Debatte um Ohrlochstechen in Deutschland

  • Ist ein Loch im Ohrläppchen eine nicht mehr rückgängig zu machende
Schädigung?
    foto: dpa/florian schuh

    Ist ein Loch im Ohrläppchen eine nicht mehr rückgängig zu machende Schädigung?

Mädchen bekommt 70 Euro Schmerzensgeld zugesprochen

Berlin - Der Rechtsstreit um die Ohrlöcher einer Dreijährigen hat eine generelle Debatte um den Eingriff bei kleinen Kindern ausgelöst. "Ohrlochstechen ist aus unserer Sicht eine Körperverletzung und ebenso ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes wie die Beschneidung", sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Natürlich sei eine Beschneidung ein noch wesentlich weitergehender Eingriff, aber auch ein Loch im Ohrläppchen sei eine nicht mehr rückgängig zu machende Schädigung, da es nicht mehr zuwachse.

Ein Urteil zum Verbot religiös motivierter Beschneidungen in Köln hatte kürzlich heftige Kontroversen ausgelöst. In dem Berliner Fall hatte ein Mädchen von seinen Eltern zum Geburtstag das Stechen von Ohrlöchern geschenkt bekommen. Weil dies bei der Dreijährigen zu schmerzhaft und traumatisch gewesen sein soll, gingen die Eltern vor Gericht.

Schmerzensgeld

In dem Zivilprozess wurden dem Kind nun in einem Vergleich 70 Euro Schmerzensgeld von der Inhaberin des Tattoo-Studios zugesprochen. Das Gericht erwägt zudem, den Fall der Staatsanwaltschaft zur strafrechtlichen Beurteilung vorzulegen. Schon vor dem Prozess hatte Friedrich-Wilhelm von Hesler, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie, gesagt: "Jeder Angriff auf die körperliche Integrität ist eine Körperverletzung - auch das Ohrlochstechen."

Bisher ist offen, ob sich die Eltern strafbar gemacht haben könnten, als sie ihrer minderjährigen Tochter die Ohren durchlöchern ließen - oder ob das Tattoo-Studio sich hätte weigern müssen. Klar scheint jedenfalls: Viele Eltern werden es sich künftig wohl vorerst überlegen, ob sie ihren kleinen Kindern Ohrlöcher stechen lassen. (APA, 2.9.2012)

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sicher wieder so eine halberte agenturmeldung, unhinterfragt abgeschrieben.

natürlich kann man als gewerbetreibender oder dienstleister belangt werden oder schadenersatzpflichtig werden, wenn man eine vereinbarte leistung nicht richtig erbringt.

verursacht er dadurch auch noch einen schaden oder personenschaden, kann auch noch das strafrecht mit ins spiel kommen.

vielleicht hat er ja nur das ohrwaschl oder seine geräte nicht richtig desinfisziert und das loch hat sich entzündet.

Beschnittene Vorhäute .... durchstochene Ohrlapperl ... tätowierte Haut ...

... die Brutalität in Deutschland ufert völlig aus!^^

... und 40% der Kinder werden von rücksichtslosen Eltern mit Passivrauch mitvergiftet.

Mögliche Folgen:
plötzlicher Kindstod SIDS
Krebs
verringerte Lungenfunktion
Allergien
Asthma
Bronchitis
Bauchweh
Schwindel
Konzentrationsstörungen
Mittelohrentzündung
Lernschwierigkeiten
Koronare Herzerkrankungen

u.v.m.

DAS ist vorsätzliche Körperverletzung an Kindern, aber zum Glück für die Täter völlig legal- das Ohrringerl-loch ist aber (offensichtlich) strafbar...

Die 70 Euro Strafe hätte den Eltern gebührt, nicht dem Tatoo-Studio.

oder wenigstens beiden.

Darf ich meine Kinder eigentlich auch tätowieren oder ihnen einen "Prince Albert" verpassen?

was ist ein *prince Albert*?

Nicht Prince-Albert, sondern Pierce-Albert

danke...

jo ehhh

Wenn die Flinserl erst vor zB. 5 Jahren modern geworden wären,

würd sich jeder schwerst schockiert darüber zeigen. Aber weil das "immer schon so war" ists ok...

Willkommen in der zivilisierten Gesellschaft...

ich hab kein problem damit
weder mit der einen noch mit der anderen entscheidung

1. HAHA
2. Freu mich schon auf den bald erscheinenden bericht in dem dann ein Arzt oder die Eltern verklagt werden weil sie die "Segelohren" eines Kindes angelegt haben.

Vorschlag für die Neuregelung des Ohrstechens:

Mindestalter: 21
Meldezettel
Lichtbiildausweis
Geburtsuhrkunde
Psychologisches Gutachten
Unterschrift eines Haftungsausschlusses
Absolvierung der Ausbildung zum Umgang mit Ohrschmuck

ich würd da nicht zuviel reinlegen.
ich find entscheidungen, die keine not beinhalten kann man durchaus den betroffenen menschen selbst trefffen lassen.
schuldbildung fällt nicht darunter, hygiene auch nicht.
aber ob manderl oder weiberl gestochene ohrlapperl haben will, sollte unwichtig genug sein, im sie aufzuschieben

sie haben keine tochter, oder? meine hat sich auch schon sehr früh ohrringe gewünscht und dann zum 5. geburtstag auch von ihrer patentante bezahlt bekommen.

und kennzeichen-taferl für die flinserl

Anderer Vorschlag: Man lässt die Ohrlöcher erst dann machen, wenn es die Kinder selber wollen und entsprechend einwilligungsfähig sind.

in dem fall waren einfach die eltern dämlich. sorry. unsere tochter hat uns lang angejammert wann sie endlich ohrringe haben kann. mit 5 hat sie die dann bekommen.

Und?

Und woher wollens wissen, wer hier dämlich war? Gut möglich, dass der Laden Mist gebaut hat.

Wie jetzt?

Die Eltern lassen dem Kind Ohrlöcher stechen, dann klagen sie und bekommen Recht. ???
Auch eine Möglichkeit, zu Geld zu kommen...

Ich hielte es für angemessen, die Erziehungskompetenz der Eltern zu überprüfen. Wer weiß, was denen als nächstes einfällt ...

Wieso ist das Stechen eines Ohrlochs oder die Beschneidung Körperverletzung, aber das Vollstopfen eines Kindes mit Süßigkeiten oder Junk-Food, sodass es mit 12 Typ II-Diabetes hat, oder Zigarettenkonsum in Gegenwart von Kindern keine Körperverletzung?

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