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Tokio - Japans Regierung nähert sich einer Entscheidung über die Zukunft der Atomenergie. Am Sonntag hat das Kabinett von Ministerpräsident Yoshihiko Noda endlich auch konkret die Möglichkeit eines Ausstiegs aus der Atomenergie diskutiert.
Beschlüsse lassen zwar auf sich warten; die Regierung will erst später im September Japans neue Energiepolitik nach der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 beschließen. Aber Naoto Kan, der Japan als Ministerpräsident durch die Atomkatastrophe von Fukushima gesteuert hat, glaubt, dass die Chancen für einen Atomausstieg auch unter seinem weitaus industriefreundlicheren Nachfolger Noda gestiegen sind.
Noda habe am 6. August, dem Gedenktag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, "eine sehr bedeutsame Erklärung abgegeben", sagte Kan vorige Woche. Noda hatte den Bürokraten den Auftrag gegeben, die konkreten Bedingungen für einen Atomausstieg bis 2030 zu prüfen. "Dies war eine ganz andere Fragestellung als bisher", sagt Kan, der sich inzwischen vom Atomkraftbefürworter zum -gegner gewandelt hat. Bisher hätten Politiker die Beamten in der Regel nur aufgefordert, den "idealen" Strommix zu ermitteln, und freie Hand gehabt, alternative Energien unter einem Stapel von Einwänden zu begraben.
Nodas gezielte Frage trägt bereits erste Früchte. Am Freitag stellte das Umweltministerium einen Plan vor, nach dem der Anteil von "neuen erneuerbaren Energiequellen" wie Wind-, Biomasse- und Erdwärmekraftwerke bis 2030 auf zehn Prozent verzehnfacht werden soll. Dazu kommen je nachdem, für welchen Energiemix der Zukunft sich Japan letztlich entscheidet, zehn bis 25 Prozent Solar- und Wasserkraft.
Bisher hat die Regierung drei Entwicklungspfade zur Auswahl gestellt:
Komplettausstieg bis 2030: In diesem Fall würden Sonne und Wasser zusätzlich zu Wind, Erdwärme und Biomasse 25 Prozent des Stroms liefern. Die restlichen 65 Prozent würden aus Gas- und Ölkraftwerken stammen.
Halbierung des Atomstromanteils: Der Anteil fossiler Brennstoffe an der Stromerzeugung würde 55 Prozent, von Sonne und Wasser 15 Prozent und von den "neuen Erneuerbaren" zehn Prozent ausmachen.
Festschreibung des Status quo: Im Wunschszenario der Atomlobby würden Kernkraftwerke 20 bis 25 Prozent des Stroms liefern, 50 Prozent kämen aus Öl und Gas, der Rest aus erneuerbaren Energien.
Unter den "neuen Erneuerbaren" sind Windkraftwerke vor der Küste die Favoriten der Planer. Ihre installierte Kapazität soll von 0,03 Gigawatt (GW) 2010 auf acht GW ausgebaut werden. Biomasse als Energieträger wird in ihren Plänen auf sechs GW verdreifacht. Erdwärme soll von 0,53 auf 3, 88 GW steigen. Gezeitenkraftwerke könnten zudem 1,5 GW beitragen.
Mit einer Gesamtkapazität von 19,4 Gigawatt würden diese vier Energieträger allein rund 19 Atomreaktoren ersetzen. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat Japan offiziell noch 50 funktionierende Meiler stehen.
Dass Windkraft einen so hohen Stellenwert hat, ist kein Zufall. Auch in Deutschland, das der japanischen Anti-Atomkraft-Bewegung als Vorbild dient, ist Wind einer der wichtigsten Pfeiler der Energiewende. Denn anders als Solarenergie liefern Windräder Strom auch in der Nacht.
In Japan stehen die Planer allerdings wegen der Topografie des Landes vor viel größeren Herausforderungen und höheren Investitionen als in Deutschland. Das Land ist extrem gebirgig. 70 Prozent des Inselreichs bestehen aus oft sehr steilen Gebirgshängen und engen Tälern, die sich in der Regel nicht für große Windparks eigenen. Die Ebenen sind dicht besiedelt, sodass für große Parks nur die Meere übrigbleiben. Im Gegensatz zu Deutschland mit seiner flachen Küste müssen in Japan schwimmende und damit weitaus teurere Windparks gebaut werden, weil die Küste steil abfällt.
Die hohen Kosten erschweren der Regierung die Entscheidung für eine radikale Energiewende. Die Mehrheit der Bevölkerung ist nach mehreren Umfragen jedenfalls für einen Atomausstieg. Wer sich durchsetzt, ist noch offen. (Martin Koelling, DER STANDARD, 3.9.2012)
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... ein unzulässiger Vergleich von Nennleistungen:
"Mit einer Gesamtkapazität von 19,4 Gigawatt würden diese vier Energieträger allein rund 19 Atomreaktoren ersetzen."
