Südkorea: Gründer der Moon-Sekte gestorben

  • Der gebürtige Nordkoreaner Sun Myung Moon gründete 1954 in Südkorea die nach ihm benannte Sekte - zuvor sei ihm Jesus erschienen, beteuerte er.

92-Jähriger war mit Lungenentzündung im Spital - Religionsgemeinschaft wurde durch Massentrauungen bekannt

Seoul/Washington - Der südkoreanische Sektenführer San Myung Moon ist tot. Das berichtete die von Moon gegründete "Washington Times" am Sonntag. Der selbst ernannte Messias und Gründer der Vereinigungskirche, die vielen als Moon-Sekte bekannt ist, erlag laut Berichten von südkoreanischen Kirchenführern den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 92 Jahre alt.

Moon sei am Montag um 2 Uhr früh im Kreise seiner Familie, Freunde und Anhänger in seiner Heimat Südkorea gestorben, so das Blatt. Er und andere Mitglieder der Vereinigungskirche hatten die Zeitung 1982 als konservative Alternative zur "Washington Post" gegründet.

"Worte können meine Gefühle nicht ausdrücken", schrieb der Präsident der Zeitung, Thomas McDevitt. Moon habe lange in Amerika gelebt. "Er glaubte an die Notwendigkeit einer starken freien Presse, um akkurate Information und moralische Werte an die Menschen in einer freien Welt zu vermitteln."

Sekte 1954 gegründet

Zu seinen Lebzeiten war San Myung Moon genauso umstritten, wie er von seinen Anhängern bewundert wurde. Von diesen ließ er sich als "Wahrer Vater" verehren, seine Familie als die "Wahre Familie".

Der selbst ernannte Messias hatte die Vereinigungskirche 1954 in Südkorea gegründet. Sie ist eine der bedeutendsten religiösen Gemeinschaften der Welt. Rund drei Millionen Anhänger bekennen sich zu der Bewegung, die nach eigenen Angaben in rund 200 Ländern missionarisch aktiv ist.

Bekannt wurde die Moon-Sekte für ihre Massentrauungen, bei denen sich tausende Paare zu einer Zeremonie versammeln. Bei den "Blessings" (Segnungen) erteilte er in Stadien und per Satellit tausenden Paaren rund um den Globus seinen Segen.

Für seine Kritiker war er ein Verführer, der es über seine religiösen Aktivitäten hinaus dank eines ausgeprägten Geschäftssinns und einer ergebenen Gefolgschaft zum Milliardär gebracht hatte. (APA/Reuters, 2.9.2012)

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