Russisches Militär entwickelt sicheres Android-Tablet

  • Russisches Militär-Tablet kommt Ende des Jahres in den Handel.
    foto: techdaily.ru

    Russisches Militär-Tablet kommt Ende des Jahres in den Handel.

Angepasstes Betriebssystem telefoniert nicht nach Hause

Das russische Verteidigungsministerium hat ein eigenes, sicheres Android-Tablet vorgestellt. Das Gerät läuft mit einer verschlankten und verschlüsselten Version des Google-OS und wurde am Rande der IFA in Berlin von Vize-Verteidigungsminister Dmitry Rogozin vorgestellt.

370 Euro Verkaufspreis

Das Gerät soll laut SecurityWeek zu Jahresende für 15.000 Rubel (aktuell rund 370 Euro) verkauft werden. Wenngleich auch Privatkunden das Gerät erwerben können werden, gehen die Entwickler vom Zentralen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut des Ministeriums davon aus, dass der Staat ihr Hauptkunde sein wird.

Hacksicheres Android ohne "phone home"

"Die Militärausgabe wird erschütterungs- und wasserfest", wird Referatsleiter Andrei Starikovsky von russischen Medien zitiert. "Das Betriebssystem hat alle funktionalen Möglichkeiten von Android, aber keine seiner versteckten Eigenschaften, private Daten an das Google Hauptquartier zu schicken." Russische Offizielle fürchten, dass auf diesem Wege sensible Daten in die Hände der US-Regierung fallen könnten.

Laut den Entwicklern wird bereits seit fünf Jahren an dem Betriebssystem für das Tablet gearbeitet. "Es gibt auf dem Markt nichts Vergleichbares zu diesem Betriebsssystem. Es ist hacksicher.", erklärt Projektmanager Dmitry Mikhaulov gegenüber der AFP. Auf welcher Android-Version das finale Produkt basiert, ist unklar. Ob das Tablet sich letztlich ausreichend verkaufen lässt, um profitabel zu sein, steht ebenfalls noch in den Sternen.

Smartphonetauglich

IT-Spezialist und Parlamentarier Ilya Ponomaryov sieht die Eignung für den Durchschnittsnutzer als entscheidendes Kriterium. Diesbezüglich sieht Dmitry Konovalov vom Institut für Strategische Bewertungen. "Es macht nur Sinn fürs Militär. Kommerziell nicht." Mikhailov betont jedoch, dass es zahlreiche Vorbestellungen gibt. Das System soll zudem auch für Smartphones geeignet sein. (red, derStandard.at, 03.09.2012)

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