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Foto der Rapper-Brüder Kefaet und Selami Prizreni: zu sehen in der Schau "Reclaiming Identity".
Heuer wurde auch stark mit Slowenien kooperiert.
Graz/Laafeld/Maribor - Kitsch, Folklore und Klischees haben keinen Platz beim biennal stattfindenden Festival Romale! in Graz. 2008 entstand das Festival als Gegenbewegung zu Ressentiments gegen bettelnde Roma in Graz und die Diskriminierung der größten Minderheit Europas ganz allgemein. Die Akademie Graz, Roma-Projekte, Roma-Vereine aus der Steiermark, dem Burgenland und Slowenien, die Uni Graz sowie einzelne Sozialinitiativen arbeiten durch die Romale! an einem kulturellen und politischen Austausch zwischen Roma und Sinti in der ganzen Welt. Aber auch am Dialog zwischen der Minderheit, die in einzelnen Ländern Europas gerade in den letzten Jahren wieder schlimmsten Verfolgungen ausgesetzt ist, und der Mehrheit.
Eröffnet wurde das Mehrsparten-Festival am Freitag mit der Präsentation der beiden Zeitzeugenprojekte des Vereins Roma-Service, Mri Historija und Amari Historijas, im Pavelhaus in Laafeld. Die 20 - zum Teil sehr berührenden - Biografien aus dem Burgenland liegen jetzt als DVD und Buch vor. Gleichzeitig wurde die Wanderausstellung Roma in Bewegung über die Geschichte und Gegenwart der Minderheit eröffnet und das zweisprachige Märchenbuch Lang ist der Tag, kurz die Nacht (Deutsch und Romani) vorgestellt. Der Romale!-Teil im slowenisch-steirischen Pavelhaus in der Südoststeiermark ist bis 22. September zu sehen.
Bilder und Identitäten
Die nächste Vernissage innerhalb des Festivals ist am 5. 9. jene des Fotoprojekts über Roma in Bosnien und Herzegowina, Bilder vieler Leben, in den Räumen der Akademie Graz. Die Fotografien von Maria Schnabl entstanden im Rahmen eines Caritas-Projekts und dokumentieren verschiedenste Lebensrealitäten von Roma.
In der Ausstellung Reclaiming Identity - Aktivistische Strategien der Roma-Kunst (ebenfalls in der Akademie Graz) wird ab 29. 9. nicht nur über Roma, sondern von ihnen selbst erzählt. Allen voran das bekannte Künstlerpaar Delain Le Bas und Damian Le Bas aus Großbritannien, die schon 2010 bei der Romale! vertreten waren. Delain Le Bas ist heuer auch gemeinsam mit Astrid Kury und Ursula Glaeser als Kuratorin maßgeblich beteiligt. In der Schau setzen sich Roma-Künstler mit Ausgrenzung und Gewalt auseinander. Höhepunkt ist die "lebende Kunstinstallation" Sa, So Amen Sam am 17. 11. im Wilden Mann. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 1./2.9.2012)
Bis 10.12.
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