Nicht, wenn 8 GW davon aus Windkraft sind.
Um den Ertrag von 1 GW AKW zu ersetzen braucht man mehrere GW Windkraft.
Das werden die Journalisten wohl nie lernen!
Deshalb wird in vernünftigen Debatten auch Regelarbeit (also tatsächlich produzierter Strom) verglichen und nicht die Größe angesteckter Generatoren. Diese enthält eben Standzeiten.
Und weil ich gerne multiplizieren tu:
Temelin in 2010: 16,8 TWh aus 1,9 GW (netto)
Wind in D 2010: 37,3 TWh aus 27,2 GW
Um Temelin (installierte Leistung 1,9 GW) zu ersetzen braucht man also 12,3 GW installierte Windkrafteistung. Das sind bei aktuellen Größen mehr als 6000 Windräder!
Derartige Rechnungen scheinen auch der Grund zu sein, warum bei EE immer in installierter Leistung statt Regelarbeit gerechnet wird.
Temelin ist tatsächlich ein Beispiel für ein sehr schlecht ausgelastetes AKW, es kam zuletzt aber immer noch auf etwa 6000 Volllaststunden pro Jahr, über beide Blöcke gemittelt.
Deutsche Kernkraftwerke schafften durchschnittlich 7700 Volllaststunden pro Jahr.
Deutsche Windkraftanlagen nicht einmal 2000.
Direkt vergleichbar sind die Nennleistungen in keinem Fall.
Leider nicht nur Journalisten!
Mit der Methode hat Maria Vassilakou (Stadträtin für Energieplanung!) vor einiger Zeit live im Radio vorgerechnet, dass man 300 Windräder braucht "um ein AKW zu ersetzen".
Übrigens ist damals Reinhold Mitterlehner daneben gesessen und hat das unwidersprochen stehen lassen.
Das ist entweder bewusste Täuschung von Menschen, oder Ausdruck totaler Inkompetenz und Beratungsresistenz. Stört aber niemanden.
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Teil 2:
http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 2810&page=
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SFH-0767 / MRB Lederbauer gegen Österreich - nicht amtliche Übersetzung der Views vom 13.07.2007 durch das BKA ins Deutsche
Views vom 13.07.2007, CCPR 1454/2006
http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 1066&page=
http://so-for-humanity.com2000.at
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Teil 1:
Ein toller Plan.
Aber: Gibt esAlternativen zu den konventionellen Windkraftanlagen?
Wir haben schon vor Jahren ein Konzept für neue Windräder mit einer vertikalen Achse erarbeitet:
ECOOO - WINDMILLS
Bedauerlicherweise konnte dieses sehr interessante und kostengünstige Projekt wegen der Haltung des Rechnungshofs und anderer Institutionen nicht serienreif gemacht werden.
SFH-1956 Rechnungshof entlässt Prüfer, Wirtschaftsblatt von Harald Heiss | 19.08.2000 | 00:00
Wien. "Das ist ein unvorstellbarer Skandal, den ich mir nicht gefallen lasse", sagt Wolfgang Lederbauer.
http://so-for-humanity.com2000.at
ich verstehe nicht ganz, warum die erdwärme in japan nicht viel viel forcierter angegangen wird!
die ist zwar auch nicht in unbeschränkter menge verfügbar (zeitlich gedacht allerdings sehr sehr lange), aber im vergleich mit standorten wäre japan prädestiniert! sehr hoher wärmefluss (3-4km bohrungen, wie bei uns, sind dort nicht nötig) und bei dem eh schon engen raum, recht platzsparend
unter Windmühle versteht man üblicherweise eine
Vorrichtung wo die Windenergie an Ort und Stelle
verbraucht wird: historisch um Mehl zu mahlen
oder Wasser zu pumpen, neuerdings auch als
Heizung: der Strom geht direkt auf einen E-Heizstab und braucht dazu auch nicht gewandelt werden (da
der Heizstab bezüglich Frequenz und Spannung extrem
flexibel ist).
Wohl nur ein Nischenmarkt für einen Inselbetrieb. Der Generator wüde natürlich viel einfacher und billiger gebaut werden können. Und was machen Sie mit der Elektrizität die notgedrungen anfällt wenn Sie NICHT heizen müssen?
Da ist es wohl sinnvoller gleich in einem Wechselrichter zu investieren, eine Wärmepumpe (Leistungsverhältnis 1:$9 zu verwenden und den Überschussstrom in ein Netz zu speisen oder speichern.
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