Protest gegen Dutroux-Komplizin mündete in Gewalt

2. September 2012, 13:43

Freilassung der früheren Frau des Kindermörders spaltet Belgien - Viele Bürger lehnen Gnade für Michelle Martin ab

Brüssel - Bei Protesten gegen die vorzeitige Freilassung der Ex-Frau von Kinderschänder Marc Dutroux ist es am Samstag in Belgien zu Ausschreitungen gekommen. Einige Demonstranten warfen Steine und rissen Absperrungen der Polizei in Malonne bei Namur um. Die Beamten setzten Gummiknüppel und Pfefferspray ein, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Zwei Menschen wurden vorläufig festgenommen.

Die Demonstration hatte friedlich begonnen. Etwa 100 Menschen, die aus verschiedenen Teilen Belgiens gekommen waren, versammelten sich vor dem Nonnenkloster, wo Michelle Martin seit Wochenbeginn lebt. Die Polizei, die das Ordenshaus schützt, verstärkte ihre Präsenz. Üblicherweise sind 15 Polizisten dort Tag und Nacht im Einsatz. Am Ende der Veranstaltung griffen einige Extremisten die Beamten an. Ein Mann, der später festgenommen wurde, grub ein Verkehrsschild aus und wollte es auf die Sicherheitskräfte werfen.

"Nein zur Straffreiheit"

Als Martin am Dienstagabend nach ihrer Freilassung in dem Ardennen-Ort angekommen war, hatten bereits rund 50 erboste Bürger vor dem Kloster protestiert. Martin war als Komplizin Dutroux' zu 30 Jahren verurteilt worden, von denen sie 16 abgesessen hat. Ihr weiterhin inhaftierter Ex-Ehemann ist der bekannteste und am meisten gefürchtete Verbrecher des Königreichs - er hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen entführt und gefoltert, vier von ihnen starben.

Angesichts der heftigen Kritik an der Freilassung von Michelle Martin hat die belgische Regierung eine Verschärfung der Strafgesetze angekündigt. Ministerpräsident Elio Di Rupo sagte mehreren belgischen Zeitungen vom Samstag, er wolle gegen "Straffreiheit" für Verbrecher vorgehen. "Unser Ziel muss sein: Nein zur Straffreiheit", sagte Di Rupo. "Wir müssen eine ganze Reihe eingeleiteter Reformen im Justizwesen weiterverfolgen sowie Reformen im Bereich Polizeiwesen."

Umstrittene Entscheidung

Di Rupo zufolge ist eine Verschärfung der Regeln für vorzeitige Haftentlassungen unter Auflagen bereits in Vorbereitung. Demnach soll beispielsweise jeder, der zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt ist, mindestens drei Viertel davon im Gefängnis verbüßen. Außerdem kündigte der Regierungschef die Einstellung Hunderter weiterer Polizisten an.

Michelle Martin war 1996 zusammen mit dem Pädophilen Dutroux festgenommen und im Jahr 2004 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Juli gab ein Gericht in Mons jedoch ihrem Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft statt. Diese in Belgien höchst umstrittene Entscheidung wurde am Dienstag vom Kassationsgericht bestätigt.

Strenge Auflagen

Die 52-Jährige unterliegt nach ihrer Freilassung strengen Auflagen. So muss sie in einem Kloster im südbelgischen Malonne leben, wo sie am Dienstag eintraf. Sie darf sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen.

Martin hatte ihren damaligen Ehemann bei seinen Gräueltaten gegen Mädchen unterstützt. Ihr wurde vor allem vorgeworfen, dass sie zwei der verschleppten Mädchen in einem Kellerverlies verhungern ließ. Die ehemalige Lehrerin, selbst Mutter dreier Kinder von Dutroux, versperrte eigenhändig die Tür, hinter der die beiden achtjährigen Mädchen qualvoll starben, wie sie im Prozess aussagte. Der grausame Fall Dutroux und das damit verbundene Versagen von Polizei und Justiz hatten Belgien in den 1990er Jahren zutiefst erschüttert (APA, 2.9.2012)

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täterschutz ist eine verhöhnung

Es ist ein Hohn für die Opfer und die Gesellschaft, wie viel Geld für Täterabschaum ausgegeben wird....
Bei so vielen Ungereimtheiten (über 20 tote Zeugen, mögl. Verwicklungen mit einflussreichen Personen) kommt die Vermutung auf: Aus dem Kloster dringen sicherlich weniger von ihr ausgeplauderte Geheimnisse an die Öffentlichkeit als aus dem Gefängnis. Und das scheint einigen Personen diese Unsummen wert zu sein.

die kinder hatten auch keine polizisten als leibwächter

aber jene verbrecherin die sie verhunger lies schon?
+
sie kommt "frei", dann aber wohl auch ihr mann! oder werden hier wiedereinmal frauen bevorzugt?

Was soll "Straffreiheit" heißen?

Das ist nur billigste Polemik! "Straffreiheit" heißt dass man für die Tat nicht bestraft wird, weder mit Gefängnis, Körperstrafe, noch Geldstrafe.
Die Frau war aber immerhin 16 Jahre eingesperrt! Sie wurde auch freigelassen weil das Gericht die Voraussetzungen für die Entlassung nach Halbstrafe als gegeben sah, und das Gericht kennt sich besser damit aus als irgendwelche politiker die daraus politisches Kleingeld machen wollen. Den Politikern geht es doch gar nicht um die Opfer, sondern um Wählerstimmen. Sie Missbrauchen die Opfer für ihre politische Karriere.

