Führung von Portugals Staatsfernsehen tritt ab

2. September 2012, 19:30
2 Postings

Protest gegen mögliche Privatisierung als Teil von Sparmaßnahmen

Lissabon - Aus Protest gegen eine mögliche Privatisierung von Portugals öffentlich-rechtlichem Radio- und Fernsehsender RTP ist dessen gesamte Führung zurückgetreten. Die Regierung habe den Schritt akzeptiert, berichtete die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa am späten Freitagabend unter Berufung auf Regierungskreise. Zwischen dem Sender und der Regierung tobte zuletzt ein heftiger Streit über die im Zusammenhang mit drastischen Sparmaßnahmen in Erwägung gezogene Vergabe der Sendelizenzen an private Investoren.

Die portugiesische Regierung prüft, ob RTP in private Hände gegeben werden soll - unter der Bedingung, dass der bisherige Informationsauftrag des Senders fortführt wird. Für den Sender RTP2 erwägt Lissabon die vollständige Schließung. Die RTP-Führung warf der Regierung zu Wochenbeginn vor, die Pläne an die Öffentlichkeit gegeben zu haben, obwohl sie nicht zu Ende diskutiert seien.

Das Vorhaben ist Teil der Reformanstrengungen der Regierung zur Sanierung der portugiesischen Staatsfinanzen. Portugal beantragte im Mai 2011 nach Griechenland und Irland als dritter Eurostaat Finanzhilfen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds. Die im Gegenzug für die Kredite vereinbarten Sparmaßnahmen stoßen in der Bevölkerung auf heftige Kritik. (APA, 2.9.2012)

Share if you care.