Afghanistan-Heimkehrer und verkaterte Kommissare: Top oder Flop?

Ansichtssache

Diesen Sonntag ermittelten Max Ballauf und Freddy Schenk am "Tatort" in Köln. Auf einem Truppenübungsplatz wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, ihm wurde der Darm herausgenommen.

foto: orf/ard/erik lee steingroever

Milad Rahimi war zusammen mit seiner Schwester Amina erst vor zwei Tagen aus Afghanistan in Deutschland eingereist. Die beiden waren offensichtlich als Bodypacker im Einsatz.

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Die Kommissare Ballauf und Schenk wissen, dass sie jetzt keine Zeit verlieren dürfen: Mit den Drogen im Körper ist Amina Rahimi in großer Lebensgefahr.

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Gerade mit dem Flugzeug aus Afghanistan eingetroffen ist auch der Dolmetscher Sebastian Brandt, der Mann einer Ex-Kollegin der Polizisten. Zur Feier seiner Rückkehr schauen Schenk und Ballauf ein wenig zu tief ins Glas.

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Der Einsatz am Hindukusch hat beim lebenslustigen Familienvater Brandt tiefe Spuren hinterlassen. Er wirkt verstört und fühlt sich nur unter seinen Kameraden Thomas Klages und Matthias Jahn wohl. Alles deutet auf eine posttraumatischen Belastungsstörung hin.

Dann entdecken die Kommissare, dass das Mordopfer Milad Rahimi kurz vor seinem Tod versucht hat, Thomas Klages anzurufen.

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"Undurchsichtig und unfertig schneidet 'Fette Hunde' zu viele Themen an und erzählt in zu vielen kleinen Handlungssträngen von Dingen, die man gerne vollständig hören würde", urteilt focus.de.  

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Der TV-Kritiker bei "Spiegel Online" hingegen meint: "Ein öder Erklär-Krimi? Überhaupt nicht! Im Kölner 'Tatort' geht es um Afghanistan-Heimkehrer, die nicht in ihre Familie zurückfinden. Regie-Großmeister Andreas Kleinert stürzt den Zuschauer in einen nachtschwarzen Trip - mit unverhofft zärtlichen Momenten zwischen den Kommissaren."

Wie hat Ihnen dieser "Tatort" gefallen? Top oder Flop? (red, derStandard.at, 2.9.2012)

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Eher Flop.

Bemüht, möglichst viel Botschaft rein zu packen. Dabei wurde der Plot für mein Gefühl ein bisschen zu aufgesetzt.

so schlecht war der gestrige tatort nicht, für mich noch eher top als flop.

natürlich wurden sehr viele brisante themen gleichzeitig behandelt und nicht alles wurde letztendlich aufgelöst. die afghanistanproblematik betrifft uns österreicher natürlich wesentlich weniger als die deutschen. unser problem dahingehend ist wohl eher berufsheer ja oder nein.

sehr gut gefallen haben mir gestern aber wieder die beiden kommissare. die sind beide einfach richtige typen mit ecken und kanten, (ok, auch rundungen) im gegensatz zu "unserem" everybodys darling krassnitzer.

ich mag die beiden kölner hauptkommissare, aber natürlich kommen sie bei weitem nicht an die brillianz des tatort-münsterland duos heran.

Kenne ich

Ja, das ist Zufall. Der Kommissar kennt den Mörder weil Sie ehemalige Mitschüler waren oder er/sie eine Verflossene ist. Oder der Kommissar kommt selbst unter Verdacht und ermittelt suspendiert auf eigene Faust weiter. Oder der Kommisar kann als einziger das Verhalten des Hundes (alternativ: des traumatisierten oder behinderten Kindes) richtig verstehen, dass zum Mörder führt. Oder der Kommissar ist zufällig selber Zeuge des Mordes geworden un keiner glaubt ihm/ihr am Anfang. Oder der Kollege vom Kommissar wird entführt und ihm/ihr im letzten Moment das Leben vom Kommissar gerettet.

Leider wurde wieder eines dieser Klichees bedient. Aber immer noch besser als jeder österreichische Tatort.

wenn man nur top oder flop wählen kann, dann top. wie fast immer bei denen.

aber das mit den viele gschichtln hat schon was.

und so im halbdunkeln brauche ich es auch nicht immer.

Zu viel Geschichte, zu wenig Licht, zu viel Gewackel

Hier wurden mal wieder versucht zu viele Themen in eine Folge zu stecken (Kriegstrauma, Trennungen, Betrug, Kriegskonflikte, Eltern-Kinderbeziehung, unerfüllte Wünsche und, und, und). Die ständige "Wackelkamera", dunklen Bilder und verwirrende Schnitte haben auch nicht gerade zur Qualität beigetragen. Aber als Tatort-fan schaut man eben auch das.

es gibt nur

ein richtiger tatort: schimanski!