Sehr richtig. So was offen zu sagen wird leider zunehmends schwerer nach dem sich langsam aber sicher wieder die Barbarei durchsetzt. Rache ersetzt Recht und alle findens voll gerecht. Traurig, wir waren wirklich schon mal weiter ...

Belgien gilt in vielerlei Hinsicht als höchst liberales Land. Da nimmt es kaum Wunder, dass das auch bei strafrechtlichen Dingen so ist.

Die Belgier haben die Gesetzgebung, die sie gewält haben. Und die macht eben solche Gesetze.

Ich glaube kaum, dass eine vorzeitige Entlassung

dem Wählerwillen gleichzusetzen ist...

Und das ist gut so.

da es ja offenbar ausser zweifel steht dass diese frau wissentlich und mit voller absicht zwei menschen verhungern liess ist sie für mich eine kandidatin bei der ich ohne zu zögern für die todesstrafe wäre wenn diese in unseren breiten legal wäre.
mir ist gänzlich unverständlich wie die eltern der mädchen sich da zusammenreissen können.

es gibt wie immer 2 Möglichkeiten
1.) sie bereut wirklich und erwartet als Christin Gottes Zorn mit Schrecken, betet um Gnade um nicht der ewigen Verdammnis anheimzufallen.
2.) Sie täuscht ihren Glauben nur vor, die Schwestern gehen ihr auf den Leim und sie hat einen sicheren und angenehmen Ort gefunden um ihr Leben gemütlicher zu führen, als im Gefängnis!

also im Grunde hat sie nur die Wahl zwischen freiwillig im Häfen bleiben, (was eh nicht geht) oder hinter den Klostermauern Schutz suchen, die Frau könnte auch nach 30 Jahren nicht sicher sein ein Leben in Freiheit zu überleben, der hätte man eine andere Identiät geben müssen...

wäre das meine tochter gewesen und ich wüsste wo sich die frau nach der freilassung aufhält wäre ihre lebenserwartung etwa ein tag.

Und wenn sie dann nach 15 Jahren entlassen werden, werden sie Freunde und Verwandte ihres Opfers aufsuchen und ihrenseits "Spaß" mit ihnen haben.

zumindest

teilt er nicht ihre überschwängliche Sympathie für den Täter ...

hat keiner behauptet dass dies ein schlauer plan wäre...

http://www.youtube.com/watch?v=NHoGrV5xrEg

Ich glaub wer den Fall genauer kennt der weiß, dass da garnix koscher is.

Danke, leider sehr erschreckend!

Würde man sich gegen die Finanzindustrie auflehnen, hätte man Ähnliches zu erwarten.

verbrechen begehen (also gewalt bei einer demonstration ausüben) nur weil man gegen die freilassung von einer kinderschänderkomplizin ist

das hat schon a bisserl was kurioses. ob sich die demonstranten bewusst sind, das sie mit jeder tat ein stück weit an das annähern, gegen das sie demonstrieren?

Und wenn ich so sehe, was hier an "bestraft Sie härter"-Postings durchkommt, möcht ich nicht wissen, was für grausliche Bestrafungsideen in den nicht durchgekommenen Postings stehen, die unseren braven, anständigen Mitbürgern aktuell so im Kopf rumspuken.

nebenbei finde ich die vergabe von roten strichen spannend... also wenn die verteilung rot-grün auch nur ansatzweise die mehrheitsverhältnisse wiederspiegeln, dann haben wir es wohl bald geschafft, uns in eine zeit vor der inquisition zurückzuentwickeln (hint: die inquisitoren haben wenigstens versucht, irgendwelche ermittlungen anzustellen, vorher hieß es einfach: etwas wurde gestohlen, dort drüben... fingerzeig auf jemand fremden... ist der dieb, tötet ihn)

Zum Glück stören mich rote Striche überhaupt nicht, nur die paar Rechtsextreme die mein Account am liebsten gesperrt sehen wollen, sind lästig.

naja, die Rechten sind hier schon lange umtriebig, möchten sich breit machen, alle postings, die vernünftig sind, aus der Mitte kommen, Sachverhalte klarer darstellen, werden rot gestrichelt!

das sind bezahlte Kampfposter, die Eskalation brauchen um politisches Kleingeld zu machen!

ja, da wird einem angst und bang...

wenigstens ists noch ein rechtsstaat, der rechte wahren probiert (gelingt eh nicht immer). auch wunderbar an dem fall in norddeutschland vor paar monaten zu sehen, wo der lynchmob die auslieferung dieses 17 jährigen verdächtigen gefordert hat. komplett vorbei an jeder gerichtsverhandlung. ich will nicht wissen, welche fantasien die hatten...

und hier hat man wieder den beweis, dass eine gesellschaft über manche dinge einfach nicht in der gruppe diskutieren kann, weil das thema viel zu emotional ist.

btw wie haben den die "demonstranten" den aufenthaltsort herausgefunden? in den österreichischen medien war ja immer nur von einem kloster die rede, aber nie von welchem.

es war mehrfach vom genauen Ort die Rede, das war kein Geheimnis

Der ganze Datenschutz und dieses "vertraulich behandelt" ist totaler Mist und funktioniert überhaupt nicht. In der heutigen Zeit ist nichts mehr geheim und bleibt auch fast nichts geheim.

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