Nach dem Hurrikan

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foto: hbo

Milliardenschwere Sanierungsarbeiten an veralteten Dämmen, vor allem aber weil Hurrikan "Isaac" auf seinem Weg zur Südküste deutlich weniger an Stärke mitbrachte, sorgten dafür, dass New Orleans dieses Mal von ganz schweren Zerstörungen verschont wurde. 

Wie die Menschen in einer völlig zerstörten Stadt versuchen, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, zeigt derzeit keine Serie eindrucksvoller als "Treme".

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Erfinder David Simon setzt den Einwohnern von New Orleans ein Denkmal, die den widrigen Umständen nach dem Hurrikan "Katrina" trotzten. Plünderungen und Wiederaufbau werden gleichermaßen von den schwarzen Einwohnern getragen, die wiederum jene elektrisierende Musik zusammenhält, von der die Stadt ihren Ruf hat.

Im Reportagestil legt Simon unbequeme Tatsachen frei, etwa dass die Katastrophe hausgemacht war. Er erstellt ein Kompendium der moralisch verkommenen Bush-Ära, lässt den Zuschauer damit aber nicht allein, sondern pumpt mitreißende Songs in die durchwegs auf Wahrheit beruhenden Geschichten, als ob diese nur so zu ertragen wären.

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Derzeit im Abo-TV bei Sky Atlantic HD und auf DVD. Am 23. September beginnt auf HBO die dritte Saison. Die prognostischen Qualitäten sorgen angesichts der aktuellen Ereignissen für zusätzliche Dramatik. Denn die Grundstimmung in Treme ist Abgeklärtheit, das Bewusstsein, dass sich am korrupten System nichts ändern wird, selbst wenn noch so viele Milliarden in neue Dämme gepumpt werden. „Wie stehen die Chancen, dass es wieder passiert?", wird Albert "Big Chief" Lambreaux gefragt. Er sagt: "Wie hoch stehen die Chancen, dass es nicht wieder passiert?" (Doris Priesching, DER STANDARD, 1./2.9.2012)

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    Die großartige Musik kann nicht darüber hinwegtäuschen dass es der Serie an spanneder Handlung mangelt. John Goodman als zorniger Liberaler wirkt mehr als lächerlich. Bunk läuft ohne McNulty auch nicht ganz rund. Und das harte Schicksal bzw die Regierung geben keinen brauchbaren Bösewicht ab. HBO hätte mit Luck ein besseres Pferd im Stall gehabt.

    Sie haben, was "Treme" betrifft, nicht ganz unrecht. Trotzdem ist die Serie immer noch um Welten besser als "Luck"; die Serie hatte nach zwei, drei Episoden ihr Pulver verschossen und kam dann nicht mehr von der Stelle. Wirklich schwacher Plot und keinerlei Charakterentwicklung - völlig zurecht eingestellt.

    seh ich genauso. luck war das langweiligste das ich seit langem gesehen hab. bin super eingeschlafen dabei. aber mich interessiert die szenerie halt auch null. pferderennen...pfff.

    Also ich bin froh
    darüber das nicht jeder Nerd
    "Treme" kennt!

    warum? was nützt ihnen das?

    wenn mir eine serie gefällt, dann hoffe ich dass sie anderen auch gefällt, damit sie weiterläuft und damit die macher geld für weitere serien(ideen) kriegen. aber ich kenn das...mit 15 wollt ich auch sooo individuell sein, damit ich halt was hab um mein ego aufzubauen und mich abzuheben. musik hören die keiner sonst hört und so.

    Treme?

    Fantastisch! <3

    ich wart bis die serie zu ende ist und zieh mir dann wohl alle staffeln rein.

    Wie bei the wire, da wär ich glaub ich durchgedreht wenn ich eine zu lange Pause zwischen den staffeln ertragen hätte müssen.

    Richtig. Aber: ich muss gestehen, mir ging es sogar zwischen den einzelnen Folgen so.

    Hatte ich da einmal länger keine Zeit um weiterzusehen, musste ich regelrecht gegen den Zwang ankämpfen, einfach alles liegen und stehen zu lassen und zu schauen wie es weiter geht. Das ist mir noch nie vorher und nie wieder nachher passiert, aber seither habe ich eine Idee, was es bedeutet, abhängig zu sein.

    The Wire ist mMn das Beste, was je an TV-Serie produziert wurde.

    mit der meinung sind sie wirklich nicht allein.

    Allein schon die Musik von Tom Waits...

    jaaaa

    ein bisl ein verkaterter sonntag mit tschick und waltzing mathilda auf der terrasse...herrlich.

    Meine Rede.
    Derzeit der Einzige, für den ich jeden Veranstaltungsort in Europa aufsuchen würde.

    Ich erinnere sie

    an Ihr Versprechen!!!!

    ;o)

    Na klar, dabei bleibts.;-)

    Doch,

    da bin ich so, denn wenn ich die auch nur eine Sekunde sehe, ergießt sich ebenso Gelbes aus meinem Goscherl, wie die Farbe der Protagonisten. ;o)

    Nageh, ich bin ja auch kein ausgesprochener Fan, aber da gibts schon Ärgeres.;-)

    Leider

    kann ich das Thema nicht vertiefen, da ich, wenn ich nur die gelbe Farbe sehe, äußerst aggressiv und rabiat werde, somit nicht mal weiß, worums da geht. Aber selten unsympathischere, abstoßendere, hässlichere und widerlichere Comicfiguren gesehen.

    Aber die Botschaft dahinter paßt, die würde Ihnen sicher gefallen.

    Der hat bei

    mir sehr an Zuneigung eingebüßt, seit ich las, daß er in der Idiotenserie Simpson einen Gastauftritt hat.
    *facepalm*

    Na geh, sinds nicht so streng.
    Die Simpsons sind doch eh nett.

    Dann werde

    ich mich ausschließlich Ihnen zuliebe mal überwinden. ;o)

    Einmal nur den Ton versuchen, ich will nicht schuld sein an Ihren Mißempfindungen.;-)

    Habe

    knappe 10 Minuten ausgeharrt. Sowas Blödes, sie wird Polizistin, na und?

    Sie wissen, auch in den besten Beziehungen gibts Friktionspunkte, sonst täts ja fad werden. ;o)

    Oje, jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen.
    Verstoßens mir aber bitte nicht auch noch den T.Waits.
    Das wäre kritisch.;-)

    Wie könnte ich denn,

    da ich die Simpsons nur synchronisiert sehe, daher Waits nicht im Original. *seufz*

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