Mit Grammatik haben sie's nicht, gell?

auf jeden fall besser als der letzt schweizer tatort.
wobei nach oben noch einiges an luft ist!

Mühsam, Tristess im doppelten Sinn des Worte ...

Nach zwei Flops (incl.Schweizer Tatort mit grottig syncronisierter Laienspieltruppe) wird hoffentlich nächste Woche Borowski Gas geben ...

Ohne Tageslicht

Viele glauben Ihren Geschichten mehr Kult, Ganz und Tiefe mit düsterer Atmosphäre ohne Tageslicht verleihen zu können. Das nervt, das deprimiert, so ist es in Wirklichkeit nicht.

die waren ordentlich verkatert,

am ende hatten sie nicht mal lust auf wurst und bier neben der hohenzollernbrücke...

die afghanin war ganz gut, der rest war etwas zu düster...

mich wundert, dass diese franziska so schwer vermittelbar ist....

Eher top -

ja sicher, die Geschichte war im Ganzen ein bisschen zerfahren, aber mit vielen hübschen Ideen im Einzelnen (zB nach durchzechter Nacht Abstieg in den verwinkelten Bunker) und großartiger Besetzung des Sebastian Brandt.

fader Flop

würde ja mit voten . bin aber leider eingeschlafen.

A so a Schas, die einen bringen Almöhlis, die anderen das Klischee der Afghanistan-Heimkehrer. Spielt der nächste Ö-Tatort beim Heurigen?

nicht am heurigen sondern im wurstlprater

ehemalige burgenländische grenzsoldaten verfolgen zivildiener, die altersheiminsassen in der geisterbahn zur schwarzarbeit missbrauchen. oder aber wie fpk-aktivisten den häuptl in ihre gewalt bringen und ihn gegen hazeh austauschen wollen, was ihnen natürlich nicht gelingt, da sie dummerweise ihr fluchtauto in der zweiten spur vorm rathaus parkierten.

wenn man meint, es gehe nimmer tiefer angesichts eine wiener tatorts,

kommt ein schweizer tatort. das ist wirklich grausam.

Wiener Tatort

Wobei die Adele Neuhauser ziemlich gut gespielt hat.

Aber das schlechte Drehbuch, die dürftige Umsetzung und den unsäglich faden Krassnitzer wiegt das leider auch nicht auf.

Das war

der schlechteste Tatort seit langem...eine gute Geschichte hätte das sein können, aber sehr unglauwürdig war die Ermittlung der Komissare!

Tja, irgendwie so triste Stimmung

wie man sich wohl fühlt wenn man traumatisiert ausm Krieg heimkommt.Wobei die Handlung wirklich bruchstückhaft daneben ist....denn Bodyschlucker>Drogenkuriere werden gerade aus Flügen ausm Orient penibel durchleuchtet, insofern leider ein Minus Kölner Tatort- da gabs schon wirklich was besseres, auch wenn das Thema natürlich nicht schlecht ist,weil akut.Doch sollte man dann das Drehbuch einfach besser gestalten.
Das ist nämlich ungefähr genauso nervig wie wenn Leute im Film ihr Auto oder die Wohnung nicht abschliessen.Ich glaub, manchmal gehts bei so einem Dreh nur ums Abdrehen und Zeitdruck,anstatt dass sich auch mal jemand zw.durch hinsetzt und nachdenkt.

Ja,

das mit dem Nachdenken was da überhaupt läuft und wie glaubwürdig das ist, denke ich mir auch oft.

Vielleicht sollte man Zuseher als Berater engagieren, diese Filmleute sind wahrlich etwas "abgedreht".

wär besser gewesen es auf weniger "schicksale" zu beschränken,einiges war einfach unnötig...es sprang dauernd von einem zum anderen..

Der Freddy hat mich beim Tanzen an Balou den Bären erinnert. Allein das war das Anschauen schon wert.

mit freddy in der russendisko

man hat ja schon schlechtere tatorte aus köln gesehen, stellenweise war es richtig spannend. völlig unnötig und aufgesetzt war aber, daß die kommissare wieder einmal persönlich involviert waren.

diese willkommensparty, die als Ü30-russendisko inszeniert wurde, die ziemlich unsympathische "lissy" und der leider recht schwach gespielte heimkehrer als hauptfigur, die keine war... die geschichte wäre nicht schlecht gewesen, aber es wurde leider einiges verschenkt.

...unheimlich deprimierend !

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