Islamisten in Mali nehmen Stadt im Süden ein

Örtliche Miliz in Douentza entwaffnet

Bamako - Bewaffnete Islamisten haben in Mali eine Stadt an der Grenze zwischen dem von Rebellen besetzten Norden und dem von der Regierung in Bamako kontrollierten Süden des Landes eingenommen. Wie Bewohner der Stadt Douentza berichteten, fuhren Mitglieder der Bewegung für die Einheit und den Jihad in Westafrika (MUJAO) am Samstag in der Früh mit Geländewagen in die Stadt und entwaffneten die Mitglieder der örtlichen Miliz Ganda Iso, welche die Stadt bisher kontrollierte.

"Sie haben alle Waffen weggenommen und sie dann vertrieben", sagte ein Lehrer aus der Stadt, Moussa Dicko. Der Bauer Almadhi Cisse, der ebenfalls in Douentza lebt, bestätigte die Schilderung. Seinen Angaben zufolge wurde bei der Einnahme der Stadt niemand getötet. Douentza ist eine strategisch wichtige Stadt auf der Straße nach Timbuktu.

Am 22. März hatte in dem westafrikanischen Land eine Gruppe von Soldaten den langjährigen Präsidenten Amadou Toumani Toure gestürzt. In dem Machtvakuum nach dem Putsch gelang es den Tuareg-Rebellen und den mit ihnen verbündeten Islamisten innerhalb weniger Tage, den gesamten Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Später wurden die Tuareg-Rebellen jedoch von den Islamisten der MUJAO aus den wichtigsten Städten Timbuktu, Gao und Kidal vertrieben. Die Islamisten führten in Timbuktu das islamische Scharia-Recht ein und zerstörten eine Reihe von islamischen Heiligengräbern. (APA, 1.9.2012)

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