Sonst tauschen die Niederländer wieder nur den (schwarzen) Teufel mit dem (roten) Beelzebub aus.

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