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Feinstaub ist für Kinder besonders gefährlich.
Pünktlich zu Schulbeginn wird vor Schulweg- und Verkehrsunfällen gewarnt: Im vergangenen Schuljahr ereigneten sich laut Unfallversicherung 1696 Wegunfälle, zwei Schüler kamen ums Leben. Doch Unfälle sind nicht das einzige Problem, das der Verkehr Kindern bereitet. Sie sind von den vielfältigen gesundheitlichen Auswirkungen weit stärker betroffen als Erwachsene, sagt der Umweltmediziner Hans Peter Hutter, der an der Medizin-Uni Wien die Forschungseinheit "Child Public Health" leitet und Vorstandsmitglied von "ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt" ist.
Kinder, die an vielbefahrenen Straßen wohnen, leiden demnach häufiger an Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Asthma. Grund ist unter anderem das hoch reaktive Gemisch von Stickoxiden und Feinstaub. Stickstoffdioxid (NO2) greift die Atemwege an und begünstigt bei längerer Einwirkungszeit Atemwegserkrankungen. Längerfristig häufen sich Infektionskrankheiten der Atemwege, und die Lungenfunktion wird schlechter. Aus Tierstudien gibt es auch Hinweise, dass die Abwehr gegenüber bakteriellen und viralen Infektionen verschlechtert ist.
Besonders gefährlich ist Feinstaub für Kinder. In einer Studie der Weltgesundheitsorganisation wurde festgestellt, dass jährlich bis zu 13.000 Todesfälle bei Kindern im Alter von bis zu vier Jahren in den 52 europäischen Mitgliedsstaaten der WHO auf die Feinstaubbelastung in der Außenluft zurückzuführen sind. Die Schweizer SCARPOL-Studie bestätigt die Gefährlichkeit. Die Untersuchungen zeigten: je höher die Feinstaubbelastung am Wohnort, desto häufiger waren Erkrankungen an Husten, Grippe oder Bronchitis zu bemerken.
Aber nicht nur die Lunge ist betroffen, auch die geistige Leistungsfähigkeit leidet: So nehmen bei Kindern mit steigender Exposition gegenüber Rußpartikeln bestimmte Intelligenz- und Gedächtnisleistungen ab, sagt Umweltmediziner Hutter. Besonders negativ wirkt sich nächtlicher Verkehrslärm aus. "Er beeinträchtigt die Schulleistung und die psychische Gesundheit. Aggressives Verhalten, erschwertes Lernen und geringerer Schulerfolg konnten bei stärker lärmbelasteten Kindern beobachtet werden."
Neben Schadstoffen und Lärm zählen auch komplexe Materien wie psychosoziale Zusammenhänge und vom Auto verursachter Bewegungsmangel zu den Folgen des Straßenverkehrs. So habe etwa die Angst vor Unfällen immer mehr Eltern veranlasst, ihre Kinder mit dem Auto in die Schule zu bringen. Kinder bewegen sich dadurch noch weniger. Dabei wirke sich das Zu-Fuß-in-die-Schule-Gehen positiv auf die Gesundheit aus: weniger Depressionen und Angst und verbesserte motorischen Fähigkeiten, weiß Hutter. (rüm, STANDARD, 3.9.2012)
Österreich wendet rund zwei Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention auf. International liegt dieser Wert laut aktuellem Bericht zur Lage der Kindergesundheit bei sechs Prozent. Vor allem die Jugendwohlfahrt bräuchte deutlich mehr Ressourcen, sagt Klaus Vavrik, Präsident der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit. Parallel dazu wünscht er sich berufsübergreifende Netzwerkarbeit und bessere Kommunikation zwischen allen Organisationen im Bereich Prävention und Therapie.
Auch dort gibt es neben der Prävention zu wenig Mittel und eine dramatische Unterversorgung. Vor allem in den Bereichen "Physio-, Ergo- und Psychotherapie sowie Logopädie und medizinische Angebote von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Sozialpädiatrie". Dabei komme jeder in der frühen Kindheit investierte Euro volkswirtschaftlich acht- bis zehnmal zurück. Das scheint insoferne nötig, als neue Berechnungen davon ausgehen, dass aufgrund der aktuellen Gesundheitssituation unserer Kinder und Jugendlichen Mehrkosten für das Gesundheitswesen von 1,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 auf uns zukommen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. (rüm)
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Die Schlussfolgerung hinkt ein bisschen. schon mal folgendes überlegt:
- das übergewicht bei den kindern geht sicher nicht weg durch 5-15 min schulweg pro tag! die gehören weg vom pc und fernseher.
