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Frankfurt/Wien - Die Auseinandersetzung zwischen der Lufthansa-Geschäftsleitung und dem Bordpersonal, die am Freitag zum ersten Streik der Flugbegleiter in der Geschichte der Kranich-Airline geführt hat, bringt Aufwind für Bedarfsflugunternehmen.
Nicht nur Urlauber und Hobbyreisende sind Leidtragende, wenn Flüge ausfallen; für Geschäftsleute kann es schwer ins Geld gehen, wenn Termine platzen. Statt Linie zu buchen, wird deshalb immer häufiger ein Business-Jet gewählt. Maschinen gibt es genug. Allein in Österreich gibt es 3.600 registrierte Flugzeuge, etwa 1.500 sind im Privatbesitz und stehen bereit, tageweise oder auch länger vermietet zu werden. In ganz Europa sind es zigtausende.
Richard Frühwirt, der sich auf das Vermieten von Flugzeugen spezialisiert hat, beobachtet die Branche seit Jahren. "Von 1998/99 bis 2007 haben die Banken Flugzeuge fast so wie Autos finanziert. Beinahe jeder, der sich einen Traum erfüllen wollte, konnte damals ein Flugzeug kaufen", sagte Frühwirt dem Standard.
Im Krisenjahr 2008 sei der Markt zusammengebrochen. "Nicht wegen fehlenden Geldes - aus moralischen Gründen hat man sich nicht mehr getraut, mit einem Business-Jet zu fliegen", sagte Frühwirt. "2010 hat das Geschäft langsam wieder begonnen, 2011 waren wir fast auf Vorkrisenniveau, auch heuer rechnen wir mit einem Zuwachs."
Die aktuelle Krise sei eine politische und eine der Banken - keine, die die Realwirtschaft sonderlich treffe, meint Frühwirt, der mit seinem Spezial-Reisebüro Jet Travel und zehn Mitarbeitern etwa 15 Millionen Euro Umsatz macht. Allein das Vermieten der exklusiv zum Vertrieb überlassenen drei Maschinen - eines Bombardier Learjets, einer Citation VI und einer Falcon 2000 - habe zuletzt rund sieben Mio. Euro Umsatz gebracht. Die Eigentümer der Maschinen profitierten von der größeren Auslastung des Fluggeräts, Kunden von der punktgenauen, raschen Beförderung - ohne Angst haben zu müssen, streikbedingt nicht ans Ziel zu kommen.
Eine Flugstunde sei ab etwa 1.000 Euro zu haben, in zwei Stunden sei man fast überall in Europa, bei einer viersitzigen Maschinen seien das 500 Euro pro Person. Je größer die Maschine sei, desto höher seien auch die Kosten.
Starke Nachfrage bestehe derzeit auch nach umgebauten Großraumflugzeugen mit 80 bis 150 Plätzen (statt regulär 250), weshalb Frühwirt auch danach Ausschau hält. Weil nur wenige solcher Maschinen verfügbar sind und Banken neue kaum mehr finanzierten, gibt es am Chartermarkt einen Engpass. "Wo der Eigentümer sitzt, ist egal, wichtig ist die österreichische Registrierung", sagte Frühwirt. Insbesondere in Russland sei dies ein enormer Vorteil. Eine österreichische Registrierung werde gleichgesetzt mit gut ausgebildeten Piloten, regelmäßigen Wartungsintervallen - generell mit der Einhaltung strenger Sicherheitsauflagen.
Als Nächstes möchte Frühwirt ein Büro in der Schweiz aufsperren - Sitz einer Vielzahl von Weltunternehmen mit entsprechendem Reisebedarf: "Wir machen nichts auf der grünen Wiese, wir wollen ein bestehendes Unternehmen und damit einen Teil des Marktes kaufen - ähnlich wie wir es vor drei Jahren mit Jet Travel gemacht haben."
Der frühere Eigentümer von Jet Travel ging in Pension, HL Travel aus der Steiermark, ein Unternehmen von Frühwirt, schnappte zu. Konsequent machte Frühwirt den Wiener Unternehmenssitz zum Sitz der gesamten Gruppe. (Günther Strobl, DER STANDARD, 3.9.2012)
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Vielleicht gibt es aber auch Leute die wirklich von A nach B fliegen müssen um Geld zu verdienen. Ist es wirklich ausgeschlossen, dass es vielleicht auch Geschäftsleute und Firmenbosse gibt die nicht nur interesse an ihren Bonis, sondern wirklich Interesse am Erfolg des Unternehmens haben?
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