TV-Programm für Samstag, 1. September

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen, Bürgeranwalt, Schwestern Brüll, John Cage - Alles ist möglich, Fleisch ist mein Gemüse, Das Gelübde, Die Brüder Karamasow, Winchester '73

17.30 MAGAZIN
Bürgeranwalt
Themen bei Peter Rese tarits: 1) Gelähmt nach Gehirnblutung. 2) Nachgefragt: Ein Kind braucht einen Rollstuhl, die Versicherung zahlte nicht. Jetzt gibt es eine Lösung. 3) Invalide wegen Spitalsfehlers? Bis 18.20, ORF 2

20.00 PERFORMANCE
Schwestern Brüll - Das Kann Ich Auch
In memoriam Gudrun Ankele wiederholt der Bürgersender Okto alle drei Folgen dieses experimentell-performerischen Selbstdarstellungsformats zweier junger Künstlerinnen. Als "embedded artists" zeigen die Schwestern Brüll mithilfe des Mediums der Performance dilettantisch-experimentelle Wege der Idealidentitätsrealisation. Schließlich stellen sie fest: Es geht nicht darum, etwas zu werden, sondern darum, etwas zu tun. Bis 21.20, Okto

20.15 DOKUMENTATION
John Cage - Alles ist möglich
Am 5. September 2012 jährt sich der Geburtstag von John Cage zum 100. Mal. Yoko Ono, Christian Wolff, Dieter Schnebel und Pierre Boulez erzählen das Leben des 1992 verstorbenen Philosophen, Malers, Dichters, Komponisten und Pilzesammlers. Porträt von Thomas von Steinaecker. Bis 21.15, 3sat

20.15 ÜBERFRESSEN
Fleisch ist mein Gemüse
(D 2008, Christian Görlitz) Heinz Strunk, auch bekannt als Matthias Halfpape oder Jürgen Dose, sorgte mit den Meldungen aus der unerhört tiefen Ebene der Provinzbühnenmusik für ein grausam ehrliches Romandebüt. Maxim Mehmet steht Strunks Vorgabe gut zu Gesicht. Bis 21.45, Eins Festival

20.15 VISIONEN
Das Gelübde
(D 2008, Dominik Graf) Eine der sonderbarsten Möglichkeiten, eine Schreibkrise zu überwinden: Der Dichter Clemens Brentano (Mišel Maticevic) reist 1818 in Verzweiflung und Resignation ob seiner versiegten Kreativkräfte ins Münsterland, um die "wundertätige Nonne" Anna Katharina Emmerick aufzusuchen. Graf versteht die Begegnung als Symbol des Umbruchs. Die aufgeklärten Städter verhöhnen die rückständige Landbevölkerung. Die gibt sich ihrem Aberglauben ohnmächtig hin. Die bedächtige, behutsame Erzählung bricht Graf mit überraschenden Schnittfolgen. Bis 21.45, WDR

22.10 BRIEDERCHEN
Die Brüder Karamasow
(USA 1958, Richard Brooks) Anspruchsvoll sich gerierende, recht vordergründige Verfilmung einiger Dostojewski-Spuren. Die Reader's-Digest-Version für (von Pädagogen so genannte) Lesemuffel. Die Stars: Yul Brynner, Maria Schell, Lee J. Cobb, William "Captain Kirk" Shatner. Maria Schell ist der Abend gewidmet: Um 20.15 Uhr war sie, wenig bereichernd, in Der Schinderhannes zu sehen, es folgen Maximilian Schells Porträt Meine Schwester Maria (0.30) und um 2.00 die Gerhart-Hauptmann-Verfilmung Die Ratten von 1955. Bis 0.30, BR

0.20 DARAUF GESCHOSSEN
Winchester '73
(USA 1950, Anthony Mann) Manns erster Film mit James Stewart, dem eine Serie von Westernklassikern (zum Beispiel The Naked Spur, The Man from Laramie) folgen sollten. Der Held (Stewart) und der Schurke (Stephen McNally) sind Brüder, "eines von tausend" der wegen ihrer Präzision und Zuverlässigkeit begehrten Repetiergewehre des Jahrgangs 1873 ist der erste Preis eines Wettschießens. Bis 1.50, ZDF

0.30 VERWACHSEN
Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
(The Bad Lieutenant - Port of Call New Orleans, USA 2009, Werner Herzog) Von Abel Ferraras Vorlage aus dem Jahr 1992 blieb nur der korrupte Cop: Nicholas Cage gibt ihm ein neues, schmerzgebeugtes Antlitz. Kaputt und deprimierend, wie New Orleans nach Katrina. Ein Meisterwerk über mora lische Ambivalenz aus Werner Herzogs US-Schaffen. Pflicht, nichts sonst. Bis 2.25, ARD 



(Doris Priesching, DER STANDARD, 1./2.9.2012)
Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.