- wer lebt in wohnungen neben dicht befahrenen strassen? diese wohnungen sind meist günstiger - also familien aus schlechteren sozialen schichten. und wie man weiss: bildung wird nunmal vererbt. also - sinds die abgase die die kinder schlechter lernen lassen, oder doch weil diese kinder aus sozial schlechteren schichten kommen? und ausserdem ist doch wirklich unumstritten, dass wenn man schlechter schläft - und das glaub ich auch neben stark befahrenen strassen - dass man nicht so leistungsfähig ist.
Es heißt, 30 Minuten gehen am Tag ist schon sehr gut für die Gesundheit. Aus dem Schulweg ergeben sich dann zusätzliche Bewegungsausübungen. Beim Nachhausegehen im Herbst hieß es bei mir oft Kastaniensammeln, dann ergab sich dies und jenes und schon hatte ich noch mehr Bewegung! Damit kämen viele schon auf 30 Minuten pro Tag.
ja, gut, da sind wir aber dann wieder bei dem argument der berufstätigen eltern die die kinder am weg zur arbeit bringen bzw. von der arbeit abholen. warum kann ich da nicht danach mit den kinder in den park gehen und kastaniensammeln? warum muss das in "schöner" kleidung und mit schwerer schultasche sein? (ja, mehr gewicht sind mehr kalorien, aber ist das auch gut für die rücken der kinder? schon mal eine vollgepackte erstklasslerschultasche gesehen und gehoben?)
Wenn sie eh Zeit haben die Kinder in die Schule zu bringen, dann könnens das doch auch gleich zu Fuß machen, da ist die Angst vor Unfällen kein Argument.
So blöd ich das find, wenn Kinder mit dem Auto in die Schule gebracht werden - dieses Argument stimmt einfach nicht. Bei einem Schulweg (zu Fuß) von 15 Minuten muss man noch zweimal verdoppeln: die Eltern müssen ja auch wieder zurück, und abholen müssen sie auch. Macht also 60 Minuten pro Tag.
Wer eh mit dem Auto zur Arbeit fahren muss und es sich einrichten kann, das Kind unterwegs abzusetzen/abzuholen braucht natürlich viel weniger Zeit
Ich glaube, dass die Wenigsten, die ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, dies aus irgendwelchen Gründen müssen. Die gibt es zwar, aber wenn wirklich nur die mit dem Auto fahren würden, dann währen so wenige Autos unterwegs, dass selbst deren Kinder dann - alleine - zu Fuß in die Schule gehen könnten.
... verantwortlichen Politiker und Beamte um die Gefahren genau Bescheid wissen, handelt es sich um Mord! Privat genützte Autos, Neubauten in bereits ausreichend bebauten Stadtteilen und Dachgeschoßausbauten sind in Städten zu verbieten.
ja, ehklar, Leute wie Hutter stellen ihre Reputation aufs Spiel und lügen für die Grünen!
also sie glauben eine wissenschaftliche Karriere fällt einem in den Schoß! und wenn man dann ein angesehener Wissenschafter ist opfert man seinen guten Ruf für was auch immer, fälscht Forschungsergebnisse, und erfindet Lügen?
sehr naiv!
Ich wundere mich immer, dass frische, saubere Luft so weit unten auf der Prioritätenranglisten liegt. Ich hab mein Auto abgeschafft, weil Dieselstinker (BMW Baujahr 1998) und nutze seitdem die Öffis (vor allem elektrische Straßenbahn und Erdgasbus), wenn das nicht möglich gewesen wäre, dann eben normales oder E-Bike, Gas- oder Elektroauto). Für mich ist frische Luft echt ein Mehrgewinn an Lebensqualität für den ich schon zu vielem bereit bin. Wieso geht das anderen Leuten nicht so? Wieso ist es anderen vollkommen egal, wenn sie die Luft verpesten? Darüber habe ich mich schon immer gewundert, irgendwann muss man doch mal mit dem Nachdenken anfangen!
Man hätte den ganzen Sommer über Zeit gehabt, sich was für den kommenden Herbst/Winter zu überlegen. Aber wie seit 30 Jahren wird wieder nichts passieren. Da frage ich mich genau wie Sie: wieso ist es fast allen wurscht, in welch ungesunder Umgebung sie leben bzw. wieso ist es allen wurscht, dass sie sich und den anderen so eine Umgebung bescheren! Und wieso ist es vor allem den meisten Eltern wurscht? Wieviel bedeutet denen die Gesundheit ihrer Kinder?
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