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Ein Beduine reitet durch leere Hotelanlagen nahe dem Dorf Ras Sudr auf der Halbinsel Sinai.

"Bei uns arbeitet der Wind als Ganztagskraft" lautete der Werbeslogan für den ägyptischen Urlaubsort Ras Sudr. Die guten Windverhältnisse lockten Wind- und Kitesurfer aus der ganzen Welt in das sonst touristisch uninteressante Dorf auf der Sinai- Halbinsel, 60 Kilometer von Suez entfernt.
Mittlerweile bläst der Wind nur noch den Sand durch die Lobbys der verlassenen Hotels. Die Surfstation in Ras Sudr wurde bereits im Herbst 2011 geschlossen. "Es ist uns momentan zu heikel, Leute dorthin zu schicken", sagt Katja Bertram vom Veranstalter Club Mistral. Stationsleiter Mohammed berichtet von Problemen mit den Beduinen.
Erst im Juli haben Beduinen zwei US-Touristen entführt, die mit ihrem Reiseleiter im Auto auf der Halbinsel unterwegs waren. Wie schon bei vorherigen Entführungen forderten die Beduinen die Freilassung von Stammesangehörigen, die in ägyptischen Gefängnissen sitzen. Für den Sinai - die Touristenhochburg Sharm El-Sheikh ausgenommen - besteht eine partielle Reisewarnung des Außenministeriums.
Abseits vom Sinai hat sich die Lage jedoch weitgehend normalisiert. "Die Nachfrage nach Ägypten liegt diesen Sommer deutlich über der des Vorjahres. Das Niveau von 2010 dürfte allerdings noch nicht erreicht werden", sagt Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen Reisebüroverbands.
Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der Touristen 2011 im Vorjahresvergleich um ein Drittel auf zehn Millionen Gäste eingebrochen. Kritiker halten die Zahlen für geschönt und gehen von einem noch größeren Rückgang aus. Für heuer ist der ägyptische Tourismusminister optimistisch und erwartet 14,5 Millionen Touristen. Bis April 2012 sei die Zahl der Touristen bereits um 40 Prozent über der des Vorjahres gelegen.
Vor allem der Badetourismus in den Tourismusmagneten an der Westküste wie etwa in Hurghada und Marsa Alam läuft wieder auf vollen Touren. Rückläufig sind hingegen laut Peterleithner noch Nilkreuzfahrten, Kulturrundreisen und Ausflugsprogramme, weil bestimmte Ausflüge am Sinai derzeit nicht angeboten werden.
Der Tourismus ist für Ägypten ein bedeutender Wirtschaftszweig. Er trägt rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt jeden achten Ägypter. (ved, DER STANDARD, 3.9.2012)
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betreffend dem rueckgang der touristen. die zahlen duerften nicht geschoent sein, die interpretation aber sehr wohl.
http://en.wikipedia.org/wiki/Tour... m_in_Egypt
3.8 mio ankuenfte aus europa und 5.5 mio touristenankuenfte insgesamt (hauptsaechlich arabischer raum, besuchs und jobtourismus, der wenig geld bringt) gibt es. wenn es um 1/3 zurueckgeht betrifft das praktisch nur die europaeer.
wenn sudanesen etc vielleicht sogar haeufiger kommen, russen und leute aus osteuropa von den niedrigeren preisen angelockt werden, sind das halt eher weniger als 1/2 soviel reiche westeuropaer, japaner und us amerikaner.
Agypten ist so ein tolles Land das sowohl kulturell als auch landschaftlich unglaublich viel zu bieten hat. Die Agypter sind ein extrem herzliches Volk dass mich auf allmeinen bisherigen Reisen immer wieder begeistert hat,
Der Tourismus ist leider ein sehr weiches Ziel,
aber dem Mursi ist es gelungen, seine Extremisten für den Augenblick ein bissl einzubremsen.
Ob das immer so bleiben wird, ist halt die Frage.
Wär interessant, welche Deals er dafür eingegangen ist...
Die Muslimbrüder sind nicht das Problem. Das haben alle die wirklich eine Ahnung haben schon immer gesagt. Nur europäische Schwarzseher haben das anders gesehen. Das wirkliche Problem ist ob sich Ägypten vor der Unterwanderung durch palästinensische Extremisten schützen kann. Das wird noch spannend.
Ist es ethisch vertretbar, als Atheist oder Christ, Frau oder Homsexueller in einem Land Urlaub zu machen, wo jene die ebenfalls frei leben wollen keine Rechte haben?
Und die ägyptischen Unterdrücker damit zu finanzieren?
In Nordkorea macht ja auch keiner Urlaub...
"Badeurlauber" (allein das Wort ist zum kotzen) könnten sich auch eine Fototapete samt Heizstrahler und UV-Lampe in die Wohnung montieren. Für sie gibt es die Welt der Arbeit (= dahoam) und die Welt des Urlaubs (= blaues Meer und blauer Himmel). Die Wohnen sogar in noch mieseren Betonburgen als zuhause. Wer so ein reduziertes Wahrnehmungsfeld hat, ist wahrlich selig.
aber die frage kann man auch anders stellen - und ich glaube das ist ein viel gravierendes thema - nämlich ob es ethisch vertretbar ist unternehmen zu finanzieren (bsp. unilever; bp; ikea; nestle; apple u.a.) die ihre produkte leider nicht den moralischen grundwerten entsprechend produzieren bzw. vertreiben?
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